Handstricker und Maschenprobe

Man will ja auch mal über was anderes als Stricken reden ;-)
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cornu
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Handstricker und Maschenprobe

Beitrag von cornu » Mi Jan 20, 2010 21:38

hallo,

seit ich im Internet in Strickforen und Blogs rumstöbere, stelle ich immer wieder fest, dass es eine Menge Leute gibt, auch versierte StrickerInnen, die es mit Maschenproben nicht so haben :wink:
Nun bin ich wirklich keine Anfängerin, schließlich habe ich fast 25 Jahre von Hand gestrickt, ehe eine Maschine bei mir einzog. Da ich nie ein Garn 2x mit demselben Muster verstrickt habe, musste immer eine Maschenprobe her. Die Länge spielt beim Handstricken ja nicht so eine große Rolle, da man das Strickstück immer wieder zwischendurch nachmessen kann. Aber woher weiß ich denn sonst, wieviel Maschen ich anschlagen muss :?: Vor allem beim Musterstricken helfen die Angaben auf den Banderolen doch nicht viel. Und nach 20 cm stricken wieder aufziehen, nur weil ein Teil zu weit oder zu eng ist, fördert bei mir die Stricklust ungemein :mrgreen:
Jetzt möchte ich mal in die Runde fragen, wie haltet ihr es mit der MaPro? Und wenn ihr keine macht, klappt das so auf Anhieb?

liebe Grüße

Konni

Michaela
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Beitrag von Michaela » Mi Jan 20, 2010 22:07

Hallo, Konni,

ich mache immer eine Maschenprobe. Nicht nur, um das Strickbild zu testen oder das Muster oder die Größe, sondern vor allem, um zu überprüfen, ob sich die Wolle auch in der Maschine waschen lässt.

Ohne gewaschene Maschenprobe stricke ich gar nichts.

Wer natürlich auf das Motto "no risk, no fun" steht, der sollte möglichst keine Maschenproben machen. Die Überraschungen sind ihm gewiss.

Oder anders gesagt, ich verplempere lieber wenig Zeit mit einer Maschenprobe als viel Zeit mit Auftrennen.

Ciao
Michaela
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Beitrag von Kerstin » Do Jan 21, 2010 07:17

Eine Maschenprobe mache ich praktisch immer. Ausnahme: Wenn ich das Garn schon mal in genau diesem Muster mit genau dieser Nadelstärke/Maschenweite vearbeitet habe, so dass ich weiß, wie es sich verhalten wird. In so einem Fall messe ich dann am fertigen Teil aus demselben Garn ab, wieviele Maschen und Reihen 10 cm ergeben. Das erspart böse Überraschungen, gerade bei großen Teilen.

Ansonsten kann ich Maschen- und Strickproben aller Art nur empfehlen. Anhand der Probe kann man feststellen, ob sich das Garn gut verstricken lässt, ob es für das geplante Projekt überhaupt geeignet ist und ob ein eventuelles Muster gut herauskommt.
A propos Muster: Ich weiß nicht, wie oft ich in anderen Foren schon gelesen habe, dass jemand frohen Mutes für einen Pullover angeschlagen hat und nach dem Bündchen feststellt, dass sie/er nicht mit der Strickschrift/Musterbeschreibung klarkommt. So etwas passiert einem nicht, wenn man erst einmal eine Muster- bzw. Maschenprobe strickt. Dabei erlernt man das Muster im kleinen und kann schon mal prüfen, wo eventuelle Schwierigkeiten lauern. Sollte sich dabei herausstellen, dass es entsetzlich mühselig zu stricken ist und einem gar nicht gut von der Hand geht, kann man sich den "großen" Anschlag sparen und sich gleich ein anderes Projekt überlegen.

Ich finde Probestücke ideal, um neue Muster und Methoden zu testen. Und man kann sie weiterverwenden, um z.B. das Anstricken einer Kante zu üben oder das Aufribbeln des Anschlags und das Aufnehmen der Maschen in Gegenrichtung, oder das Aufschneiden und Reparieren eines falsch gedrehten Zopfes, lauter Sachen, die man erst einmal im Kleinen üben möchte, bevor man sie in einem großen Projekt einsetzt.
Wozu solche Pröbchen auch prima geeignet sind: Stickstiche auf Gestricktem üben (z.B. freies Handsticken über Organza mit Musterzeichnung), Maschenstich zum Zusammenfügen von offenen Maschen, Matratzenstich für Seitennähte, Herausstricken von Maschen mitten in der Mitte (brauchte ich für die Kappe von Marktfrauen-Handschuhen), Abnähen und Schneiden einer Rundung, und bestimmt noch mindestens hundert andere Verwendungszwecke.

