Lochkarten-Fangpatent

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Manon
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Lochkarten-Fangpatent

Beitrag von Manon » Di Jan 07, 2020 13:57

Allen Strickerinnen und Strickern wünsche ich ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr.

Letztes Jahr habe ich nur einen Pullover gestrickt, ich hoffe, daß dieses Jahr nicht so viele Probleme bringt, wie das Letzte.
Nachdem ich mal wieder hier reingeschaut habe, bekam ich Lust, zumal ich Urlaub habe, einen Üulli zu stricken.

Es sollte ein Fangpatent werden und zur Übung (ich hatte bisher nur einmal diese Strickart mit einem Synthetik-Perlgarn verstrickt ohne Probleme ) mit einer Opal-Wolle 420m/100g.
Ich begann mit Karte Nr 7 J (im KH 860_Buch abgebildet) und danach mit Karte 6 G. MW zuerst 7, danach 6.
Ich hatte nicht in Erinnerung, daß die gefangenen Fäden so locker sind und sogar hochstehen. Mit äußerster Vorsicht strickite ich dann einige MaPro ohne daß der Schlitten sich festfuhr.Bei MW 6 war es etwas besser, aber ich traue dem Frieden nicht.
Dazu kam noch, daß das Garn einen ganz dünnen Faden , offensichtlich von den 25% Polyamid, über das Maschengitter "warf".
Da kam denn auch die Angst hoch, daß beim Stricken von größeren Teilen Probleme entstehen könnten.
Gewichte hatte ich genug dran, am DB-Kamm und 3 Klappgewichte oben.

Was sagen die erfahrenen Fangatent-Strickerinnen ?

Gut strick, Manon
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Kerstin
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Re: Lochkarten-Fangpatent

Beitrag von Kerstin » Mi Jan 08, 2020 10:22

Hallo Manon,

Fangmuster würde ich immer mit so viel Gewicht stricken, dass die Fangfäden nicht hochkommen. Wenn du einen Pullover mit einem DB-Bündchen startest, lass auf jeden Fall den DB-Kamm drin und hänge entsprechend Gewichte dran.

Schau bitte außerdem mal auf die Unterseite des Abstreifers. Da sind zwei Paar Rädchen. Das mittlere Paar ist beweglich. Normalerweise steht es so wie hier:
abstreifer-normal.jpg
abstreifer-normal.jpg (57.21 KiB) 496 mal betrachtet

Für Fangmuster schiebt man diese Rädchen mit einer Art Vierteldrehung nach außen in Richtung Nadelbett:
abstreifer-fang.jpg
abstreifer-fang.jpg (55.11 KiB) 496 mal betrachtet
Dann helfen sie, dass Maschen und Fangfäden nicht abhanden kommen. Die kleinen mittleren Bleche sind dann senkrecht und nicht schräg, wie im oberen Bild.

Übrigens ist Lochkarte 6 in der Übersicht, die ich finden konnte, für Norwegertechnik gedacht, nicht aber für Tuck bzw. Fangmuster. Bei Fangmustern muss neben jedem ungelochten Feld ein gelochtes sein, sonst gibt es Faden-Chaos.

Zahlreiche Grüße
Kerstin
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Re: Lochkarten-Fangpatent

Beitrag von Manon » Mi Jan 08, 2020 13:26

Hallo Kerstin,
vielen Dank für Deine Antwort. Die Sache mit "nur eine Leermasche zum Fangen" hat mir sehr geholfen, alles Andere stimmte schon. Dadurch habe ich gesehen, daß das wohl nicht die entsprechende Karte war, sie war auch nicht in der Übersicht unter Fangpatent, wie Du schon erwähntest,aufgeführt, sondern nur unter Norweger. Des Rätsels Lösung: Karte 6 G ist nicht identisch mit Karte 6 J ! Meistens sind sie es ja, manchmal mit einer anderen Nummer, aber das gleiche Muster. Leider gab es für die G-Serie (ist für die KH 840) keine Lochkarten, dafür aber für die D-Serie (KH 830 + 835) und siehe da: die 6 D ist identisch mit meiner 6 G! Die Übersicht bei D gab sie aber auch für Fangpatent an, obwohl in einer Reihe neben einer freien Masche auch 2 freie Maschen auftauchen. Die Karte ist identisch mit meiner und es ging ja auch, aber ich wollte doch sicher sein. Nun habe ich 2 Optionen: entweder stricke ich noch eine MaPro mit großen Tonnen bei 60 M (DB-Kamm natürlich + 3 Kippgewichte ) oder ich gehe auf Nummer ganz sicher und stricke Muster 7 J, die hat wirklich nur Einzelnadeln zum Fangen.
Was würdest Du mir raten ?
Gut strick, Manon
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Re: Lochkarten-Fangpatent

