Anschlagskamm - wie nutzen?

Fragen, Probleme oder Tipps zur Handhabung deiner Strickmaschine
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alonil
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Anschlagskamm - wie nutzen?

Beitrag von alonil » Mi Jan 20, 2016 08:32

Hallo zusammen!
Wieder einmal eine Frage zur Passap Pinky:
Bis jetzt habe ich immer ohne Gewichte gestrickt, was meistens klappte.
In meinem Handbuch zur Maschine steht auch, dass diese Maschine keine Gewichte benötigt und daher gibt es auch gar keine Infos zu diesem Thema darin.
Nun habe ich einen Schlauchschal gestrickt, mit Maschengrösse 6, damit es weicher wird und muss nun ganz viele Fallmaschen flicken.
Würde mir da ein Anschlagskamm mit Gewichten helfen?
Wo beziehe ich einen solchen?
Wo informiere ich mich über dessen Gebrauch? Videos?
Ich habe keine Ahnung: Welche Länge? Wieviel Gewicht? Was bedeutet mit oder ohne Draht? Lasse ich den Anschlagskamm bis zum Ende des Strickstücks hängen? Warum heisst er dann ANSCHLAGskamm? Gibt es denn noch eine andere Art um Gewicht anzubringen? Was ist ein Abschlagskamm?
Oh, das sind nun aber sehr viele Fragen, alles zum selben Thema, ich hoffe das geht.
Ich freue mich auf Unterstützung, Sabin
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Irene Winter
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Re: Anschlagskamm

Beitrag von Irene Winter » Mi Jan 20, 2016 09:43

Hallo Sabin,
ein Anschlagskamm sorgt bei Maschinen ohne andere Abstreifvorrichtung mit dem Gewicht nach unten für den Maschenabzug. Nach dem Anschlag lässt man ihn wegen des Abzugs auch drin und setzt ihn immer so weit nach oben, dass der gute Abzug gewährleistet wird.
Wenn für eine Maschine kein Abzugskamm vorgesehen ist, kann man natürlich trotzdem zur Erleichterung des Abzugs einen Kamm einsetzen. Wenn man ihn schon für den Anschlag braucht, muss er auf den Nadelabstand der Maschine passen, also bei dir Krallen im 5er Piny Abstand haben. Wenn du ihn erst später einsetzen musst, kann er auch einen anderen Abstand haben, oder ein Doppelbettkamm sein. Den sticht man mit den Nadelösen durch das Gestrick und schiebt dann einen Draht durch die Ösen, damit der Kamm hält.
Lange Kämme sorgen für gleichmäßigen Abzug. Zu kurze kann man aber mit Krallengewichten links und rechts ergänzen.
Du darfst somit alles nehmen, was dein Gestrick ordentlich nach unten zieht. Bei einem löchrigen Schal also auch ein Gardinenstängelchen mit 2 Tafeln Schokolade dran.
Viele Antworten zum Thema, aber alles easy!!!!!

