Ein Hoch auf die Maschenproben!

Für Fragen zu: Entwerfen, Formgebung, eigene Designs, Gestaltung
lisbeth
Mitglied
Beiträge: 469
Registriert: Di Apr 04, 2006 10:00
Wohnort: 586**
Hat sich bedankt: 66 Mal
Danksagung erhalten: 58 Mal

Ein Hoch auf die Maschenproben!

Beitrag von lisbeth » Sa Feb 20, 2016 10:55

Guten Morgen zusammen!

Eines meiner Lieblingsthemen im Zusammenhang mit Stricken ist ja bekanntlich das sorgfältige Berechnen.
Eine Maschenprobe halte ich dabei für unerlässlich. Sie gehört zum kleinen Einmaleins - das kann man drehen und wenden, wie man will.

Natürlich kann man auch ohne Maschenprobe stricken, wird ja täglich bei Ravelry vorgemacht:
Man nimmt eine Anleitung, strickt genau mit dem vorgegebenen Material und der vorgegebenen Nadelstärke, strickt dabei genauso fest oder locker wie die Designerin - und ist dann großzügig in der Bewertung seines eigenen Gestricks.

Aber alle Produkte, die darüber hinaus gehen, erfordern m.E. eine sauber angefertigte Maschenprobe. Wie das geht, erkläre ich immer wieder gern - es ist kein Hexenwerk und gibt ein zufriedenes Gefühl!

Irgendjemand, der/die mich eines Besseren belehrt?

Liebe Grüße Lisbeth, ruft immer mal in regelmäßigen Abständen "Maschenprobe!" (so wie der Engel auf dem Weihnachtsbaum bei Böll "Frieden!" ruft...)
"Auch durch Fehler können - wenn sie regelmäßig gemacht werden - schöne neue Muster entstehen!"

Mallory
Mitglied
Beiträge: 597
Registriert: So Jan 29, 2006 11:08
Wohnort: Nähe Fulda
Hat sich bedankt: 9 Mal
Danksagung erhalten: 56 Mal
Kontaktdaten:

Re: Ein Hoch auf die Maschenproben!

Beitrag von Mallory » Sa Feb 20, 2016 12:03

Ich kenne eine Strickart, bei der man keine Maschenprobe braucht: die Modulartechnik (Topflappen oder ähnliche Bausteine).
Da ist das erste Modul die Maschenprobe; gefällt das Strickbild, strickt man das nächste Modul einfach dran und so weiter, bis die gewünschte Größe erreicht ist (zwischendurch nassmachen und liegend trocknen lassen ist ratsam, besonders bei kraus rechts gestrickten Modulen).

Und dann bleibt für Maschenprobenhasser noch die Tücher-Option. :-)

lisbeth
Mitglied
Beiträge: 469
Registriert: Di Apr 04, 2006 10:00
Wohnort: 586**
Hat sich bedankt: 66 Mal
Danksagung erhalten: 58 Mal

Re: Ein Hoch auf die Maschenproben!

Beitrag von lisbeth » Sa Feb 20, 2016 12:07

Na ja, das ist ja eine Definitionsfrage: wenn das erste Modul gleichzeitig als Maschenprobe dient, ist es dann eine Maschenprobe?
Gelegentlich stricke ich Ärmel als Maschenprobe, wenn's nicht auf einen halben Zentimeter ankommt und ich weiß, was ich tun will.
Aber letztendlich müssen wir irgendeinen Mess-Vergleich haben, ne?
Liebe Grüße Lisbeth, noch nicht überzeugt
"Auch durch Fehler können - wenn sie regelmäßig gemacht werden - schöne neue Muster entstehen!"

Irene Winter
Mitglied
Beiträge: 843
Registriert: Mo Jan 29, 2007 16:19
Wohnort: Bay. Wald
Hat sich bedankt: 13 Mal
Danksagung erhalten: 159 Mal

Re: Ein Hoch auf die Maschenproben!

