einfache Doppelbettmaschine (gerne älter)

Fragen, Probleme oder Tipps zur Handhabung deiner Strickmaschine
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spinntantchen
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einfache Doppelbettmaschine (gerne älter)

Beitrag von spinntantchen » So Mär 05, 2017 14:25

Hallo zusammen,

bisher stricke ich auf einer Knittax S7, aber bei mir wächst immer mehr der Wunsch in Runden stricken zu können.

Vor Jahren hatte ich mal erfolglos versucht mir das Stricken auf einer Broher KH 830 mit Doppelbett und allem möglichen anderen Zubehör selbst beizubringen. Aber so richtig warm bin ich mit dieser nie geworden (d.h. ich habe es nicht geschafft mir anhand der Handbücher das Stricken damit selbst beizubringen), so dass sie derzeit verliehen ist und eine Rückgabe sich mittlerweile wg. nicht mehr vorhandenem Auto schlecht durchführen lässt und ich sie auf keinen Fall verschicken lassen möchte. Außerdem nutzt meine Freundin sie fleißig und hat noch nicht genügend Geld zusammengespart um eine eigene kaufen zu können (sie möchte so ein vom Händler gewartetes Elektronik-Computer-Dingsbums-Teil mit Garantie).

Wir haben in letzter Zeit nun öfters über das Thema am Telefon geschnackt und sind auf die Idee gekommen, dass ich Ausschau halten solle, ob ich hier vor Ort günstig an eine einfache Doppelbettmaschine rankommen kann. Wir beide haben nicht viel Geld und somit darf es nicht allzuviel kosten und ich werde wohl ein Schnäppchen abwarten müssen. Wir haben uns ein Budget von 50 max. 100 EUR gegeben (wobei die 100 schon weh tun würden).

Ich habe mir nun Punkte überlegt, die mir wichtig wären:
  • Ich will eigentlich nur glatt stricken, keine Muster, nicht mit vielen Farben usw.
  • eine einfache Bedienung, keine unnützen, nicht benötigten Funktionen (s.o.), die die Bedienung verkomplizieren würden wären schön
  • sie sollte nicht zu rar und exotisch sein, damit gute Chancen bestehen, eine Zweitmaschine zum Ausschlachten als Ersatzteillieferant zu finden oder es sollten andersweitig noch bezahlbare Ersatz- und Verschleißteile erhältlich sein
  • Mir persönlich wäre eine Maschine mit möglichst wenig Kunststoff sehr sympathisch (Bauchgefühl und meine Erfahrungen mit Nähmaschinen aus den 70ern, die fast alle an zerbröselnden Kunststoffteilen sterben)
  • es wäre ein plus (aber nicht zwingend nötig), wenn sie nicht zu anspruchsvoll bezüglich des Garnes wären (vielleicht will ich irgendwann auch mal selbstgesponnen Wolle darauf testen - momentan verarbeite ich hauptsächlich Sockenwolle oder Superwash-Baby-Merinogarne in ähnlicher Stärke).
  • kein Versand
Ich habe jetzt bei ibäh-Kleinanzeigen geschaut, was bundestweit so in dem Preissegment angeboten wird und denke es besteht schon Hoffnung in dem Bereich etwas zu finden. Allerdings sieht es bei mir hier oben im Norden leider sehr mau aus, was günstige Angebote angeht. Interessante Angebote tauchen dort vermehrt in Süddeutschland aus. (Keine Ahnung, warum? Niedriger Bevölkerungsdichte? Zu viele Händler in der Nähe, die alles günstige aufkaufen und gewartet teuer weiterverkaufen ...?)
Zusätzlich dazu habe ich ein bißchen hier im Forum als auch bei Knittingmachinesetc.com herumgeschaut und mir wären jetzt folgende Maschinen aufgefallen:

Singer Heimstricker
Orion Handstrickapparat
Strigo / Gilgen
Noveda
Strick-Fix Magic
Veritas 360?

Ich habe sie jetzt einfach mal aus dem Bauch heraus aufgereiht, je nachdem wie sie mir gefallen - fachlich begründet ist die Reihenfolge jetzt aber nicht.

Kennt jemand diese Strickmaschinen und welche Erfahrungen habt Ihr damit gemacht?
Zu welcher Maschine würdet Ihr raten?
Fehlt noch irgendeine Strickmaschine in der Runde?
Gibt es bei diesen Maschinen etwas besonderes zu beachten? z.B. schwierig zu beschaffendes Zubehör, welches unbedingt dabei sein sollte oder Teile, die an diesen Maschinen gerne kaputt gehen/sind?

