Garnbedarf, Faustformel

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Evchen
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Garnbedarf, Faustformel

Beitrag von Evchen » Di Apr 02, 2019 12:04

Hallo zusammen,

kann mir jemand einen möglichst einfachen Hinweis geben bzw. eine Erfahrung, wie sich der Garnbedarf ändert, wenn ich das vorhandene Garn mit einem Lacegarn zusammen (und dann mit entsprechend stärkeren Nadeln) verstricke? Ich hab´s nicht so mit dem Maschenproben-Auswiegen, mir reicht auch ein ungefährer Wert, damit ich weiß, was ich aus meinen Vorräten rauskriege oder nicht, wenn ich es kombiniere, rsp. wie viel ich dazukaufen muss. Offen gestanden ist es da bei mir so wie beim Essen für Gäste: Ich hab immer Angst, es ist zu wenig, und dann koche ich viel zu viel bzw. kaufe viel zu viel Garn. Und beim Zusammenstricken verschiendenr Garne hab ich schon ein paar Mal mein blaues Wunder erlebt und viel weniger gebraucht, als gedacht. Wolle lässt sich zwar besser aufheben als Essensreste, aber dennoch …

Mal ein aktuelles Beispiel: Ich hab da ein Merinogarn, LL 135/50, Nadel 4-4,5. Angegebener Garnbedarf 450. Wenn ich da jetzt ein Lacegarn, z.B. LG Silkhair dazustricke, mit Nadel 5,5-6, wie hoch würdet ihr grob den Garnbedarf für das Merinogarn einschätzen?

Vielleicht ist das auch eine doofe Frage und ich stehe auf dem Schlauch … 

Für Eure Hilfe sehr dankbar,

Eva

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Re: Garnbedarf, Faustformel

Beitrag von Michaela » Di Apr 02, 2019 12:46

Es gibt keine Faustformel, weil außer dir niemand weiß, wie du strickst: fest, lose, ...

Zwei Maschenproben, einmal mit, einmal ohne Beilauffaden stricken und den Unterschied bei gleicher Größe abwiegen.

Niemand zwingt dich zu Maschenproben, dann lautet das Motto: no risk, no fun. :lol:
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Re: Garnbedarf, Faustformel

Beitrag von Evchen » Mi Apr 03, 2019 10:38

Schon klar … ;-)

Ich dachte bloß, hier kommen jetzt ein paar Erfahrugnen, nach dem Motto: "… also ich hab da ein Viertel weniger gebraucht als gedacht". Bringt einen nicht wirklich weiter, aber es erhöht das Gefühl, beim Riskieren nicht allein zu sein.

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Re: Garnbedarf, Faustformel

Beitrag von Michaela » Mi Apr 03, 2019 10:41

Leider kann zumindest ich nichts Griffigeres bieten.
Mir machen dafür Reste nichts aus, weil ich die sowieso anderweitig verballere.
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Re: Garnbedarf, Faustformel

Beitrag von Satimi » Mi Apr 03, 2019 12:07

Moin Evchen,
wie Michaela schon schrieb: Eine Faustformel gibt es so nicht.
Der Garnverbrauch hängt von vielen Faktoren ab.
  • Das Modellmaß
  • Das verwendete Muster
  • Maschenprobe
  • Verwendete Nadelstärke
  • Deine Strickart
Auf die Angaben auf der Banderole würde ich mich nie hindertprozentig verlassen. Um bei Deinem Beispiel mit der Merinowolle zu bleiben, ohne das Garn jetzt gesehen zu haben:

