Die Sache mit den Reihen...

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KnittedHildegard
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Die Sache mit den Reihen...

Beitrag von KnittedHildegard » Di Jun 05, 2018 20:14

Hallo zusammen,

Kennt noch jemand das Problem das zwar die Maschenanzahl in der Maschenprobe stimmen, aber nicht die Reihen? Ich habe immer Zuviele Reihen. Das bringt mich zur Weißglut :confuse:
Klar, dann strickt man halt ein paar mehr Reihen an seinem Strickstück, aber bei einem schönen Raglapullover wird das oben schon schwieriger. Arbeite ich nach Anleitung sind mir die Ärmel zu "eng", die Pulloverbreite ist aber super. Stricke ich bis zur passenden Höhe mehr Reihen, also auch mehr Zunahmereihen, sitzt der Ärmel aber alles andere ist zu weit :oops:

Bei mir passt einfach grundsätzlich das Verhältnis zwischen Maschen und Reihen nicht! Ich experementiere gerade mit Nadelstärken rum, aber in der Reihenanzahl tut sich nicht soviel...

Kennt das noch jemand? Zurzeit stricke ich ein Garn wo mit 5mm eine Maschenprobe 17 M x 22Reihen angegeben ist. Ich stricke mit 4mm eine Probe mit 18M x 29 Reihen. :ratlos:

Liebe Grüße
Hilde

BeaBea
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Re: Die Sache mit den Reihen...

Beitrag von BeaBea » Di Jun 05, 2018 23:06

Hallo Hilde,
das Problem kenne ich durchaus. Meine Maschenproben haben fast immer mehr Maschen pro 10cm und auch mehr Reihen als angegeben. Offensichtlich stricke ich etwas fester, oft ist mir aber das Maschenbild mit grösseren Nadeln zu offen/lappig. Da hilft eben nur Herumprobieren mit verschiedenen Nadelstärken und Neuberechnung der Ab- und Zunahmen.
Keine Ahnung ob es da eine andere Lösung gibt.
Grüsse,
BeaBea
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Re: Die Sache mit den Reihen...

Beitrag von Siebenstein » Mi Jun 06, 2018 17:53

Hallo Hilde,
das ist schon ein bisschen mysteriös. Bei mir stimmt zwar auch die Maschenprobe meistens nicht mit der vorgegebenen überein, aber zumindest ist das Verhältnis von Maschen zu Reihen bei glatt rechtem Gestrick immer annähernd 3:4.
Bei dir ist es ungefähr 2:3, das heißt, deine Maschen sind entweder extrem flach oder extrem breit oder beides. Mit der Nadelstärke wirst du da nicht viel ausrichten können, das Problem muss eine andere Ursache haben, die ich mir aber nicht so ohne weiteres vorstellen kann.
Strickst du vielleicht ein anderes Muster als das, für das die Maschenprobe angegeben ist?

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Re: Die Sache mit den Reihen...

Beitrag von KnittedHildegard » Mi Jun 06, 2018 18:12

Hallo, ja genau so geht es mir auch Beabea!
Auf der Banderole der Wolle ist doch immer eine glatt rechts gestrickte Maschenprobe angegeben oder?
In der Anleitung steht Maschenprobe in stockinette Stitch, also auch glatt rechts, so habe ich auch gestrickt. Aber das ist ein interessanter Gedanke, vielleicht kann ich ja mit verschiedenen Mustern meine Feihenzahlem "strecken"

Hummelbrummel
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Re: Die Sache mit den Reihen...

Beitrag von Hummelbrummel » Do Jun 07, 2018 09:35

KnittedHildegard hat geschrieben:
Di Jun 05, 2018 20:14


Bei mir passt einfach grundsätzlich das Verhältnis zwischen Maschen und Reihen nicht! Ich experementiere gerade mit Nadelstärken rum, aber in der Reihenanzahl tut sich nicht soviel...
Und das ist wirklich "grundsätzlich" so? Also quasi bei allem, was Du strickst?
Was passiert denn, wenn Du das Gestrickte bzw. die Maschenprobe wäschst?

Vielleicht führt Deine individuelle Stricktechnick zu dieser "Verzerrung", dann könnte das Strickstück aber nach er Wäsche andere Ausmaße haben.

Nur so als Gedanke - ich weiß nicht, ob er was taugt.

KnittedHildegard
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Re: Die Sache mit den Reihen...

Beitrag von KnittedHildegard » Do Jun 07, 2018 13:55

Hallo,

also ich würde jetzt nicht behaupten, dass das grundsätzlich immer so ist egal welche Wolle ich anrühre, aber es fällt mir schon des öfteren auf. Ich habe jetzt mal zwei andere alte Maschenproben rausgesucht. Bei dem einen handelt es sich um das GGH Garn Topas, dort habe ich mit Nadelstärke 6 mm 10x10 cm mit 17 Maschen x 28 Reihen gestrickt und bei dem anderen Cotton Merino von Drops mit 3, 5 mm 20 Maschen x 30 Reihen.
Die Maschenprobe aus meinem ersten Beitrag habe ich nochmal mit einer halben Nadelstärke größer gestrickt. (Ich hätte vielleicht eine ganze Größe nehmen sollen um den Unterscheid klarer zusehen, aber egal). Jetzt habe ich 17,5 Maschen und 28 Reihen.
Bei der Cotton Merino sieht es ja schon besser aus...