Beitrag von Kerstin » Mi Jan 08, 2020 19:46

Hallo Manon,

ich fürchte, das kann ich nicht für dich entscheiden. Am besten gehst du nach deinem eigenen Gefühl. :-)

Zahlreiche Grüße
Kerstin
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Re: Lochkarten-Fangpatent

Beitrag von Manon » Mi Jan 08, 2020 21:54

Hallo Kerstin,
mit der Karte nr. 7 J hat es zwar viel besser geklappt, aber dieser dünne Faden aus Polyamid am Rand links und rechts trat wieder auf, zwar nur 2-mal während der MaPro, aber immerhin. Vielleicht sollte ich nur glatt rechts stricken, um dieses Symptom zu minimieren. Bei glatt rechts kann man diese Maschen durch Hochheben auch leichter eliminieren, ohne daß Fangmaschen purzeln-
Eigentlich sollte der Pulli schon fertig sein und ich schlage mich noch mit MaPros herum.
Gut strick, Manon
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Re: Lochkarten-Fangpatent

Beitrag von eve » Sa Jan 11, 2020 10:39

Hallo Manon

Ich bin zwar keine erfahrene Fangpatent-Strickerin, aber habe im Moment ein solches Projekt am laufen und schon einiges durchprobiert.

Mir ist nicht ganz klar, ob Du beim Stricken beide Betten in Betrieb hast oder nicht - und vielleicht hat sich das Problem inzwischen ja schon erledigt, aber ich schreibe Dir mal, wie es bei mir schliesslich funktioniert hat.

Ich arbeite auf einer Brother KH 860 mit KR 850. Beim Garn handelt es sich um „Lang Merino 400 Lace“ (Lauflänge ca. 800m/100g). Die Lochkarte ist selbstgelocht. Und eben als "tuck-stitch" (beide Tuck-Tasten, deutsch Fangmuster).

Da es sich bei meinem Muster um ein 3-Farben-Fangmuster handelt, und ich nur einen Doppelbett-Farbwechsler besitze, stricke ich das Muster mit anmontiertem Doppelbett, aber dieses ist funktionslos ganz nach unten abgesenkt.
Dadurch ist ja dann der Doppelbett-Verbindungsbügel am Strickschlitten und das Verstellen der Gummiräder entfällt.

Ich habe auf dem Hauptbett die Feinstrickleiste eingeschoben und habe die Maschenprobe über 60 Maschen gestrickt. Eingehängt war dabei der kurze Doppelbettkamm und 4 Krallengewichte im Gestrick, die ich ab und zu wieder nachgehängt habe. Maschenweite war bei mir 2.

Für ein sauberes Abarbeiten der Randmaschen musste ich die Randmaschensicherungen aufstecken.
Zusätzlich musste ich bei jeder Reihe gegebenenfalls das Gestrick, dass in manchen Bereichen nicht immer ganz hinten am Nadelgitter anlag von Hand nach hinten schieben - sonst gab es bei der nächsten Reihe in dem Bereich nicht sauber abgestrickte Nadeln.

Mit diesem Aufbau hat es bei mir aber dann bei der Maschenprobe über rund 90 Reihen ohne Probleme geklappt und das definitive Strickteil wird wohl in den nächsten Tagen in Arbeit gehen.

Mit denselben Einstellungen aber Maschenweite 3 habe ich die Ärmel mit einer anderen Lochkarte und zwei verschiedenen Farben in der Einstellung "slip-stitch" (beide Part-Tasten, deutsch Vorlegemuster?) schon erfolgreich fertig gestrickt.

Vielleicht helfen Dir oder jemand anderem diese Information ja weiter.

Herzliche Grüsse
eve

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