Ein Garn mit 135 m per 50 g bedeutet für mich schon mal Nadelstärke 3,5 mm höchstens.
Meine ideale Pulloverlänge beträgt 70 cm. Bei einem Pullover mit rundem Halsausschnitt, eingesetztem Ärmel und Zopfmuster würde ich 650 g für mich einkalkulieren, glatt rechts 600 g, wenn ich das Garn einfädig verstricke.
Käme jetzt die Silkhair von Lana Grossa dazu, wäre meine bevorzugte Nadelstärke irgendwo zwischen 4,5 mm und 5,5 mm. Geschätzter Materialverbrauch wäre dann so um die 500 (glatt rechts gestrickt) bis 550 Gramm (Zopfpulli). Dabei handelt es sich aber nur um einen groben Pi-mal-Daumen-Wert.
Um einen möglichst genauen Wert zu bekommen, bleibt Dir das Anfertigen einer Maschenprobe leider nicht erspart. Diese misst Du in Breite und Höhe aus und ziehst sie wieder auf, um die Länge des verwendeten Garns zu bekommen. Du hast dann die Lauflänge des Knäuls und errechnest per Dreisatz den Gesamtgarnverbrauch.
LG Sabine

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Re: Garnbedarf, Faustformel

Beitrag von Kerstin » Mi Apr 03, 2019 16:16

Satimi hat geschrieben:
Mi Apr 03, 2019 12:07
Um einen möglichst genauen Wert zu bekommen, bleibt Dir das Anfertigen einer Maschenprobe leider nicht erspart. Diese misst Du in Breite und Höhe aus und ziehst sie wieder auf, um die Länge des verwendeten Garns zu bekommen.
Das Aufziehen ist nicht nötig. Man kann die Probe auswiegen und bei bekannter Lauflänge berechnen, wie viele Meter Garn man für die Probe benötigt hat. Eine präzise Waage ist dabei natürlich hilfreich.

Was die Kombination zweier Garne betrifft: Man braucht von beiden Garnen dieselbe Meterzahl, wenn man sie zusammen verstrickt. Und mit Hilfe des :arrow: Lauflängenrechners kann man ermitteln, welche Lauflänge die Kombination zweier Garne hat. Die Kombination von Merino und Silkhair ergäbe z.B. 102 Meter pro 50 g. Ob 6 mm dafür die optimale Nadelstärke ist, kann man aber auch nur mittels Strickprobe herausfinden. (Mein Gefühl sagt mir, 5 mm wären schon genug.)

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Re: Garnbedarf, Faustformel

Beitrag von Evchen » Fr Apr 05, 2019 16:47

Dankeschön, das ist ja ein hilfreiches Tool. Jetzt werde ich mal alles mögliche zusammenrechnen.

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Re: Garnbedarf, Faustformel

Beitrag von Strickelina » Mo Mai 13, 2019 17:19

ich möchte mich gerne anschließen, mir geht es allerdings um eine Formel für grundsätzlichen Garnbedarf. Ich habe eine Anleitung für ein Dreieckstuch, will aber ein dünneres Garn, also mehr Lauflänge pro 100m, verwenden. Ich würde eigentlich vermeiden wollen, erstmal nur ein Knäul des Garns zu kaufen für die Strickprobe, dann zu rechnen und nachzukaufen... kann man einen "Ungefähr-Wert" auch ohne Strickprobe ausrechnen, damit man die Wolle schon einkaufen kann?

Alternativ hatte ich überlegt, für eben diese Anleitung einen Farbverlauf-Bobbel zu verstricken. In dem Fall wäre es natürlich noch wichtiger, einen genauen Wert VORHER auszurechnen, da die Anleitung von einer Kante aus gestrickt wird mit Abnahmen bis zum Ende und ich natürlich auch den Bobbel so verstricken will, dass ich möglichst genau auskomme, damit nachher nicht eine Farbe fehlt oder ich am Ende nicht auskomme.

Das mit dem Strickmuster anfertigen und ausrechnen habe ich irgendwie nicht ganz verstanden...