Lg spinntantchen

Maschenzauber
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Re: einfache Doppelbettmaschine (gerne älter)

Beitrag von Maschenzauber » So Mär 05, 2017 17:23

Hallo Spinntantchen,
also eine Doppelbettmaschine für 50-100€ (die auch funktioniert! ) zu ergattern, halte ich für einen sehr frommen Wunsch. Ich lasse mich aber gern eines besseren belehren und freu mich für dich, wenn du eine findest. Eine Frage habe ich an dich: Weshalb eine Doppelbett? Nur zum rund stricken? Ich weiß nicht,(da ich ja meine Zweifel habe daß du für dein Budget eine bekommst) ob sich die Mehrkosten für das Doppelbett da rentieren. Die Nähte kann man fast unsichtbar mit einem Matratzenstich sehr gut hinbekommen. Ich wünsch dir aber viel Erfolg bei deiner Suche
LG Maschenzauber

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Re: einfache Doppelbettmaschine (gerne älter)

Beitrag von BeaBea » So Mär 05, 2017 19:50

Hallo Spinntantchen,
Wenn du geduldig bist und ständig die entsprechenden Web-Seiten durchstöberst, könntest du fündig werden.
Ich empfehle, dass du noch mehr Nachforschungen betreibst in bezug auf geeignete Maschinen, z.B. die in Frankreich hergestellten Doppelbett Maschinen, die dort unter den Namen Superba oder Phildar verkauft wurden, in Deutschland und anderen europäischen Ländern aber als Singer. Vor allem die älteren (sehr robusten) Modelle mit weniger Musterung und ohne Elektronik kämen wohl für deinen Zweck in Frage.
Dann gibt es noch Busch Doppelbett Maschinen, werden meistens in der Schweiz angeboten, aber man weiss ja nie wo so ein Teil nach langer Zeit mal auftaucht.
Ausserdem solltest du die Passap Maschinen nicht ausser Acht lassen, die rosa Duo wird manchmal wegen Entrümpelung sehr preiswert angeboten.
Als Anlaufstellen kann ich, wie du bereits vermerkst, die Kleinanzeigen empfehlen, aber auch

http://www.marktplaats.nl/
oder
https://www.ricardo.ch/
oder
https://www.leboncoin.fr/

Viel Glück bei der Suche, einen Versuch (oder mehrere) ist es sicher wert.
BeaBea
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Re: einfache Doppelbettmaschine (gerne älter)

Beitrag von spinntantchen » Mo Mär 06, 2017 02:24

also eine Doppelbettmaschine für 50-100€ (die auch funktioniert! ) zu ergattern, halte ich für einen sehr frommen Wunsch. .... (da ich ja meine Zweifel habe daß du für dein Budget eine bekommst)
Sie muss ja aktuell nicht in einem betriebsbereiten Zustand sein. Sie sollte nur für mich als technisch nicht unbegabter Strickmaschinen-Laie reparier- bzw. restaurierbar sein. So ein Teil auseinanderzunehmen und zu schauen, wie es funktioniert ist ja schon mal der halbe Spaß an der Sache. Nur dass ich mich mit Strickmaschinen noch nicht so gut auskenne.

Aktuell habe ich noch nie mehr für eine meiner Strickmaschinen in meinem Fuhrpark ausgegeben. Okay, die Brother hat damals mit Versand (in drei Paketen) 210 DM gekostet, d.h. die Maschine selbst sollte somit eigentlich unter 100 EUR gelegen haben.
meine erste Knittax S7 - 10 DM vom Flohmarkt (allerdings fehlten einige Platinen am Rand)
defekte Singer Solo mit komplettem Zubehör - geschenkt, Singer Solo Extrabreit ohne jegliches Zubehör für 25 EUR bei ebay inkl. Versand = eine funktionierende Singer Solo Extrabreit
Knittax M2 - geschenkt (O-Ton meiner Nachbarin beim Blick in mein Handarbeitsräumchen: 'So ein Teil stellt meine Oma am Montag auf den Sperrmüll').
Knittax S7 mit Patentstricker - eine Kiste Flens inkl. Anlieferung bis in die Wohnstube von einem Arbeitskollegen
Was völlig in die Hose gegangen ist, war der Kauf einer Knittax AM3 mit PSG in gutem Zustand und ganz viel Zubehör über ebay. Hat zwar auch nur 35 EUR gekostet, aber ich habe nochmal 35 EUR an Versandkosten investiert und den Verkäufer überredet, das Zubehör, die Schlitten usw. in einem extra Paket zu schicken. Leider hat er dann das Nadelbett und das PSG einfach so in einem selbstgebauten Karton übereinandergelegt, ohne Polsterung und noch mit viel Luft drumherum, so das beides richtig zu klump ankam (Bügel und Nadeln vom PSG fast durchweg verbogen, einige verbogene Nadeln und zerbrochene Platinen am Hauptbett sowie die beiden Plastikkappen an den Seiten des Hauptbettes in mehrere Teile zersplittert und mehrere größere Macken (Kerben) in den Laufschienen...). Daher mag ich keinen Versand mehr...

