Grundsätzliche Fragen zur Maschenprobe - StriMa

Fragen, Probleme oder Tipps zur Handhabung deiner Strickmaschine
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mietzimaus
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Grundsätzliche Fragen zur Maschenprobe - StriMa

Beitrag von mietzimaus » Do Feb 28, 2019 00:48

Hallo,

ich stricke seit fast 40 Jahren von Hand, nein, stimmt nicht, die letzten 1,5 Jahre hab ich so gut wie nicht gestrickt (Golferellbogen).
Aus diesem Grund bin ich jetzt auf die Strickmaschine gekommen.

Die Theorie ist mir bekannt: ausreichend groß soll sie sein, im Muster des Projektes soll sie gearbeitet sein, die richtige Maschenweite / Stricknadelstärke sollte verwendet werden...

Meine eigentlichen Fragen jedoch habe ich auch über die Forensuche nicht in einer befriedigenden Zeit beantwortet bekommen 8-)

Auf der StriMa empfiehlt sich eine Maschenprobe (jaja, von Hand auch, ich habe in all den Jahren fast nie eine Maschenprobe gestrickt... meine Maschenprobe war halt bisher immer so breit wie das Strickstück und 30 cm hoch. Dann hab ich halt geribbelt...der Weg ist das Ziel :mrgreen: )

Nun habe ich heute meine erste Maschenprobe gestrickt: 60 M im Wickelanschlag, 20 R glatt, 2 R in Kontrastgarn, 30 R glatt, die 10. und 51. M mit Kontrastgarn markiert (dass ich genau 40M dazwischen habe), weitere 30 R glatt, 2 R in Kontrastgarn, 20 R glatt, MP abgeworfen.

Dann hab ich die Maschenprobe ein wenig geknautscht, diagonal gezogen, ausgeklopft (irgendwo in den letzten Tagen mal gelesen, dass sich so das Strickstück enspannt :ratlos: )

Aber was macht Ihr dann mit dem Läppchen? Klar, waschen, damit das Kleidungsstück ohne Passformverlust auch gewaschen werden kann (das spare ich mir aber mit der Maschenprobe, denn die ist erst einmal nur um Socken zu stricken).

Und dann :ratlos:
:arrow: Wegwerfen, sobald das Modell zusammengenäht ist?
:arrow: Eine Maschenprobe-Sofa-Decke zusammennähen (die komplett unförmimt ist, weil alle Läppchen unterschiedlich groß sind)?
:arrow: Aufheben, damit - wenn man mal wieder die gleiche Qualität kauft - eine erneute MP gespart werden kann?
:arrow: Aufheben, damit bei Löchern Ersatzgarn vorhanden ist?
:arrow: Aufribbeln, wickeln und noch einmal verstricken (wie bekomme ich denn dann das Garn wieder glatt)?

Strickt Ihr für jedes Paar Socken eine MP?

Ich hab jetzt einfach mal die Maschenweite mit in die MP hineincodiert, indem ich bei MW 6 über dem unteren Rand 6 M in Kontrastgarn markiert habe. Ich muss das aber noch ausfeilen: zwischen zwei MW gibt es ja noch zwei Zwischeneinstellungen, wie würdet Ihr das markieren???
♡liche Grüße aus Lummerland
sendet Euch mietzimaus ☆

Die Strickschmiede
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Re: Grundsätzliche Fragen zur Maschenprobe - StriMa

Beitrag von Die Strickschmiede » Do Feb 28, 2019 07:01

Guten Morgen Mietzimaus,

jaja, die leidige Maschenprobe, die einem jedoch viel Zusatzarbeit erspart :D
Prinzipiell hast du alles aufgezählt, was wie warum zu tun ist. Bei Mustern, die dazu neigen beim tragen länger und/oder breiter zu werden (Patent, Fangmuster...) sollte sie besser größer sein, damit diese Eigenart einigermaßen mitgerechnet werden kann.
Ich markiere nicht und zähle nicht aus, da ich mich beim Auszählen (vor allem bei dunkler Wolle) schlicht zu oft vertue: ich weiß ja wieviele Maschen und Reihen ich gestrickt habe, also Messe ich das ganze Stück aus und berechne dann - Dreisatz braucht man ja sowieso.

Wenn die Mapros ein aufwändigeres Muster haben bewahre ich sie in einem Album auf: ich notiere dazu alle Einstellungen an der Maschine, welche Wolle (Lauflänge, Farbe/Farbnummer/Zusammensetzung/Hersteller), sowie die Maße.
Das hilft mir als Referenz zum einen, und zum anderen, um ‚in echt‘ das Muster zu sehen und dessen Haptik zu spüren, da Fotos der Muster oft nicht so dolle sind.