Also: Probestücke nicht gleich wegwerfen, sondern erst mal aufbewahren (sofern man sie nicht ribbeln muss, weil man das Garn zur Fertigstellung benötigt) und beim nächsten Problem gucken, ob man was dran üben kann.

Zahlreiche Grüße
Kerstin
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Beitrag von mama strickt » Do Jan 21, 2010 08:09

Hallo!
Ich mache auch immer Proben sowohl wegen der Größe als auch um zu sehen wie Muster und Wolle miteinander Harmonieren. waschen tue ich die Proben nicht, sollte ich mir aber angewöhnen aber bisher hatte ich nur einmal Pech, zum Glück. Für Maschinegestricktes stricke ich die Probe mit unterschiedlichen Weiten und lasse sie 3-4 Tage liegen bzw. stecke sie im ungespannten Zustand auf der Puppe fest, dann hat es genügend Zeit um sich wieder zusammen zu ziehen, da ich gerade auf der Singer mit viel Gewicht arbeite.
Egal wie lange man schon strickt, eine Maschenprobe finde ich unerläßlich.
LG Anke
www.strickworld-anke.de
stricke mit Singer,
2 und 5 Nadeln

pini

Beitrag von pini » Do Jan 21, 2010 11:13

maschenproben sind mir zwar lästig, aber ohne fange ich überhaupt nichts an. bin nämlich einmal ohne probe übel auf die nase gefallen, die jacke wurde dann viel zu groß (was sich im nachhinein aber sogar noch als prima erwiesen hat, denn nun ist das nach geringer umarbeitung eine umstandsjacke für meine tochter :D ). ich stricke die maschenprobe auch immer mind. 15 x 15 cm und messe mir dann aus der mitte genau 10 cm zum maschenzählen ab.

Strickmaus

Beitrag von Strickmaus » Do Jan 21, 2010 11:38

Ich habe mich bis jetzt immer vor einer Maschenprobe gedrückt, sogar bei meinem ersten großen Strickteil. Hier habe ich wahrscheinlich Glück gehabt, werde mir die Maschenprobe aber unbedingt angewöhnen müssen, denn jetzt gehts an schwierigere Muster :)

Knackendöffel Maren
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Beitrag von Knackendöffel Maren » Do Jan 21, 2010 12:35

Hallo,
ohne Maschenprobe läuft gar nichts.
Ich habe es sogar schon gehabt, dass die gleiche Qualität bei einer anderen Farbe anders ausfiel. Ich nehme an, dass das mit den Farbstoffen zusammenhängt, die sich unterschiedlich auf die Faser auswirken.
Die Maschenproben wasche ich allerdings nur bei mir unbekannten Qualitäten, Leinen und Baumwolle wasche ich immer. Werden die Strickteile später gedämpft, dämpfe ich auch die Maschenprobe.

Beim Stricken mit der Maschine ist eine Maschenprobe fix gemacht, beim Stricken per Hand dauert es zwar ein wenig länger, ist aber in jedem Fall eine gut investierte Zeit.

Wie viele Stunden strickt man ein Teil und wie ärgerlich ist es, wenn es dann nicht oder nur halbwegs passt!

Viele Grüße von Maren
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birke158
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Beitrag von birke158 » Do Jan 21, 2010 13:02

Also ich stricke immer Maschenproben. Ich suche mir meist aus einem Heft einen Pulli oder so aus. Wenn das Muster kompliziert ist, probiere ich erst mal an einem Wollrest, wenn es dann klappt ziehe ich los zum Wollekaufen. Da ich mich nicht sklavisch an die angegebene Wolle halte, sondern ungefähr nach Wollart/-stärke ist eine Mapro unerlässlich. Ich bin aber immer froh, wenn diese dann mit den angegebenen Maßen ungefähr auskommt, dann muss man nicht alle Rapporte, Zunahmen etc. umrechnen, da tue ich mich echt hart. Aber es ist schon lästig, denn wenn man das Supermuster samt Superwolle gefunden hat, will man loslegen... Gewaschen habe ich noch keine Mapro. Hatte aber auch noch keine Probleme hinterher. Ich fechte grade kleinere Kämpfe mit meiner Tochter aus, die langsam ins Strickgeschäft einsteigt, und es sehr lästig findet eine Mapro zu stricken. Sie will jetzt Socken stricken, und sagt, dass ich ja da auch einfach losstricke. Das Argument, dass ich schon umpfzig Socken gestrickt habe und deshalb meine NS und Wolle kenne findet sie blöd. Aber sie soll sich das richtig angewöhnen (böse Mama!), denn wie schon andere gesagt haben, es ist eine Selbsterziehungssache.