mfischer
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Re: Anschlagskamm

Beitrag von mfischer » Mi Jan 20, 2016 16:10

Hallo Sabin,
Passap hat behauptet, man brauche für die Pinky und die weiteren Maschinen keine Gewichte. Das ist jedoch falsch. Es gibt zwar einige wenige Muster, z. B. die normalen Ripppen, die man ohne stricken kann, aber bei vielen anderen Mustern strickt man viel sicherer, wenn man Gewichte verwendet. Ich beobachte immer wieder, dass diejenigen Passapstrickerinnen, die aus irgendwelchen Gründen bei der Idee bleiben, dass man ohne Gewichte strickt, über kurz oder lang das Passapstricken aufgeben oder eben nur Socken stricken, was im Allgemeinen auch ohne Gewichte geht (obwohl auch dabei Fersenkrallen, die ja Gewichte sind, sehr nützlich sind). Also mein Tipp: Mache dich vertraut und sei bereit mit Gewichten zu stricken.
Oft brauchst du von Anfang an Gewichte und das kannst du bei der Pinky und der Duo 80 mit dem Anschlagskamm erreichen, weil er entweder selbst schwer ist oder durch angehängte Gewichte schwer gemacht wird.
Ich versuche mal, der Reihe nach, alle deine Fragen zu beantworten.
Bis jetzt habe ich immer ohne Gewichte gestrickt, was meistens klappte.
In meinem Handbuch zur Maschine steht auch, dass diese Maschine keine Gewichte benötigt und daher gibt es auch gar keine Infos zu diesem Thema darin.
Nun habe ich einen Schlauchschal gestrickt, mit Maschengrösse 6, damit es weicher wird und muss nun ganz viele Fallmaschen flicken.
Würde mir da ein Anschlagskamm mit Gewichten helfen?
Wo beziehe ich einen solchen?
Wo informiere ich mich über dessen Gebrauch? Videos?
Ich habe keine Ahnung: Welche Länge? Wieviel Gewicht? Was bedeutet mit oder ohne Draht? Lasse ich den Anschlagskamm bis zum Ende des Strickstücks hängen? Warum heisst er dann ANSCHLAGskamm? Gibt es denn noch eine andere Art um Gewicht anzubringen? Was ist ein Abschlagskamm?
Schlauchschal- hast du den rundgestrickt oder später als Schlauch zusammengenäht? Hast du ihn glatt rechts gestrickt? Wie auch immer, der Anschlagskamm mit Gewichten hilft auf jeden Fall beim Abzug und dadurch gibt es keine Fallmaschen.
Anschlagskämme für die Pfaff/Passap werden selten angeboten, daher werden oft die Kämme für die Singer verwendet, weil die ebenfalls die 5 mm Abstand hat. Sie werden manchmal auf ebay angeboten. Meines Erachtens braucht man alle drei Größen, also einen kleinen, mittleren und den ganz großen. Diese Kämme haben oben Zacken mit kleinen Löchern, durch die ein Draht geführt wird. Unten haben sie Löcher, damit man Tonnengewichte einhängen kann. Die Idee, da Schokolade einzuhängen, wäre für mich nicht so gut, weil ich diese Schokolade ( und insbesondere, wenn es die gute Schweizer wäre...) bald aufessen wollte. Du kannst dir aber Säckchen mit Münzen oder Steinchen, Murmeln etc füllen und mit Haken einhängen. Oder eben Tonnengewichte anschaffen.
Man kann Anschlagskämme auch bei den einschlägigen Strickmaschinengeschäften bekommen. Tja, wo informierst du dich über den Gebrauch? Hier auf dem Forum natürlich. Vielleicht gibt es da auch schon älter Threads. Eine Suche lohnt sich vielleicht. Ich schicke dir, sozusagen notfalls, auch gerne privat drei Links von You-Tube Videos von mir. So gut gelungen sind die nicht, aber leider kenne ich sonst keine und du bekommst vielleicht doch immerhin mal einen Eindruck. Die Anschlagskämme heißen so, weil sie gleich beim Anschlag reingehängt werden, egal ob mit oder ohne Draht. Wenn ohne Draht, dann wird dieser aber auch sofort nach dem Hochchschieben der Zacken durch die Netzreihe eingeschoben. Der Anschlag "mit dem Draht drin gleich von Anfang an" ist ein offener Anschlag, den du wahrscheinlich erst später einmal verwenden willst. Ja, den Anschlagskamm lässt man meist die ganze Zeit drin hängen. Er soll ja mit seinen Gewichten ständig für Abzug sorgen. Sobald er aufliegt auf dem Boden und nicht mehr zieht, muss er entweder hochgewickelt oder höher gehängt werden. Oder du hängst ab dann mehrere Fersenkrallen ein. Oder einen Krallengewichtskamm. (So einen habe ich nicht, ich nehme 4 Fersenkrallen, das reichte bis jetzt bei mir.)
Noch ein ganz wichtiger Hinweis:
Wenn du mit Anschlagskamm anschlägst, dann darfst du für die ersten 8 bis 10 Reihen KEINE Abstreifer verwenden, denn die würden durch den Draht beschädigt.
Du brauchst sie auch nicht, denn du hast ja Abzug. Nach Reihe 10 kannst du sie dann verwenden. (Ich vergesse oft, sie einzusetzen, und stricke ganz ohne Abstreifer problemlos weiter. Es gibt aber Muster, da merkst du, dass du sie doch brauchst, und es gibt auch Muster, wo man am besten noch zusätzlich zu dem Abschlagskamm und seinen Gewichten ständig noch Fersenkrallen nachsetzen muss.)
Ich persönlich habe einige Zeit gebraucht, bis ich mich an das Stricken mit Anschlagskamm und Gewichten traute. Ich fand das kompliziert. Immerhin hatte ich aber die Kämme und die Gewichte von Anfang an bei meiner Duo dabei und so habe ich es schließlich doch einmal unternommen, damit zu arbeiten. Und siehe da, es klappte bald sehr gut.
Das war bei mir der Durchbruch! Nun strickt sich alles viel, viel leichter. Ohne Gewichte stricke ich kaum noch.
Manche berichten auch, dass sie nie Gewichte brauchen.
Nun ja, die Maschinen mögen natürlich unterschiedlich reagieren. Aber ich kenne nur meine und kann daher nur von meinen eigenen Erfahrungen ausgehen.
LG
Margrit
P. S.: Was ein Abschlagskamm ist, weiß ich auch nicht. Vielleicht ist es ein Umhängekamm oder ein Teil von der Maschine?