Bei (alten mech.) Nähmaschinen kenne ich mich mittlerweile so gut aus, dass ich weiß,
  • wonach ich schauen muss,
  • welche Schwachstellen, welche Maschine hat
  • von welchen Maschinen man besser die Finger lässt, weil sie tickende Zeitbomben mit Selbstzerstörung (zerbröselnde Kunststoffzahnräder usw.) verbaut haben
  • welches Zubehör dabei sein muss, weil kaum noch zu kriegen
  • bei welchen Maschinen Universalzubehör passt
  • von welchen Modellen Zubehör austauschbar ist.
Bei den Strickmaschinen weiß ich es (noch) nicht - daher meine Fragen.

Danke BeaBea für Hinweise auf die Verkaufsplattformen im Ausland. In Holland habe ich schon einiges an Spinn- und Webzubehör erstanden. Wobei fahrtechnisch liegt eigentlich Dänemark näher für mich. Aber da gibt es auch eine nette Verkaufsplattform, die mir gerade nicht einfällt. Allerdings spreche ich weder Französisch noch Dänisch ... Leider bin ich fahrtechnisch durch meinen Nachwuchs auf recht kleinen Umkreis beschränkt. Alles über 50km wird schwierig, weil meine Lütte Probleme beim längeren Autofahren hat bzw. macht. Aber vielleicht gibt sich das ja irgendwann.
Superba und Phildar sind mir auch schon vereinzelt aufgefallen, konnte sie aber nicht so richtig einsortieren.

Ich beobachte die diversen Kleinanzeigenplattformen sowie ibäh schon seit Herbst in dieser Richtung und ich denke, es ist mit etwas Geduld wirklich machbar. Ich habe da schon einiges in dem Preissegment gesehen, das vernünftig aussah.
Insbesondere unten bei meinen Eltern in Südhessen habe ich in den Kleinanzeigen eigentlich immer mehrere interessante Angebote gleichzeitig vorfinden können. Deutlich mehr Angebote und bessere Preise als hier oben bei mir. Da werde ich mich im Sommer in den 'Oma-Ferien' sicher nochmal genauer umschauen.

Wie sieht es denn bei obigen Maschinen mit den Nadelsperrschienen aus? Welche davon haben eine, die man dann mangels Ersatzteilen selbst wieder aufpolstern muss?

Ich habe mehrfach gelesen, dass die Noveda und die Strigo von Gilgen baugleich sein sollen. Heißt das, dass ich die Teile hin- und hertauschen kann? d.h. eine Noveda als Ersatzteillager für eine Strigo (Novedas sind i.R. deutlich günstiger zu haben als Strigos), sind Nadeln, Schlitten usw. austauschbar?

Weiter ins Auge gestochen sind mir auch die Swiss Magic und eine Turmix, bei denen dabei stand, dass man die Betten auch nebeneinander aufbauen kann bzw. dann wohl auch zwei Maschinen zu einer extralangen. Bei der Orion habe ich das auch schon gelesen ...
Eine Frage habe ich an dich: Weshalb eine Doppelbett? Nur zum rund stricken? Ich weiß nicht,(da ich ja meine Zweifel habe daß du für dein Budget eine bekommst) ob sich die Mehrkosten für das Doppelbett da rentieren. Die Nähte kann man fast unsichtbar mit einem Matratzenstich sehr gut hinbekommen.
Mich würde es halt hauptsächlich einfach nur reizen, dies zu lernen. Platt gestrickte Stücke unsichtbar zusammenzunähen praktiziere ich ja schon die ganze Zeit. Und da ich Muster und bunt gestricktes nicht mag, stellt die Knittax nicht wirklich mehr eine Herausforderung für mich dar und deshalb schaue ich nach etwas Neuem. Nötig sind sie für meine Zwecke sicherlich nicht unbedingt. Deshalb ist es auch nicht dringend, so ein Teil zu erwerben und deshalb bin ich sehr zuversichtlich, dass mit etwas Geduld und Glück durchaus eine brauchbare bzw. herrichtbare Doppelbettstrickmaschine in meinem Budget drin sein wird.