Ich persönlich mache bei Socken keine Maschenprobe, stricke sie aber auch immer mit ‚Standard‘-Wolle (400-420m/100g), sodass das prinzipiell immer hinhaut mit der Größe und Passform. Sinn macht es natürlich bei Socken für Füße mit zB hohem Rist, besonders schmalen/breiten Füßen, kräftigen/dünnen Beinen oder Waden.

Zum markieren der MG auf der Mapro hänge ich im unteren oder oberen Bereich die entsprechende Maschenzahl um, sodass ein Lochmuster entsteht, an dem ich das dann ablesen kann.
Bei MG 5 also (vom Rand aus) die 2., 4., 6., 8. und 10. jeweils auf die linke Nachbarmasche hängen, leere Nadeln in Arbeit lassen, weiterstricken - das ergibt ein kleines Lochmuster, das sich gut ablesen lässt (bei glatt rechts oder rechts/rechts).
Bei anderen Mustern, bei denen das aufgrund der Nadeleinteilung nicht möglich ist, notiere ich es und hefte es an die Mapro.

viele Grüsse
Kirsten
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Re: Grundsätzliche Fragen zur Maschenprobe - StriMa

Beitrag von Michaela » Do Feb 28, 2019 08:52

Hallo, Mietzimaus,

so systematisch, wie Kirsten mache ich es nicht, weil ich bisher seeeehr selten die gleiche Wollmarke verstrickt habe, bis auf ein paar Standards, wie Shetland Garne, Islandwolle oder Sockenwolle.
Wenn es relevant ist (Kleidung mit Passform), mache ich bei jedem Strickstück eine neue Maschenprobe.

Ich codiere mit Löchern durch Umhängen in der dritten oder fünften Reihe, Maschenweite 7 mit zwei Punkten sieht dann so aus:
sieben Löcher, sechs Maschen Abstand, zwei Löcher

MW4, ein Punkt
vier Löcher, sechs Maschen Abstand, ein Loch

Bei Mustern stricke ich zuerst ein paar Reihen in Kontrast, da codiere ich hinein.

Deine Fragen:
:arrow: Wegwerfen, sobald das Modell zusammengenäht ist?
Ungefähr 95% meiner Sachen gehen aus dem Haus. Bei Kleidung bekommen die neuen Besitzer etwas Garn mit, falls was zu nähen wäre.
:arrow: Eine Maschenprobe-Sofa-Decke zusammennähen (die komplett unförmimt ist, weil alle Läppchen unterschiedlich groß sind)?
Nee, das gefällt mir genausowenig wie dir. Ich trenne die Mapro auf und nehme das Garn entweder als Kontrastgarn oder arbeite es in meine Charity-Decken ein. Mittlerweile habe ich dafür so viele Muster entwickelt, dass es nicht auffällt, dass die Decken teilweise aus 10-15 verschiedenen Garnen gearbeitet sind.
:arrow: Aufheben, damit - wenn man mal wieder die gleiche Qualität kauft - eine erneute MP gespart werden kann?
Wenn ich die gleiche Qualität wieder kaufe, mache ich meist ein Projekt mit anderem Muster, insofern nutzt mir die alte MaPro nichts.
Ich notiere mir aber, ob die MaPro nach dem Waschen in die Länge oder in die Breite gegangen ist. Und - das ist aber kein Verdienst - ich habe ein gutes Gedächtnis und eine gute Erinnerung an Haptik oder Wollverhalten, wenn ich wieder etwas ähnliches in der Hand habe. Macht vermutlich die Erfahrung.
:arrow: Aufheben, damit bei Löchern Ersatzgarn vorhanden ist?
Nein. Wie oben beschrieben, gehen die meisten Sachen außer Haus, und ich bin ein Fan von Visible Mending, also Stopfen als Design :arrow: https://visiblemending.com/, https://www.instagram.com/explore/tags/stopfen/, https://www.instagram.com/explore/tags/visiblemending/
:arrow: Aufribbeln, wickeln und noch einmal verstricken (wie bekomme ich denn dann das Garn wieder glatt)?
Da gibt es viele Möglichkeiten:
  • Auf Strang wickeln, nass machen, ausdrücken, aufhängen. Ich hänge einen Kleiderbügel dran, der ist nicht zu schwer, strafft aber ein wenig.
  • Kleine Mengen kann man um eine Flasche wickeln, anfeuchten, trocknen lassen.
  • Um ein Holzbrett wickeln und mit Dampf aus dem Bügeleisen entkräuseln oder über einem dampfenden Kochtopf
  • Um Stuhlbeine (oder eine Haspel) wickeln, mit Sprühflasche anfeuchten und trocknen lassen
Viele Grüße - Michaela
Mein Blog http://www.lanarta.de
Ravelry-Projekte http://www.ravelry.com/projects/LanArta
Die Reife eines Menschen zeigt sich am deutlichsten an dem Dienst, den er in der Gemeinschaft leistet (Pedro Arrupe)