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Re: Anschlagskamm

Beitrag von frieda » Mi Jan 20, 2016 18:01

Ich vermute ein Abschlagskamm ist ein Anschlagkamm für Leute mit dicken Filngern, die die Tasten auf ihrer Tastatur nicht so gut treffen.

Grüßlis,

frieda
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Re: Anschlagskamm

Beitrag von bergfee » Mi Jan 20, 2016 19:05

Ich stricke auch mit der Duo 80 und arbeite grundsätzlich mit Anschlagskamm :D
Liebe Grüße Sonja :-)

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Re: Anschlagskamm

Beitrag von alonil » Do Jan 21, 2016 15:20

Liebe Irene
Danke für die Aufklärung, das ist sehr nützlich, nun bin ich schon viel besser im Bild.
Zwei Tafeln Schokolade heisst also 200g Gewicht?
Kann man auch zuviel Gewicht verwenden?
Was passiert dann?
Gruss, Sabin
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Re: Anschlagskamm

Beitrag von alonil » Do Jan 21, 2016 15:48

Liebe Margrit
Wow! Vielen Dank für die viele Zeit um mir zu antworten.
Passap hat behauptet, man brauche für die Pinky und die weiteren Maschinen keine Gewichte. Das ist jedoch falsch.
Ich beobachte immer wieder, dass diejenigen Passapstrickerinnen, die aus irgendwelchen Gründen bei der Idee bleiben, dass man ohne Gewichte strickt, über kurz oder lang das Passapstricken aufgeben oder eben nur Socken stricken.
Genau an dem Punkt bin ich angelangt.
Schlauchschal- hast du den rundgestrickt oder später als Schlauch zusammengenäht? Hast du ihn glatt rechts gestrickt?
Den Schal habe ich rund gestrickt, glatt rechts, Maschen: 40/40. 180cm lang und ich bin nun halt am Fallmaschen flicken, hätte vielleicht nochmals stricken sollen, mit Gewichten ...
Meines Erachtens braucht man alle drei Größen, also einen kleinen, mittleren und den ganz großen.
Ich habe folgende Kämme zum Kaufen gefunden, die sind ja relativ teuer. Wie ist das, wenn ich nur den grossen kaufe, geht der dann nicht auch für schmalere Arbeiten?
Bildschirmfoto 2016-01-21 um 15.07.55.png
Bildschirmfoto 2016-01-21 um 15.07.55.png (80.68 KiB) 5220 mal betrachtet
Ich schicke dir, sozusagen notfalls, auch gerne privat drei Links von You-Tube Videos von mir. So gut gelungen sind die nicht, aber leider kenne ich sonst keine und du bekommst vielleicht doch immerhin mal einen Eindruck.
Bitte lass mir diese Links zukommen.
den Anschlagskamm lässt man meist die ganze Zeit drin hängen.
Also nicht regelmässig wieder höher einhängen? Wenn man ihn höher hängen muss, weil das Gestrick am Boden angekommen ist, wie macht man dass er überall in der gleichen Maschenreihe sitzt?