Ich hoffe nur, dass sich die Sache zukünftig nicht so verselbständigt, wie meine Basteleien mit alten Nähmaschinen. Das hat sich mittlerweile so weit rumgesprochen, dass mir öfters Nähmaschinen einfach so zulaufen, obwohl ich gar keine mehr suche. Ich muss diese schon mit Händen und Füßen abwehren, weil mein gesetztes Limit ist da schon lange erreicht. Im Januar kam ich mit meiner Lütten vom Kindergarten und da stand einfach ein 'herrenloser' Nähmaschinenkoffen vor meiner Wohnungstür. Ich weiß bis heute nicht von wem und konnte nur rauskriegen, dass meine Nachbarin einen Mann ins Haus gelassen hat, der etwas für mich abstellen wollte...

Maschenzauber
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Re: einfache Doppelbettmaschine (gerne älter)

Beitrag von Maschenzauber » Mo Mär 06, 2017 07:01

Hallo Spinntantchen,
Ah ok, da sind wir zwei doch schon sehr verschieden gestrickt. Ich bin froh, wenn alles einwandfrei funktioniert und werde echt zum Monster wenn dem nicht so ist.
Dafür nehme ich auch in Kauf, mir eine neue Maschine zu kaufen, falls es sie zu kaufen gibt.
Dann bleibt mir nur, dir viel Spass und Erfolg zu wünschen.
LG Maschenzauber

Hummelbrummel
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Re: einfache Doppelbettmaschine (gerne älter)

Beitrag von Hummelbrummel » Mo Mär 06, 2017 08:08

Hallo Spinntantchen,

soo viele Fragen - versteh ich gut.
Allerdings habe ich gerade nur quer gelesen, weil heute noch so viel anderes wartet.

Daher auch nur in Kürze:
Zu den DB- Marken fällt mich noch ein
Busch
Kaiser (oder war das Kayser?)
beide sollten robust un langlebig sein.

weniger glücklich:
Tricorex - da habe ich eine im Keller, die ich aber wohl eher nicht reparieren werde, weil die Konstruktion mit dem oben aufliegen Schaumgummi als Polsterung recht ungünstig ist.

Und dann gab es noch eine, wo bei intensivem Betrieb die Nadelbetten recht schnell so ausgelutscht waren, dass sie verschlissen war, aber mir fällt der Name gerade nicht ein, ich liefere ihn nach, wenn er wieder da ist.
(Auf ausgeleierte Nadelkanäle sollte man vlt sowieso beim Kauf achten.)

Nadelsperrschiene:
Das sind bei den meisten der o.g. Maschinen lange Spiralfedern (Metall) unter der Schiene, auf der der Schlitten läuft.
Man kann kräftig an der Spirale ziehen, dann ist sie kaputt. (Aber man könnte improvisieren, um an der Stelle weiter stricken zu können, das besprechen wir dann, falls es der Fall sein sollte. Normalerweise sind die Federn in Ordnung und kein Verschleißteil wie bei den Brothers.)

Noveda/Strigo/Euro 2000 (Otto Gilgen)
Ja, die Schlitten sollten austauschbar sein. Der Fadenführungsmast ist es allerdings nicht, da ist die Befestigung unterschiedlich.
Allerdings sind diese alten Maschinen auch Individuen, die sich durch Gebrauch entwickeln und "einschleifen" und bei denen bei der Fertigung auch noch Handarbeit angesagt war. Da könnte es dann doch wieder Abweichungen geben. (Und somit stellen die klemmen).

Ersatzteile:
Ich würde keine der alten Maschinen kaufen, wenn am Schlitten offensichtlich Teile fehlen oder abgebrochen sind. Da schaut's echt mau aus.
Nadeln: Da man ja meist nicht über ganz alle Nadeln strickt, kann man sich helfen, indem man intakte Nadeln von außen nach innen nimmt und dann am Rand Lücken lässt, wo man die Nadeln nicht braucht. Bis zu einem gewissen Grad kann man auch versuchen, verbogene Nadeln wieder zurechtzubiegen.