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Re: Grundsätzliche Fragen zur Maschenprobe - StriMa

Beitrag von beate » Do Feb 28, 2019 11:24

Hallo Mitzimaus, hilft das vielleicht:

http://www.strickmoden.de/stricktipps/maschenprobe.html

Liebe Grüße von Beate

mietzimaus
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Re: Grundsätzliche Fragen zur Maschenprobe - StriMa

Beitrag von mietzimaus » Do Feb 28, 2019 12:29

Hallo ihr Lieben,

vielen Dank für Eure Antworten. Das Codieren, wie Ihr beiden das macht, ist natürlich viel einfacher, als mit einem Kontrastfaden im Maschenstich draufzunähen *handvordieStirnklatsch*, das werde ich direkt mopsen :mrgreen:

Natürlich ist es auch eine tolle Idee, ein Musterbuch selber zu machen, auch diese Idee werde ich übernehmen. Und dann könnte ich ja mit der Lochmuster-Codierung auch noch die Lochkartennummer codieren :mrgreen:

Und danke für die Hinweise, wie man geribbeltes Garn wieder strickfähig bekommt :-) Also werde ich mir doch eine Haspel kaufen / bauen.

@beate: ich glaube, das war sogar die Seite, wo ich meine Informationen über die Maschenprobe gelesen hatte, nur hab ich wohl das Codieren der MW mit Hilfe von Lochmuster überlesen/nicht abgespeichert. Jedenfalls hab ich den Link für den Grobi auch noch gelesen und weiß, wie ich jetzt mit dem noch vorhandenen Konengarn verfahre...

Da leider mein Wollwickler nichts taugt, habe ich mir den von meiner Mama geliehen. Den möchte sie aber wieder haben. Momentan gehe ich dazu über, auf Plastik - wo möglich - zu verzichten. Natürlich entsorge ich kein Plastik, wo es vorhanden und noch nutzbar ist, aber Neuanschaffungen möchte ich schon wertiger tätigen.

Nun suche ich seit einigen Tagen einen Wollwickler aus Holz und bin gestern auf ein Bild mit Maßangaben für einen selbstgebauten Wollwickler aus Holz gestolpert. Gebaut hat ihn eine junge Dame aus Rumänien https://nuageknitwear.blogspot.com/2013 ... inder.html. https://nuageknitwear.blogspot.com/2014 ... sited.html

Ich denke, ich werde vielleicht auch das Experiment starten, will aber noch meinen Mann mit ins Boot holen (der mit Holz eigentlich nichts am Hut hat :%-(|): ) Wenn das nicht hinhaut, möchte ich den Wollwickler von Yllep aus Estland bestellen http://yllepshandicrafts.blogspot.com/2 ... model.html, hat mit dem schon jemand Erfahrungen?
♡liche Grüße aus Lummerland
sendet Euch mietzimaus ☆

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Re: Grundsätzliche Fragen zur Maschenprobe - StriMa

Beitrag von mietzimaus » Fr Mär 08, 2019 18:16

Michaela hat geschrieben:
Do Feb 28, 2019 08:52
Auf Strang wickeln, nass machen, ausdrücken, aufhängen. Ich hänge einen Kleiderbügel dran, der ist nicht zu schwer, strafft aber ein wenig.
gesagt, getan: ich habe mir über ebay-KA eine richtig alte Holz-Haspel für 15€ gekauft, die ist echt knuffig.

Heute das Garn geribbelt - denn ich hatte schon Wolle für mein Projekt von Hand verstrickt, wenn ich drauf angewiesen bin, nehme ich das für dIe Jacke, sollte es übrig bleiben (wovon ich momentan bei knapp 3800m Garn ausgehe) werden passende Socken, Arm und Beinstulpen und eine Mütze daraus genadelt

;-)
♡liche Grüße aus Lummerland
sendet Euch mietzimaus ☆

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