Das gab ja schon wieder eine ganze Reihe weiterer Fragen. Ich habe versucht, im Forum ältere Beiträge zum Thema zu finden, was mir aber nicht gelungen ist. Glaub' ich habe ungeschickt gesucht.

Grüsse aus Basel, Sabin
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Re: Anschlagskamm - wie nutzen?

Beitrag von alonil » Do Jan 21, 2016 15:59

Ihr Lieben,
Hier noch sogenannte Abschlagkämme:
Bildschirmfoto 2016-01-21 um 15.55.34.png
Bildschirmfoto 2016-01-21 um 15.55.34.png (70.58 KiB) 5208 mal betrachtet
Wozu braucht man diese?
Vielleicht ist diese Bezeichnung schweizerisch?
LG, Sabin
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Re: Anschlagskamm - wie nutzen?

Beitrag von mfischer » Do Jan 21, 2016 17:11

Hallo Sabin,
Abschlagskamm habe ich nun hier gefunden:
http://www.pfaff-strickmaschinen.de/Pfa ... gkamm.html
Das ist ein Segment für das Nadelbett. Das muss man aber nur ersetzen, wenn eine Zacke abgebrochen ist oder so.

Die Anschlagskämme, die du gefunden hast, sind die richtigen. Ja, okay, schon bisschen teuer...
Wenn du nur den ganz großen nimmst, kannst du natürlich jede Maschenzahl damit abdecken. Ist halt etwas umständlich. Und du brauchst auch noch die Gewichte zum Einhängen, es sei denn, die Kämme wären echte, schwere Gewichtskämme, die es mal für Passap wohl gab. Erkundige dich, bevor du kaufst, ob das echte Passap-Gewichtskämme sind, die also schon von selbst ziemlich schwer sind, oder eher leichte (Singer-)Kämme, an die du Gewicht anhängen musst.
Also nicht regelmässig wieder höher einhängen? Wenn man ihn höher hängen muss, weil das Gestrick am Boden angekommen ist, wie macht man dass er überall in der gleichen Maschenreihe sitzt?
Ob du wieder höher einhängen musst, hängt davon ab, wie lang dein Strickstück wird. Bei Kinderpullis hänge ich nie nach. Bei einem großen, langen Pulli, Schal oder Kleid, musst du, sobald die Gewichte am Boden aufsitzen, den Kamm entweder hochwickeln oder den Draht rausziehen und ihn weiter oben durchpieksen und dann wieder Draht rein und die Gewichte wieder ran. Das kannst du so ungefähr machen, einfach schauen, dass der Kamm nicht total schief hängt. Hauptsache, die Gewichte ziehen wieder nach unten.
Den Schal habe ich rund gestrickt, glatt rechts, Maschen: 40/40. 180cm lang
Hmm, wie hast du den Schal begonnen? Falls du von Anfang an rund gestrickt hast (der Anschlag dafür ist mir leider noch nie gelungen), ist es ja so, dass du keinen Anschlagskamm reinbekommst, denn der ist ja nicht rund. Theoretisch bräuchte man einen hinten und einen vorne.
Ich würde so einen Schaluch mit einem Doppelbettanschlag mit Restgarn beginnen, gleich den Kamm rein und Gewichte, nach dem Anschlag einige Reihen rund mit Restgarn, dann zwei Gänge mit Nylonfaden und dann erst mit dem normalen Garn (erst ab da mit den schwarzen Abstreifern). Du musst halt später den Nylonfaden rausziehen und die offenen Maschen irgendwie abketten. Eigentlich muss für glatt rechts rund sowohl hinten als auch vorne beschwert werden, aber es reicht meist, wenn der Kamm mit Gewichten in der geschlossenen Anfangs-Mitte runterzieht.
Oder weiß das jemand anders zu machen?

Ich schreibe dir dann noch eine PM.
LG
Margrit

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Re: Anschlagskamm - wie nutzen?