Beitrag von Irene Winter » Sa Feb 20, 2016 12:48

Hallo Lisbeth,
und es geht doch:
Man kaufe eine Tüte Hundekuchen,
renne mit dem Strickzeug und dem Knäuel unter dem Arm hinter dem Hund her und halte alle halbe Stunde an, ob das Design auch nicht zwickt, und beruhige mit einem Leckerli.
Ob der Hund die Hängelage an der Strickmaschine verträgt, und welche Leckerlis sich dafür eignen, habe ich nicht ausprobiert, ich habe nämlich keinen Hund.
Liebe Grüße

Uschi58
Mitglied
Beiträge: 403
Registriert: Mi Mär 07, 2012 14:31
Strickmaschine: Brother KH-930 mit KR 850 und Simet Strickmaschinenmotor
Hat sich bedankt: 82 Mal
Danksagung erhalten: 89 Mal

Re: Ein Hoch auf die Maschenproben!

Beitrag von Uschi58 » Sa Feb 20, 2016 13:08

Hallo Lisbeth,

ohne Maschenprobe geht es meiner Meinung nach auch nicht. Man riskiert ein "zu lang, zu kurz, zu eng, zu weit" gegen ein "passt perfekt". So gerechnet eine Quote von 1:4 dass es nicht passt. :mrgreen: Wenn man noch zu "löchrig" oder zu fest hinzunimmt ist die Quote schon 1:6 :lol:

Viel blöder ist aber der Frust, dass es mit Maschenprobe in seltenen Fällen auch nicht geht. :lol: Dass die Maße trotz Maschenprobe nicht perfekt geworden sind, weill man vielleicht die Körpermaße doch nicht so perfekt abgenommen hat, die Maschenprobe zu sehr gedämpft, durch Gewichte gedehnt hat. Das ist mir leider auch schon passiert. :wink:
Gruß
Uschi

(fast) reine Maschinenstrickerin auf Brother KH-930 mit Doppelbett und Simet-Motor, KH-892 mit Doppelbett, DK 7

Michaela
Moderierendes Mitglied
Beiträge: 5314
Registriert: Di Feb 15, 2005 21:50
Strickmaschine: KH 830 + KR 850, SK840
Wohnort: Südschwarzwald
Hat sich bedankt: 266 Mal
Danksagung erhalten: 335 Mal
Kontaktdaten:

Re: Ein Hoch auf die Maschenproben!

Beitrag von Michaela » Sa Feb 20, 2016 17:03

Die Maschenprobe - ich bin ein Fan davon, siehe
hier http://lanarta.de/nehmt-dies-maschenproben-veraechter/
hier http://lanarta.de/maschenprobe-thema-mit-variationen/
hier http://lanarta.de/der-evergreen-die-maschenprobe/
sollte auch auf derselben Nadel gestrickt sein, die man hinterher auch verwendet.
Ich habe früher oftmals die Maschenprobe mit Spielnadeln gestrickt und das Strickstück dann mit Rundnadeln.
Man glaubt es nicht, aber es macht was aus.
Darüber, und über ein weiteres Phänomen, warum das Strickstück nachher anders aussieht, werde ich bei einem meiner nächsten Blogbeiträge berichten.

Lisbeth, die Böll-Geschichte war definitiv metaphorisch gemeint und bezog sich ursprünglich auf die Maschenprobe.
Die arme Frau, für die immerzu Weihnachten gefeiert werden musste hatte sicher einmal keine Maschenprobe gemacht und erlitt durch das missratene Strickstück ein ewiges Trauma. Seither machte sie allabendlich eine Maschenprobe und nervte die Familie damit, dass sie zwar unzählige Maschenproben hatte, jedoch kein Strickstück mehr zustande brachte.