(Niemals den Schlitten bewegen, wenn sich direkt gegenüberstehende Nadeln gleichzeitig in Betrieb sind - dann gehen schon viel weniger Nadeln kaputt !!!!)

Zubehör: Viele dieser Maschinen haben einen Nadelabstand von 5mm. In diesem Fall ist das komplette Zubehör kompatibel.
Und auch "in neu" nachzubekommen, wobei dann schnell das Zubehör teurer als die Maschine werden kann.

Viel Erfolg bei der Jagd!

LG Hummelbrummel

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Re: einfache Doppelbettmaschine (gerne älter)

Beitrag von Siva » Mo Mär 06, 2017 09:23

Hallo spinntantchen

Schade wohnst du nicht näher an der Schweiz.
Hier findet man bei Ricardo oft günstige ältere
Doppelbett-Maschinen.
Hier ein momentanes Angebot.

https://www.ricardo.ch/kaufen/spielzeug ... 842842310/

Ich habe schon zwei mal eine Visa, baugleich mit der Singer,
komplett mit Motor für 50 Franken erwischt.

Liebe Grüsse aus Glarus,
Annemarie

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Re: einfache Doppelbettmaschine (gerne älter)

Beitrag von spinntantchen » Di Mär 07, 2017 15:34

Ich war gestern mit einem Kumpel im Familienferienhaus. Er hatte mir vorher erzählt, dass dort noch eine Strickmaschine herumstände, auf der Oma ihnen Socken gestrickt hat und die sie nicht mehr brauche ...

Es stellte sich dann heraus, dass es eine Pfaff Duo 80 ist. Normales Standardzubehör, 2-Fadenwechsler, die zwei Paar Standard-Abstreifer, 4 Fadennüsschen (zwei mit etwas dickerem Innendurchmesser). Dabei ist nur ein einzelner (ca. 50 cm langer) gewichtsbeschwerter Anschlags- oder Maschenkamm. Eine Verlängerung gibt es dazu nicht. Dafür noch ein gleichlanges Teil von Singer mit externem Gewicht und fehlendem Draht. Und natürlich noch ein Kästchen mit Kleinkram.

Was mich allerdings stutzig macht, sind zwei Dinge:
Erstens ist der Kleinkram (Ersatznadeln, Deckernadeln usw.) mit Flugrost versehen und auch die Grundplatte des Standgestells weißt Rostspuren auf.
Zweitens gehen die Nadeln extrem schwer, d.h. sie lassen sich kaum im Bett (bzw. der Nadelführungen) hoch und runterschieben.
Ich habe dann noch extra eine Taschenlampe aus dem Auto geholt, weil die Beleuchtung dort nicht so gut war. Aber auch mit dieser habe ich an den Nadeln auf der Maschine allerdings keinen Rost entdecken können. Auch die Nadelzungen sind o.k. Nachdem wir sie mühsamst in Nullstellung gebracht hatten, konnte ich die Schlitten (gefahrlos) zur Seite zu fahren und abnehmen. Auch auf den Schlittenunterseiten konnte ich keinen Rost feststellen (war alles sehr ölig).

Ich weiß nicht ganz, was ich davon halten soll. Ich habe etwas Bedenken, dass zwischen den Nadelführungen und Nadeln sich auch Rost breit gemacht hat und ich habe sicherlich kein Geld, alle Nadelführungen, Nadeln und evtl. auch Stößer auszutauschen ... von daher habe ich etwas Bauchweh dabei.

Was sie kosten soll, weiß ich nicht. Über den Preis und ob sie überhaupt zu verkaufen ist, müsste ich so oder so mit seiner Oma selbst verhandeln.

lg spinntantchen

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Re: einfache Doppelbettmaschine (gerne älter)