Beitrag von Irene Winter » Do Jan 21, 2016 17:32

hallo Sabin,
deine "Abschlagkämme" sind Ersatzteile fürs Nadelbett mit Kulierzähnen zum Abschlagen der Maschen (Maschenbildung). Das heißt schon so. Die darfst du nicht nehmen.
Für 100 Franken würde ich mir wahrscheinlich eine billige Doppelbettmaschine kaufen, wo der Anschlagkamm dabei ist. Zum Ausprobieren gehen auch alte umgebogene Gabeln mit einem Loch für ein kleines Sandsäckchen. Du kannst auch starke Klammern nebeneinander nehmen, die im Gestrick bleiben und ein bisschen Gewicht aushalten. Bei empfindlichem Gestrick kann man Neodymmagnete mit Haken dran dagegenpappen. Die 2 Tafeln Schokolade waren als 200g gedacht. Wie viel Gewicht, muss man ausprobieren je nach Wolle und Muster.
Wenn der Kamm auf dem Boden aufstößt, rollt man das Gestrick über den Kamm auf und zwickt es mit Klammern an oder man nimmt den Kamm raus und sticht ihn wieder durch die Maschen, muss nicht 100% maschengerade sein.
Der Kamm ist besser zu lang als zu kurz, man muss ihn halt dann mit den Gewichten ausbalancieren, damit es grade hängt. Das ist alles keine Wissenschaft und geht auch quick and dirty, so lange es nur gleichmäßig von unten zieht.
Gut strick!

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Re: Anschlagskamm - wie nutzen?

Beitrag von mfischer » Do Jan 21, 2016 18:12

Hallo Irene,
deine Lösungen sind genial!
Aber für die Duo leider kaum gleich für den Anschlag geeignet. Die Duo hat oben einen recht engen Bereich, die Anfangsreihen erreicht man mit dickeren Sachen frühestens ab Reihe 12. Ab dann kann man Fersenkrallen, Gabeln usw. einhängen. Auch Magnete gehen erst später.
Natürlich geht alles, was du vorschlägst, ab höheren Reihenzahlen sehr gut, denn dann hängt das Gestrick schon aus dem engen Bereich heraus und man kann alles Mögliche einhängen.
In der Praxis braucht man aber oft schon in den ersten 12 Reihen Gewicht (kommt sehr aufs Garn und aufs Muster an), und da habe ich noch nichts anderes als Anschlagskämme gefunden, die durch die enge Stelle oben hindurch gehen und mit denen man dann die Maschen schon im frühesten Stadium beschweren könnte.
Vielleicht 7er Gewichte, aber das habe ich noch nicht ausprobiert.

Nun wollte ich es doch auch wissen, wie schwer meine Gewichte sind, und das sagt nun meine Küchenwaage:
Meine 3 Tonnengewichte haben: 352,350,360 Gramm
Meine 2 Metallfersenkrallen: 162 und 166 Gramm
Meine 2 Kunststofffersenkrallen mit Blei (?) drin: 197, 197 Gramm

Billige Doppelbettmaschinen (am besten ja mit 5mm Abständen) inklusive Anschlagskämme, hmm, ich glaube, da musst du ganz schön lauern, bis du so eine findest und sie dir niemand wegschnappt. Oder?

LG
Margrit

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Re: Anschlagskamm - wie nutzen?

Beitrag von Irene Winter » Do Jan 21, 2016 19:24

hallo Margrit,
da hast du natürlich recht, dass man die Hilfsmittel erst nach dem Anschlag reinkriegt oder man nimmt ein Anschlaggarn. Die 7er- Haken reichen leider allein auch nicht, wenn man beschweren muss (ich habe die beim Doppelbettstricken bei allen Maschinen drin). Beim Schlauchschal wärs wohl schon gegangen, wenn hinten und vorne in der Mitte noch was anderes baumelt.
Exotische alte Doppelbetten will meist kein Mensch, weil die "nichts können". Sind halt schwer zu verschicken. Oft haben die aber schöne schwere Gewichtskämme (das Gewicht ist als Schiene schon dran). In der Regel sind die auch nicht kaputt, nur mit Nadeln kann es schwierig werden.
Erfolgreiches Lauern!

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Re: Anschlagskamm - wie nutzen?