Böll hat das Dilemma messerscharf erkannt und in die Weihnachtsgeschichte umgemünzt. Ich erinnere mich noch gut, wie Heinrich Böll in Mutlangen protestierend saß, umgeben von Strickenden.
Viele Grüße - Michaela
Mein Blog http://www.lanarta.de
Ravelry-Projekte http://www.ravelry.com/projects/LanArta
Die Reife eines Menschen zeigt sich am deutlichsten an dem Dienst, den er in der Gemeinschaft leistet (Pedro Arrupe)

lisbeth
Mitglied
Beiträge: 469
Registriert: Di Apr 04, 2006 10:00
Wohnort: 586**
Hat sich bedankt: 66 Mal
Danksagung erhalten: 58 Mal

Re: Ein Hoch auf die Maschenproben!

Beitrag von lisbeth » Sa Feb 20, 2016 17:12

Soooo hatte ich Böll noch nie interpretiert... Hätte mir das doch jemand früher schon erklärt! :D

Liebe Grüße Lisbeth
"Auch durch Fehler können - wenn sie regelmäßig gemacht werden - schöne neue Muster entstehen!"

Michaela
Moderierendes Mitglied
Beiträge: 5314
Registriert: Di Feb 15, 2005 21:50
Strickmaschine: KH 830 + KR 850, SK840
Wohnort: Südschwarzwald
Hat sich bedankt: 266 Mal
Danksagung erhalten: 335 Mal
Kontaktdaten:

Re: Ein Hoch auf die Maschenproben!

Beitrag von Michaela » Sa Feb 20, 2016 18:09

In der Malerei gibt es ja häufig ein Bild über dem eigentlichen Bild. Oftmals war das Original nicht dem Mainstream entsprechend oder zeigte ein böses Geheimnis. Oder war dem herkömmlichen Betrachter wegen Anstößigkeit politischer oder sexueller Art nicht zuzumuten. Daher wurden die Originale oft mit Motiven übermalt, die dem Betrachter eingängiger und leichter verständlich waren.

So auch in der Böll-Geschichte. Es gab kaum eine Familie, in der Angehörige durch enthusiastisch aber nicht passformgerecht gestrickte Kleidung gepeinigt wurden. Planmäßiger evasiver Umgang mit der Maschenprobe führte zu einem weit verbreiteten Auftreten eines Syndroms, das jedoch gern unter den Teppich gekehrt wurde. Welche Familie wollte schon zugeben, dass ein Mitglied unter einer Verhaltensauffälligkeit infolge vermiedener Maschenprobe litt?
Daher "übermalte" Heinrich Böll dieses Phänomen mit der Weihnachtsgeschichte, bei der der Verfall des Familienzusammenhalts deutlich wird.
Böll wurde bei der Ursprungsgeschichte mit der Maschenprobe vorgeworfen, er verunglimpfe das deutsche Gemüt, woraufhin er beschloss, die Geschichte mit dem Weihnachtsmotiv zu kaschieren. Ich finde, das ist ihm gut gelungen. Insbesondere die Repetitio des Geschehens, also die unablässige Wiederholung charakterisiert sowohl die Verweigerung der Maschenprobe als auch den täglichen Weihnachtsabend. Die Parallelität ist so augenfällig, dass es verwundert, sie nicht in den allfälligen Literaturkritiken wieder zu finden. Man darf sich fragen, ob der Maschenprobe auch heute noch das Stigma der Tortur und des Grauens anhaftet.
Viele Grüße - Michaela
Mein Blog http://www.lanarta.de
Ravelry-Projekte http://www.ravelry.com/projects/LanArta
Die Reife eines Menschen zeigt sich am deutlichsten an dem Dienst, den er in der Gemeinschaft leistet (Pedro Arrupe)

Kerstin
zuständig für theoretisches Stricken
Beiträge: 5615
Registriert: Sa Feb 05, 2005 14:40
Strickmaschine: Brother KH 965 mit KR 850,
Brother KH 270 mit KR 260,
Brother KX 350
DesignaKnit 8
Hat sich bedankt: 69 Mal
Danksagung erhalten: 623 Mal
Kontaktdaten:

Re: Ein Hoch auf die Maschenproben!