Beitrag von Maschenzauber » Di Mär 07, 2017 17:34

Hallo Spinntantchen,
daß die Nadeln so schwergängig sind, muss nicht unbedingt an Rost liegen. Wenn sie sehr ölig aussieht, könnte auch das "Schmiermittel" das verwendet wurde sülzig (tschuldigung, mir fällt kein passenderes Wort dafür ein) geworden sein. Das heisst, wenn das Nadelbett zerlegt und inklusive Nadeln gereinigt wird, könnte es wieder leichtgängig werden und muss dann natürlich neu geschmiert werden. Ich kann mir auch vorstellen, daß es in diesem Ferienhaus nicht immer auf Raumtemperatur geheizt wird und dann kann das bei Schmiermitteln schon mal vorkommen, daß sie fester werden. Ist halt nicht so gut für Strickmaschinen, aber nicht irreparabel. Wie gesagt, könnte, muss aber nicht sein. Das wäre mir jetzt dazu eingefallen.
LG Maschenzauber

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Re: einfache Doppelbettmaschine (gerne älter)

Beitrag von BeaBea » Di Mär 07, 2017 23:47

Hallo Spinntantchen,
das ist ja wohl ein toller Fund. Ich wuerde mich auch nicht von schwergängigen Nadeln abschrecken lassen, und wenn alles sehr ölig ist, kann es gut sein, dass dies den Rost verhindert hat.
Ich würde da an deiner Stelle jedenfalls noch mal nachhaken und den möglichen Preis ermitteln.
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Re: einfache Doppelbettmaschine (gerne älter)

Beitrag von Hummelbrummel » Mi Mär 08, 2017 09:14

Seh ich wie meine Vorrednerinnen. Saubermachen könnte sehr viel nützen.

Die Duo funktioniert nach einem anderen Prinzip wie die anderen oben aufgeführten Doppelbettmaschinen.

Sie braucht keine Gewichte. Wenn doch ein Anschlagskamm und Gewichte dabei sind, dann wurden die sicher als Zusatzzubehör oder zur Unterstützung genutzt oder haben primär gar nichts mir der Maschine zu tun.

Aber da müssten Dir jetzt die Duostricker nähere Auskünfte geben. (Bin ich nicht)

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Re: einfache Doppelbettmaschine (gerne älter)

Beitrag von waltraudnymphensittich » Mi Mär 08, 2017 09:38

Hallo Spinntantchen
Wie Du ja schon erwähnt hast ist dir auseinander nehmen und wieder zusammen bauen nichts Fremdes. So eine Generalreinigung ist schon wichtig.
Ich muß nur anmerken dass die Pfaff duo Maschine schon etwas schwerer läuft als die Brother
Und das Prinzip der Bedienung ist auch anders.
Kuck einfach mal wie andere Maschinen bei den Kleinanzeigen angeboten werden, rechne Deinen Aufwand ab und dann kannst Du ja ungefähr den Preis verhandeln, denn im Moment sind die alle ziemlich preisgünstig (und sogar in einwandfreiem Zustand)zu haben
Gruß
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Re: einfache Doppelbettmaschine (gerne älter)

Beitrag von heliosoph » Mi Mär 08, 2017 21:45

Hallo,

ich habe seit kurzer Zeit auch eine Pfaff Duo 80 und bin sehr zufrieden damit. Wenn du mit dem Handbuch übst (und alles exakt so machst wie dort beschrieben) kommst du gut voran. Die Bedienung ist auch meiner Sicht einfach und logisch. Das Handbuch gibts auch online. Aus meiner Sicht würde es sich lohnen, diese Maschine herzurichten. Etwas Rost auf dem Grundgestell kannst du aus meiner Sicht ignorieren, bei mir ist das auch unlackiertes Stahlblech. Im Internet gibts mehrere Videos wie man sie zerlegt. Die Reinigung der Nadelplatten, Nadeln und Stösser würde ich mit einem Ultraschallgerät probieren. Habe ich aber selbst noch nicht gemacht, deshalb habe ich da keine Erfahrung.

Viele Grüße

heliosoph

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Re: einfache Doppelbettmaschine (gerne älter)

Beitrag von mfischer » Do Mär 09, 2017 06:50

Guten Morgen,
zu Anschlagkämmen und Gewichten: Auf jeden Fall dazu nehmen und behalten. Der erste beschriebene Kamm scheint ein Teil eines echten Passap Gewichtskamms zu sein. Diesen hat Passap etwas verschämt dann doch hergestellt und verkauft, als die Praxis zeigte, dass das Versprechen, ganz ohne Gewichte stricken zu können, nicht stimmte. Diese Kämme sind relativ selten und wenn sie vollständig sind, gar nicht so billig. Der Singerkamm mit Gewichten zum Einhängen wurde sicher auch fleißig für diese Duo 80 verwendet. Den also auch behalten - ist sehr nützlich - und mit ihm kann man auch einen ganz bestimmten Anschlag machen, der mit dem Gewichtskamm sehr schlecht geht.
Allgemein würde ich für so eine schwergängige Maschine, inklusive Zubehör nicht mehr als 80 - 100 € bezahlen.
LG
Margrit

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Re: einfache Doppelbettmaschine (gerne älter)

Beitrag von spinntantchen » Do Mär 16, 2017 02:54

Ich war die letzte Zeit so beschäftigt, dass ich gar nicht dazugekommen bin, hier zu vermelden, wie die Sache ausgegangen ist.