Es stimmt schon, dass ich lieber eine kleinere Nadelgröße nehme als angegeben ist, eben weil mir ein labbriges Maschenbild nicht gefällt. Dem entsprechend stricke ich auch meistens mehr Maschen und Reihen als in der Maschenprobe angegeben. Aber im Verhältnis stricke ich aufeden Fall mehr Reihen als Maschen.
Was mir noch auffällt, meine Proben lassen sich in Querrichtung besser dehnen als in die Höhe. Ist das bei euch auch so?

Liebe Grüße

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Re: Die Sache mit den Reihen...

Beitrag von Hummelbrummel » Do Jun 07, 2018 14:07

KnittedHildegard hat geschrieben:
Do Jun 07, 2018 13:55

Was mir noch auffällt, meine Proben lassen sich in Querrichtung besser dehnen als in die Höhe. Ist das bei euch auch so?

Liebe Grüße
Dazu: Ja.

Ansonsten:
Die Frage ist: Was passiert, wenn die Maschenproben/Gestricksel nass werden, also z.B. gewaschen werden?

Eine andere Frage ist: Reden wir hier von Deiner umfangreichen Strickerfahrung oder von kleinen Maschenpröbchen?
Oder anders: Tritt dieses Phänomen bei allen Pullis und Jacken auf, die Du bisher gestrickt hast, oder hast Du bisher nur Maschenproben gestrickt und da tritt es auf?
In ersterem Falle wäre es interessant, was nach der Wäsche passiert. (bei Baumwolle und Merino würde ich erwarten, dass ein Pulli daraus im Gebrauch deutlich länger wird.)

In letzterem Falle könnte es sein, dass der Haken an Deiner "Maschenproben-Stricktechnik" liegt, aber Dir da zu helfen bräuchte man mehr Informationen.

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Re: Die Sache mit den Reihen...

Beitrag von BeaBea » Do Jun 07, 2018 19:00

Ich stricke Maschenproben immer mit mindestens 30 Maschen, oft mehr, bis zu 50 Maschen. Wichtig ist offensichtlich auch, dass mit genau denselben Nadeln gestrickt wird, nicht nur mit der gleichen Nadelstärke.
Habe gerade eine Maschenprobe erstellt, gewaschen, getrocknet und mehrfach sorgfältig gemessen. Habe dann die Anleitung (quergestrickte Jacke) entsprechend neu berechnet und losgestrickt. Nach 25 Reihen war das Strickstück schon um 2,5cm länger als berechnet. Ich hatte andere Nadeln verwendet als für die Probe. Also neue Maschenprobe mit diesen anderen Nadeln.
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Re: Die Sache mit den Reihen...

Beitrag von Kerstin » Sa Jun 09, 2018 11:24

KnittedHildegard hat geschrieben:
Di Jun 05, 2018 20:14
Kennt das noch jemand? Zurzeit stricke ich ein Garn wo mit 5mm eine Maschenprobe 17 M x 22Reihen angegeben ist. Ich stricke mit 4mm eine Probe mit 18M x 29 Reihen.
Hallo Hilde,

kann es sein, dass du die Linksmaschen "durchschlaufst", statt sie normal links abzustricken? Dabei landet die Masche so auf der Nadel, dass das eigentlich führende Maschenbeinchen hinter der Nadel liegt. Strickt man diese Masche in der Folgereihe "normal", d.h. durch das vordere Maschenbeinchen, ab, dann wird aus ihr eine verschränkte Masche, bei der der Faden in Form eines Schreibschrift-e, also mit einer Verkreuzung unterhalb der Schlaufe, verläuft statt in sauberen U-Bögen ohne Verkreuzung.

Hier mal ein Beispiel, das ich schnell gestrickt habe. Der untere Teil zeigt normal gestrickte Maschen, im oberen habe ich in den Linksreihen absichtlich "durchgeschlauft":
glatt-vs-verschraenkt1.jpg
glatt-vs-verschraenkt1.jpg (156.77 KiB) 286 mal betrachtet
Ich hoffe, du erkennst, dass der Fadenverlauf im oberen Bereich in jeder zweiten Reihe anders ist.
Das würde übrigens auch erklären, weshalb ddas Gestrick in Längsrichtung weniger dehnbar ist als in Querrichtung und weshalb du gegebenenfalls einen höheren Materialverbrauch hast als in den Anleitungen angegeben.

Der Vollständigkeit hier noch die Rückseite:
glatt-vs-verschraenkt2.jpg
glatt-vs-verschraenkt2.jpg (149.77 KiB) 286 mal betrachtet

Da, wo die Maschen verschränkt sind, liegen die Reihen deutlich enger beieinander. Wenn man in jeder Reihe verschränkt, nicht nur in den Linksreihen, wie ich es hier getan habe, dann benötigt man ganz sicher mehr Reihen als bei unverschränktem Stricken.

Zahlreiche Grüße
Kerstin
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