Beitrag von Kerstin » So Feb 21, 2016 09:29

Mich fasziniert bei Nicht-Maschenproben-Macherinnen ja immer dieses Vorgehen:
Sie schlagen an, sie stellen fest, dass es zu eng oder zu weit wird, und sie ribbeln. Sie messen aber ihren zu engen/zu weiten Anfang nicht aus, um auf diese Weise wenigstens halbwegs so etwas wie eine Maschenprobe zu ermitteln. Stattdessen fangen sie aufs Geratewohl neu an, um dann wieder falsch zu liegen, diesmal in der anderen Richtung. Das kann man dann ad infinitum fortsetzen; mit Glück nähert man sich einer guten Passform, erreicht sie jedoch nie.
Ich bin mir nicht sicher, ob das eine Strick-Variante des Dada ist, oder ob es sich dabei um eine gestrickte Version einer Iteration oder asymptotischen Annäherung handelt.

Ich habe übrigens auch schon halbe Rückenteile aufgezogen.
Allerdings erst nach dem Messen. :-P
Selbst wenn ich sehr wütend war. :mrgreen:

Zahlreiche Grüße
Kerstin
KH 965 mit KR 850 und KG 95, KH 270 mit KR 260, DesignaKnit-abhängig ;-)
-----
Give me a fish, and I eat for today. Teach me to fish, and I eat for a lifetime.
http://www.strickforum.de/blog - http://www.strickmoden.de

Michaela
Moderierendes Mitglied
Beiträge: 5314
Registriert: Di Feb 15, 2005 21:50
Strickmaschine: KH 830 + KR 850, SK840
Wohnort: Südschwarzwald
Hat sich bedankt: 266 Mal
Danksagung erhalten: 335 Mal
Kontaktdaten:

Re: Ein Hoch auf die Maschenproben!

Beitrag von Michaela » So Feb 21, 2016 13:47

ob das eine Strick-Variante des Dada ist
Ich war bisher der Auffassung, Dada ist mit Absicht gemacht :wink:
Viele Grüße - Michaela
Mein Blog http://www.lanarta.de
Ravelry-Projekte http://www.ravelry.com/projects/LanArta
Die Reife eines Menschen zeigt sich am deutlichsten an dem Dienst, den er in der Gemeinschaft leistet (Pedro Arrupe)

lisbeth
Mitglied
Beiträge: 469
Registriert: Di Apr 04, 2006 10:00
Wohnort: 586**
Hat sich bedankt: 66 Mal
Danksagung erhalten: 58 Mal

Re: Ein Hoch auf die Maschenproben!

Beitrag von lisbeth » So Feb 21, 2016 14:00

Moment mal: meint ihr also, alle Ereignisse in der Welt der Kunst, der Politik, der Wissenschaft beruhen auf misslungenen oder nicht angefertigten Maschenproben?
Wissen die Verantwortlichen um ihre Macht mithilfe ordentlicher Maschenproben? Weiss es die UNO?
Ein völlig neues Feld...

Liebe Grüße Lisbeth, kommt zwischendurch zum Thema zurück:

es gibt einen ausführlichen Lehrgang zum Anfertigen von Maschenproben!
"Auch durch Fehler können - wenn sie regelmäßig gemacht werden - schöne neue Muster entstehen!"

mero-lugaa
Mitglied
Beiträge: 1038
Registriert: Di Nov 25, 2008 09:16
Strickmaschine: Brother KH 940, KH950i, KR 850, KHC 820, KHC 840, KA 8300, KL 116, KG 93, KE100
Hat sich bedankt: 17 Mal
Danksagung erhalten: 79 Mal
Kontaktdaten:

Re: Ein Hoch auf die Maschenproben!