Beitrag von Die Strickschmiede » Do Jan 21, 2016 20:04

Hallo zusammen,
ich stricke auch fast nur mit dem pfaffschen Gewichtskamm, schon irgendwie aus Gewohnheit, da ich ihn von Anfang an hatte und der Abzug deutlich gleichmäßigeres, leichteres Abstricken ermöglicht.
Wenn ich Schals rund stricke, müssen sie ja unten/oben nicht offen sein und deshalb beginne ich mit dem Versatzanschlag über alle Nadeln: somit habe ich meine Zickzackreihe, um den Kamm einzuhängen und danach geht's mit rund weiter.

Die Brother 7er-Haken haben mir auf der Duo schon oft geholfen, vor allem bei Versatzmustern, bei denen man das HNB von rechts außen nach ganz links außen kurbelt und die Randmaschen ziemlich auf Spannung sind und manchmal schlecht/gar nicht abstricken.
Viele Grüße
Kirsten
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Re: Anschlagskamm - wie nutzen?

Beitrag von BeaBea » Do Jan 21, 2016 23:21

Ich würde für einen glatt rechts rundgestrickten Schal einen Doppelbettanschlag mit Anschlagskamm und Restgarn machen;
dann eine RUNDE (eine Reihe nur hinten, eine Reihe nur vorn) mit Nylonfaden;
dann mit dem Arbeitsgarn den unten geschlossenen Anschlag fürs Rundstricken (ich nehme hier an, dass der Schal am Ende geschlossen sein soll),
- alle Nadeln in Arbeit, Kurbel unten, orange Abstreifer, N/N, Stichgrösse 2.5, 1 R stricken = Zick-Zack-Reihe,
- Kamm einhängen, Gewichte verteilen, Abstreifer raus,
- CX/CX, Stichgrösse etwas geringer als die ermittelte Stichgrösse für den Schal, 2 R stricken,
- endgültige Stichgrösse einstellen und weiterstricken,
- nach ein paar Runden die schwarzen Abstreifer einschieben,
Gewichte nach Bedarf nachhängen.

Grüsse,
BeaBea
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Re: Anschlagskamm - wie nutzen?

Beitrag von Irene Winter » Fr Jan 22, 2016 20:26

Hier könntest du gerade einen passenden
aus der Bucht fischen
Ist nicht meiner, viel Erfolg!

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Re: Anschlagskamm - wie nutzen?

Beitrag von mfischer » Sa Jan 23, 2016 12:11

Hallo Irene,
da hast du Recht. Scheint ein faires Angebot zu sein.
Zudem wurde mir dadurch mal wieder zu einer Wortschatzerweiterung verholfen. Nach einem "Maschenkamm" oder "Maschengitter" zu suchen, wäre mir vorher nicht eingefallen.
Danke also, denn ich lasse mich gerne sprachlich weiterbilden und schätze Synonyme.
Margrit

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Re: Anschlagskamm - wie nutzen?

Beitrag von Irene Winter » Sa Jan 23, 2016 13:04

Uuups, da will ich aber nicht zur Verwirrung beitragen!
Ein Maschenkamm ist für mich eher ein Umhängekamm und ein Maschengitter wohl auch eher das Abstreifgitter an der Maschine. Von Verkäufern kann man nicht immer die korrekten Bezeichnungen erwarten.
Für Käufer dennoch ein Vorteil!

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Re: Anschlagskamm - wie nutzen?

Beitrag von alonil » So Jan 24, 2016 20:54

vielen Dank an euch alle Informantinnen,
dieses Forum ist einfach super!

Ich kaufe mir einen mittleren Kamm
und hänge dann Gewicht,
Schoggi :-) ein.

Der Schal ist trotzdem schön geworden,
ich habe mit Restwolle begonnen
und dann beide Seiten "italienisch" geschlossen.

liebe Grüsse, Sabin
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Re: Anschlagskamm - wie nutzen?

Beitrag von alonil » So Jan 24, 2016 20:57

Irene Winter hat geschrieben:Hier könntest du gerade einen passenden
aus der Bucht fischen
Ist nicht meiner, viel Erfolg!
da war ich leider zu spät :-(
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