Kurz nach meinem letzten Beitrag kam mein Bekannter vorbei und fragte, ob ich Lust hätte mitzugehen, er würde seine Oma jetzt besuchen. Wie sich rausstellte wohnt sie bei mir um die Ecke im betreuten Wohnen. Als wir dort ankamen, saß sie mit der Nähmaschine an ihrem kleinen Tisch. Wir tranken dann gemütlich Kaffee und sie meinte, dass diese Strickmaschine eigentlich ihre eine Tochter kriegen soll. Die Strickmaschine aus ihrem Haus ging an die erste Tochter und die Maschine aus dem Ferienhaus würde der anderen Tochter gehören. Deshalb wollte sie sie nicht abgeben.Wie sie dann erzählte, bessert sie sich ihr mageres Taschengeld damit auf, dass sie die Flickwäsche für das Heim und für andere Bewohner der Anlage macht. Dafür hatte sie sich eine Discounternähmaschine gekauft, mit der sie nun massig Probleme hatte. Deshalb hatte ich versprochen, die Tage mal bei Ihr vorbeizuschauen und ihr mit ihrer Nähmaschine zu helfen. Über die Strickmaschine machte ich mir gar keine Gedanken mehr, da sie auch sehr hohe Preisvorstellungen hatte, weil die Maschine für sie damals ja auch so teuer gewesen war, dass sie sehr lange darauf hat sparen müssen.

Als ich sie dann wieder besuchte, war sie nun plötzlich bereit, sich doch von der Strickmaschine zu trennen, aber so viel Geld hatte und wollte ich nicht dafür ausgeben. Also half ich ihr mit der Nähmaschine und verbrachte einen netten Vormittag.
Etwas später rief mein Kumpel an, ob ich nochmal bei seiner Oma vorbeischauen könne, ihre Nähmaschine würde wieder Ärger machen und sie wäre ganz aufgelöst. Als ich dann kam, war sie mächtig am Schimpfen über diese neumodischen Nähmaschinen, die nur dumm rumpiepsen, seltsame Fehlernummern anzeigen und sich nicht vernünftig einstellen lassen würden. Sie erzählte mir, dass sie sich so ärgern würde, dass sie sich hat überreden lassen, ihren Nähmaschinenschrank und ihre alte Nähmaschine auf den Sperrmüll zu stellen als sie hierhin gezogen ist. Und wie sehr sie ihrer Nähmaschine nachtrauere, die sich so einfach mit zwei drei Drehknöpfen wunderbar einstellen ließ ... Und da ich ja eine ganze Reihe alter mechanischen Nähmaschinen unter meinem Dach beherberge kamen wir auf einen Tauschhandel: Nähmaschine gegen Strickmaschine....

Wobei das Thema Singer Heimstricker auch noch nicht erledigt ist. Ich hatte letzte Woche nochmal ganz viel über Singer Strickmaschinen gelesen und werde weiter Ausschau halten, ob ich eine solche irgendwann einmal günstig sehe. Besonders angetan, haben mir die vielen Aussagen, dass die Singer nicht sehr wählerisch beim Garn ist. Ich habe ganz oft gelesen, dass hier Leute schrieben, dass wenn ein Garn auf einer Brother oder Pfaff Probleme macht, dass sie dann auf ihre Singer wechseln würden ...
(Naja und einen Orion Heimstrickapparat mit intakter Plexiglashalbkugel für das Garnknäul würde ich auch nicht von der Bettkante schubsen ...).

Bevor ich mich aber näher mit der Duo beschäftigen kann, muss ich jetzt erst mal meine Speicher/Handarbeitsraum so weit aufräumen, entrümpeln und mir dann irgendeine Regalkonstruktion einfallen lassen, in die alle meine Strickmaschinen reinpassen... Mal schauen, ob ich bis Ostern so weit komme ...

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