Beitrag von mero-lugaa » So Feb 21, 2016 15:24

Kerstin hat geschrieben:Mich fasziniert bei Nicht-Maschenproben-Macherinnen ja immer dieses Vorgehen:
Sie schlagen an, sie stellen fest, dass es zu eng oder zu weit wird, und sie ribbeln. Sie messen aber ihren zu engen/zu weiten Anfang nicht aus, um auf diese Weise wenigstens halbwegs so etwas wie eine Maschenprobe zu ermitteln. Stattdessen fangen sie aufs Geratewohl neu an, um dann wieder falsch zu liegen, diesmal in der anderen Richtung. Das kann man dann ad infinitum fortsetzen; mit Glück nähert man sich einer guten Passform, erreicht sie jedoch nie.
Nennt man so etwas nicht Intervallschachtelung? Da wird der Dreisatz übersprungen und man steigt direkt in die höhere Mathematik ein. :lol:
Liebe Grüße,
Petra

Brother KH 940, KH 950i, KR 850, KHC 820, KRC 840, KA 8300, KL 116, KG 93, KE100
Wenn ich gerade nicht stricke, dann nähe oder häkle ich!
http://www.ravelry.com/projects/mero-lugaa

Kerstin
zuständig für theoretisches Stricken
Beiträge: 5615
Registriert: Sa Feb 05, 2005 14:40
Strickmaschine: Brother KH 965 mit KR 850,
Brother KH 270 mit KR 260,
Brother KX 350
DesignaKnit 8
Hat sich bedankt: 69 Mal
Danksagung erhalten: 623 Mal
Kontaktdaten:

Re: Ein Hoch auf die Maschenproben!

Beitrag von Kerstin » So Feb 21, 2016 15:41

Michaela hat geschrieben:Ich war bisher der Auffassung, Dada ist mit Absicht gemacht :wink:
Ja, natürlich! Maschenproben werden doch absichtlich nicht gemacht.
Dass Strickerinnen ihre Maschenproben versehentlich nicht machen und dadurch zum Iterieren gezwungen werden, ist für mich nicht glaubhaft und wäre nicht Dada.

Zahlreiche Grüße
Kerstin
KH 965 mit KR 850 und KG 95, KH 270 mit KR 260, DesignaKnit-abhängig ;-)
-----
Give me a fish, and I eat for today. Teach me to fish, and I eat for a lifetime.
http://www.strickforum.de/blog - http://www.strickmoden.de

strick-ela
Mitglied
Beiträge: 6
Registriert: Do Feb 18, 2016 20:20
Wohnort: Oeversee
Hat sich bedankt: 1 Mal
Kontaktdaten:

Re: Ein Hoch auf die Maschenproben!

Beitrag von strick-ela » So Feb 21, 2016 16:30

ich schreibe selber auch Strickanleitungen und dafür brauchte man auch keine Maschenprobe. Kleider sind zur Zeit im Vordergrund bei mir. Man kann sie in allen Größen nachstricken, alles ohne Maschenprobe. Jetzt gerae habe ich eine Strickjacke auf der Nadel, ebenfalls ohne MAschenprobe.

lisbeth
Mitglied
Beiträge: 469
Registriert: Di Apr 04, 2006 10:00
Wohnort: 586**
Hat sich bedankt: 66 Mal
Danksagung erhalten: 58 Mal

Re: Ein Hoch auf die Maschenproben!

Beitrag von lisbeth » So Feb 21, 2016 17:00

Ja, das las ich kürzlich - begründet hiermit:
Da ich mich bei der Maschenprobe sehr häufig verzählt bzw verrechnet habe
gefolgt von:
Natürlich ist eine Maschenprobe nicht immer unumgänglich, aber auch daran arbeite ich gerade.
Meine Kampagne für Maschenproben will genau deshalb die Welt ein bisschen schöner machen.
Versuch's mal - so schwer ist es nicht.
Liebe Grüße Lisbeth
"Auch durch Fehler können - wenn sie regelmäßig gemacht werden - schöne neue Muster entstehen!"