Wollige Grüße
Birgit
Stricke mit 2 und 5 Nadeln, und versuche mich an der Knittax M2

Martine64

Beitrag von Martine64 » Do Jan 21, 2010 15:38

Ich stricke nur per Hand und stricke immer Maschenproben. Eine glatt rechts, um das Verhalten des Garns zu prüfen, eine im jeweiligen Bündchenmuster und ggfs. eine im Hauptmuster. Allerdings wasche und spanne ich sie nicht, denn ich spanne auch meine Pullis nicht.

ingeborg hansen
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Beitrag von ingeborg hansen » Do Jan 21, 2010 16:57

Hallo
Wenn man wie ich nur schwer und so gut wie nie nach einer Anleitung stricken kann und sich selbst Schnitt und Muster ausdenkt, ginge das gar nicht ohne Mapro, die auch noch so behandelt wird wie das fertige Stück, bevor ich die Mapro ausmesse.
Allerdings würde ich schon einen Schal ohne Mapro stricken - wenn's egal ist ob der 30 oder 35 cm breit sein soll. Aber ich denke da spielt die Erfahrung auch schon mit. Nach 50 Jahren kann man schon ein Garn beim Angucken beurteilen und kann sehen, ob man nun Nadeln nr. 2 oder nr. 4 dafür nimmt usw.

Viele Grüsse
Ingeborg
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Beitrag von McMill » Fr Jan 22, 2010 08:50

Wenn ihc ohne MAschenprobe stricke ist es ein Teil aus einer WOlle die ich eben da hab und für die Kinder.
D.H. zB ich hab 500g Merinowolle die exakt für einen Pulli in einer Vorlage reicht der mir gut gefällt.
Und der kommt dann in den Kasten bis er genau passt.
Bei manchen ullis ist es nicht so schlimm wenn sie erst 3 JAhre später passen die sind zeitlos. Und es ist auch schön wenn man einfach in den Vorrat greifen kann wenn man wenig Zeit hat.
Aber bei eigenen Sachen oder Kinderteilen die sofort passen sollen mach ich die MApro in zwischen schweren HErzens und ich wasch sie inzwischen auch manchmal.
Warsehr schwer für mich das zu akzeptieren, bin eher der Wolleherundloslegen- Typ.
Ach ja und für Socken mach ich auch keine, die Zahlen für Größe und unterschiedliche Wolle hab ich im Kopf
USchi
Was mir allerdings manchmal Probleme beeitet sind die Rippmuster, wie weit ich sie dann dehnen soll um auf ein vernünftiges Ergebnis zu kommen, da kann man sich leicht täuschen lassen.
Bild

Nr. 999

Beitrag von Nr. 999 » Fr Jan 22, 2010 10:03

Hallo,

manchmal ja, manchmal nein, ohne dass ich genau begründen könnte wann nicht oder warum nicht... Und eines muss ich dazu mal sagen: Die Teile, die ich ohne Mapro gestrickt habe, sitzen ganz bestimmt nicht schlechter als die mit Mapro. Das hängt damit zusammen, dass meine Maschenprobe nciht mit dem gestrickten Stück übereinstimmt, große Stücke stricke ich aus irgendeinem Grund fester als Maschenproben. Keine Ahnung warum das so ist. Außerdem nützt es auch ncihts, ein bestimmte Maschenzahl erreichen zu wollen, indem ich eine größere Nadel nehme, damit stricke ich eher noch fester, so dass ich je nach Garn mit NS 4 eine festere Maschenprobe haben kann als mit NS 3,5.

Manche Garne - insbesondere Wolle - schaue ich an und sage mir: das gibt 22 Maschen auf 10 cm oder 28 Maschen auf 10 cm und dann stricke ich los und es stimmt. Bei anderen Garnen, bei denen ich mir unsicher bin, mache ich eben eine Maschenprobe, rechne aber eher eine halbe bis eine Masche dazu (weil das fertige Strickstück eben fester wird). Sicher muss ich auch mal ribbeln - aber ich hab mich eben auch schon aufgrund von Maschenproben "verhauen"! Meine Methode ist bestimmt nicht das non plus ultra, aber für mich ausreichend zuverlässig und mir fällt auch ehrlich gesagt nichts besseres ein (außer vielleicht, die Maschenprobe größer zu stricken, aber dann kann ich ja auch gleich mit einem Ärmel oder Vorderteil anfangen, gell?) :wink:

LG
Katja

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