Erster Islandpulli -Probleme

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admibeni
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Erster Islandpulli -Probleme

Beitrag von admibeni » Mo Apr 29, 2019 13:02

Hallo,

ich habe mir letzte Woche in Island Plötulopi für einen typischen Islandpulli gekauft und heute mit dem Stricken losgelegt.
Ich stricke ganz gut, aber es ist mein erstes Mal mit Mehrfarbenmuster.
Es enstehen ein paar Probleme, vielleicht kann mir jemand Profitipps geben.

1. Durch das Stricken in der Runde, was ich prinzipiell super finde, verdrillen sich bei jedem Farbwechsel die Fäden. Da sich das nicht wie beim Hin-und Herstricken in der nächsten Reihe wieder neutralisiert, muss ich ewig die Knäule umeinanderdrehen, bis die Fäden wieder ent-drillt sind. Bei den vielen Farbwechseln ist das echt oft... Gibt's dafür einen Clou?

2. Ich soll laut Anleitung mit einer 80 cm Rundstricknadel stricken. Habe etwas Schwierigkeiten einzuschätzen, wie fest oder locker angezogen der hinten mitlaufende Faden der nicht aktiven Farbe sein muss. Mein eigener Umfang ist etwas mehr als 80 cm :-) . Sollte ich da nicht besser mit einer längeren Nadel stricken? Oder wie kriege ich das am besten hin mit dem Faden auf der Rückseite? Zur Zeit sieht es irgendwie zu schlaufig/locker aus, aber nachher ist der Pulli ja weiter, wenn er von den Nadeln runter ist..?

LG und danke für Tipps,

Beni

Siebenstein
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Re: Erster Islandpulli -Probleme

Beitrag von Siebenstein » Mo Apr 29, 2019 15:15

admibeni hat geschrieben:
Mo Apr 29, 2019 13:02
verdrillen sich bei jedem Farbwechsel die Fäden
Verdrehst du die Fäden denn irgendwie miteinander? Das ist bei Einstrickmustern nicht nötig und nicht üblich.
Interpretiere ich es richtig, dass du bei jedem Farbwechsel den "alten" Faden vom Finger nimmst und den neuen um den Finger legst? Dann probier' es doch mal ohne Verdrehen und nimm z.B. beim Wechsel von Farbe A zu Farbe B immer den Faden von Farbe B VOR dem Faden von Farbe A hoch und beim umgekehrten Farbwechsel den Faden von Farbe A HINTER dem Faden von Farbe B.
Schneller klappt der Farbwechsel, wenn du entweder
- beide Fäden gleichzeitig um den Finger wickelst (ich wickle dann die Fäden gegenläufig, den einen mehr am unteren und den anderen mehr am oberen Ende meines Zeigefingers) oder
- einen Faden um den linken Zeigefinger wickelst und den anderen mit der rechten Hand führst oder
- einen Strickfingerhut benutzt, bei dem bis zu vier Fäden durch eigene Ösen geführt werden.

Sollte ich da nicht besser mit einer längeren Nadel stricken?
Kannst du machen, musst du aber nicht. Du kannst doch das Gestrick auf dem Seil so zusammenschieben, dass es an anderer Stelle (z.B vorne auf den Nadeln) glatt liegt, dann siehst du, ob deine Fäden lang genug sind. Bei mir passiert das eigentlich schon automatisch während des Strickens, da ziehe ich das Gestrick auf den Nadeln immer mal glatt, um die Fadenspannung zu kontrollieren.

Kleiner Tipp: wenn du mehr als 3 oder 4 Maschen überbrücken musst, dann empfiehlt es sich, den Faden nicht locker hängen zu lassen, sondern einzuweben (hier eine Erklärung: https://www.wolleunddesign.de/handstric ... rben--.php)

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Re: Erster Islandpulli -Probleme

Beitrag von admibeni » Mo Apr 29, 2019 15:59

Liebe Ulrike,

erst mal danke für den Tipp mit dem Maschen überbrücken, das ist ein mega guter Hinweis! (Was mache ich nachträglich mit denFäden, die hinten jetzt schon rumhängen? Aufmachen mag ich es jetzt nicht mehr... ) Ab jetzt (bin eh erst 5cm über dem Bündchen..) mach ich das so.

Ich verdrehe die Fäden nicht miteinander, es stand da nur, dass man den neuen Faden immer über den alten faden legen soll. Und da sich beim in die Runde Stricken ja die Richtung nicht ändert, verdreht es sich. Mittlerweile bin ich bei drei Farben angelangt, und es ist eine Katastrophe, die drei Fäden verflechten sich regelrecht. Aber ich habe mich jetzt schon daran gewöhnt, dass ich die Knäule nach ca. jedem 2 Rapport entwirre...

Beide Fäden gleichzeitig um den Finger... naja, jetzt sind es halt 3. Und das kriege ich irgendwie nicht hin, ich bin so an meine "Wickeltechnik"gewöhnt, ich kann nicht mal mit einem Faden anders gewickelt als gewohnt stricken... :-/

Gleich ist Farbe drei erst mal weg, für ein paar Reihen geht es dann zweifarbig weiter, da versuche ich das mal wie du oben beschrieben hast -einmal drüber, einmal drunter. Ich verstehe nur nicht, wenn Du sagst, es sein nicht nötig und üblich, wieso das in vielen Anleitungen so steht..

Vielen Dank auf jeden Fall!

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Re: Erster Islandpulli -Probleme

Beitrag von Siebenstein » Mo Apr 29, 2019 18:39

Ich schrieb nur, dass „Verdrehen“ nicht nötig ist. Ob man Faden A über oder unter Faden B legt, ist völlig egal, leg die Fäden einfach so, dass sie sich nicht verdrehen.
Probier es mal so: die drei Knäuel liegen nebeneinander, ohne verdrehte Fäden. Du strickst n Maschen in Farbe A, lässt für den Farbwechsel den Faden A los und nimmst den Faden B auf den Finger, ohne dass eine Verdrehung mit einem der anderen Fäden entsteht.

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Re: Erster Islandpulli -Probleme

Beitrag von admibeni » Di Apr 30, 2019 09:56

So mache ich es, danke!
Ich habe jetzt sowieso noch mal von vorne angefangen, weil er zu schmal war. Dann kann ich auch das mit den hinter der Arbeit geführten Fäden gleich von Anfang an eleganter machen.

Viele Grüße, Beni

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Re: Erster Islandpulli -Probleme

Beitrag von lisbeth » Di Apr 30, 2019 17:29

weil er zu schmal war
Ei! Herauszufinden, ob die Maschen in der Anleitung mir auch passen, ist bei Norwegertechnik besonders tricky.
Da hilft nur eine Maschenprobe, auch wenn Probieren-und-Ribbeln sportlicher ist.

Ich habe vor längerer Zeit mal eine ausführliche Erklärung zum Thema "Maschenproben" erstellt.
Wenn Du schon länger strickst, wird Dir das nicht fremd sein, aber ein Norwegergestrick ist "formstabiler" und nicht zu vergleichen mit simplem Rechtsgestrick -und schon gar nicht mit den Angaben auf den Wolle-Banderolen. Und die Maschenprobe sollte nicht zu knapp ausfallen!

Du machst Dir mit schönem Garn viel Arbeit, da sollte diese zusätzliche Zeit auch noch drin sitzen, ne? :wink:
Liebe Grüße Lisbeth
"Auch durch Fehler können - wenn sie regelmäßig gemacht werden - schöne neue Muster entstehen!"

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