Basteline
Mitglied
Beiträge: 414
Registriert: Sa Apr 17, 2010 14:14
Wohnort: Nahe Köln
Hat sich bedankt: 72 Mal
Danksagung erhalten: 56 Mal

Re: Ein Hoch auf die Maschenproben!

Beitrag von Basteline » So Feb 21, 2016 17:47

strick-ela hat geschrieben:ich schreibe selber auch Strickanleitungen und dafür brauchte man auch keine Maschenprobe. Kleider sind zur Zeit im Vordergrund bei mir. Man kann sie in allen Größen nachstricken, alles ohne Maschenprobe. Jetzt gerae habe ich eine Strickjacke auf der Nadel, ebenfalls ohne MAschenprobe.
DAS möchte ich sehen, wie DAS funktionieren soll. :-)
Ich stricke doch gaaaaanz anders als du oder einer deiner Teststrickerinnen..... :oooh:
..........bin grade selber drauf gekommen: das sind gerade geschnittene, kastige (Sack)kleider, die jedem passen. :mrgreen:
Von gr. 36- ??
Liebe Grüße
Basteline
....und lasset die Nadeln schwingen!

Kerstin
zuständig für theoretisches Stricken
Beiträge: 5615
Registriert: Sa Feb 05, 2005 14:40
Strickmaschine: Brother KH 965 mit KR 850,
Brother KH 270 mit KR 260,
Brother KX 350
DesignaKnit 8
Hat sich bedankt: 69 Mal
Danksagung erhalten: 623 Mal
Kontaktdaten:

Re: Ein Hoch auf die Maschenproben!

Beitrag von Kerstin » Mo Feb 22, 2016 08:38

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es manche Schnitt-Varianten gibt, die sich zum Stricken ohne Maschenprobe ummodeln lassen. Anleitungen auf Teufel komm raus ohne Maschenprobe erscheinen mir aber ein wenig wie Schwimmflügelchen nehmen, statt Schwimmen zu lernen. Natürlich sind solche Anleitungen prima geeignet, wenn jemand Angst hat, quasi unterzugehen, oder wenn man nicht ständig Mama oder Oma um Hilfe bitten möchte im Sinne von "ich klammere mich an dir fest und du ziehst mich da durch".

Aber wenn man sich ohne Beschränkungen bewegen und sich auch mal in Bereiche begeben möchte, die abseits oder unter der Oberfläche liegen, dann hilft nur: Selbst lernen, wie es geht.
Ich möchte anderen helfen, etwas zu lernen, damit sie ihre Grenzen erweitern. Natürlich kann das im ersten Moment frustrierend und unangenehmer sein als bequeme Schwimmflügelchen. Aber es gibt einem letztlich grenzenlose Freiheit. Man kann trotzdem noch mit Schwimmflügelchen unterwegs sein, wenn man das möchte. Sollten aus irgendeinem Grund die Schwimmflügelchen aber mal versagen, kann man sich besser helfen, wenn man selbst weiß, wie's geht.

Mit anderen Worten:
Klar kann man ohne Maschenprobe in gewissen Grenzen etwas Passendes stricken. Aber warum soll man sich dermaßen einschränken lassen, wenn's mit Maschenprobe vielseitiger und präziser geht?

Zahlreiche Grüße
Kerstin
KH 965 mit KR 850 und KG 95, KH 270 mit KR 260, DesignaKnit-abhängig ;-)
-----
Give me a fish, and I eat for today. Teach me to fish, and I eat for a lifetime.
http://www.strickforum.de/blog - http://www.strickmoden.de

Knackendöffel Maren
Mitglied
Beiträge: 2432
Registriert: Di Jul 12, 2005 12:38
Wohnort: Geesthacht bei Hamburg
Hat sich bedankt: 11 Mal
Danksagung erhalten: 173 Mal

Re: Ein Hoch auf die Maschenproben!

Beitrag von Knackendöffel Maren » Sa Feb 27, 2016 11:12

Hallo,
ich bin auch ein Fan von ordentlichen Maschenproben.
Gestern hatte ich allerdings ein Erlebnis der besonderen Art :evil: :

Maschine Superfeinstricker - Maschenprobe gestrickt - alles aufgeschrieben - linke Fadenspannung auf 5 benutzt - Anti Loop benutzt - - Maschenweite am Schlitten 4 - 2Fäden Merino - Markierungen in der Maschenprobe bei 60 Reihen und 40 Maschen eingestrickt - Mapro gewaschen, gedämpft und ausgemessen. Zur Sicherheit und Kontrolle auch noch mit dem Knittax Maschenbandmaß ausgezählt :D . Schnitt ausgerechnet nach altbewährter Methode und dann gestrickt.
Das Teil sollte 65cm lang und 60cm breit sein, war aber gut 80cm lang und 66cm breit.
Da kommt Freude auf und das Schlimme ist, ich habe keine Ahnung, was da schief gelaufen ist. 1-2cm Differenz lasse ich mir ja noch gefallen, aber diesen Sack muss ich wieder aufreppeln, schade um die schöne neue Merino.

Wenn ich den Dreisatz nicht beherrschen würde und ich den ersten Pulli gestrickt hätte könnte ich damit ja noch leben, aber so ist das Ergebnis nach über 45 Jahren Maschinenstricken deprimierend.
Viele Grüße von Maren



Brother KH 940 , KR 850 , KX 350
Silver-Reed SK 830 , Designa Knit 7

katrin
Mitglied
Beiträge: 263
Registriert: So Jan 22, 2006 18:06
Wohnort: Ulm
Hat sich bedankt: 3 Mal
Danksagung erhalten: 6 Mal

Re: Ein Hoch auf die Maschenproben!

Beitrag von katrin » Sa Feb 27, 2016 11:54

Hallo,
Maschenproben finde ich meistens sehr lästig, Ribbeln aber noch viel mehr. Oft stricke ich 3 oder mehr Proben um die optimale Nadelstärke zu finden.
Dass ein großes Teil sich manchmal trotzdem anders verhält ist ärgerlich. Mir ist das Selbe wie Maren neulich mit Bändchengarn passiert. Berechnet hatte ich einen Pullover in Größe 38/40. Das fertige Rückenteil hätte ein Kleid in Größe 48 werden können. Der einzige Trost: bei einer so großen MaPro kann beim nächsten Versuch nichts mehr schief gehen!
Ein weiterer Punkt für eine perfekte Passform ist die Materialstärke. Für dünnes Garn brauche ich einen anderen Schnitt als für dicke Wolle. Ebenso für elastische und unelastische Wolle.
Liebe Grüße, Katrin
Ich stricke mit 2 oder 5 Nadeln und auf Brother KH 860,KH 940, KR 830, KG88II/KG93, KH/KR 230 und KX350

Annette 1965
Mitglied
Beiträge: 484
Registriert: Mi Feb 23, 2011 14:28
Hat sich bedankt: 11 Mal
Danksagung erhalten: 26 Mal

Re: Ein Hoch auf die Maschenproben!

Beitrag von Annette 1965 » Sa Feb 27, 2016 12:07

Guten Tag!

Ich finde vor allem rechts-links-Muster heimtückisch. Da traue ich der Maschenprobe auch nicht immer und wasche daher erst einmal das begonnene Rückenteil, wenn ich schon um die 30 cm Höhe erreicht habe.
Klar bin ich sauer, wenn ich das noch einmal auftrennen muß, aber was soll ich mit einem Pullover, der nicht paßt?

Beste Grüße von Annette

Antworten

Zurück zu „Strickdesign - Entwurf und Gestaltung“