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Re: Garnbedarf, Faustformel

Beitrag von Satimi » Di Mai 14, 2019 12:50

Moin Strickelina,
wie schon weiter oben erwähnt, gibt es keine "Faustformel" für den genauen Garnverbrauch. Du kannst ihn nur grob schätzen.
In Deinem Fall kannst Du Dir für das Dreieckstuch die Lauflänge des in der Anleitung verwendeten Garnes als Maß nehmen. Du schaust Dir den Garnbedarf an und rechnest die Lauflängen der Einzelknäule zusammen. Dann teilst Du die Summe durch die Lauflänge Deines Garnes. Damit hast Du den ungefähren Verbrauch in Knäulen ausgerechnet. Das ist aber, wie gesagt, nur ein grober Anhaltspunkt.
Es kann sein, dass Du erheblilch weniger Garn brauchst laut Berechnung. Du musst aber bedenken, dass Du eventuell auch eine dünnere Nadelstärke verwenden wirst, und das Tuch bei gleicher Reihenzahl dann entsprechend kleiner wird.
Wenn Du ein Farbverlaufsgarn verstricken möchtest, dann sieht die Sache unter Umständen wieder anders aus. Denn dann brauchst Du wahrscheinlich mehr Garn. Das ist allerdings von der Musterung abhängig. Hat das Garn einen Farbrapport, wirst Du vielleicht etwas vom neuen Knäul abwickeln müssen, damit kein Bruch entsteht.
Nichtsdestotrotz, Versuch macht klug! Auch wenn dieser Spruch schon ziemlich abgedroschen klingt, steckt da doch sehr viel Wahrheit drin.
LG Sabine

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Re: Garnbedarf, Faustformel

Beitrag von Kerstin » Di Mai 14, 2019 18:47

Strickelina hat geschrieben:
Mo Mai 13, 2019 17:19
Ich habe eine Anleitung für ein Dreieckstuch, will aber ein dünneres Garn, also mehr Lauflänge pro 100m, verwenden. Ich würde eigentlich vermeiden wollen, erstmal nur ein Knäul des Garns zu kaufen für die Strickprobe, dann zu rechnen und nachzukaufen... kann man einen "Ungefähr-Wert" auch ohne Strickprobe ausrechnen, damit man die Wolle schon einkaufen kann?
Falls du beabsichtigst, mit dem dünnen Garn auf exakt dieselbe Maschenprobe zu kommen wie in der Anleitung für das dicke Garn (und das dann auch schaffst), dann brauchst du exakt dieselbe Menge Meter. Weitere Vorhersagen sind nicht möglich.
Alternativ hatte ich überlegt, für eben diese Anleitung einen Farbverlauf-Bobbel zu verstricken. In dem Fall wäre es natürlich noch wichtiger, einen genauen Wert VORHER auszurechnen, da die Anleitung von einer Kante aus gestrickt wird mit Abnahmen bis zum Ende und ich natürlich auch den Bobbel so verstricken will, dass ich möglichst genau auskomme, damit nachher nicht eine Farbe fehlt oder ich am Ende nicht auskomme.
Du erwartest von uns gerade hellseherische Fähigkeiten. Wir wissen nicht, was für ein Tuch du stricken willst, wir wissen nicht, was für ein Originalgarn dafür gedacht ist, und wir wissen nicht, was für ein Garn du verwenden willst. Wie soll man da vorhersagen, wieviel Garn in welchen Farben du brauchst?
Das mit dem Strickmuster anfertigen und ausrechnen habe ich irgendwie nicht ganz verstanden...
Wenn du genauer beschreibst, was dir unklar ist, kann man weiterhelfen. Grundlagen zur Maschenprobe wurden hier schon einmal von Lisbeth erklärt. Im betreffenden Thread gibt es auch einen weiterführenden Link.

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Re: Garnbedarf, Faustformel

Beitrag von Siebenstein » Di Mai 14, 2019 18:57

Strickelina hat geschrieben:
Mo Mai 13, 2019 17:19
...
da die Anleitung von einer Kante aus gestrickt wird mit Abnahmen bis zum Ende und ich natürlich auch den Bobbel so verstricken will, dass ich möglichst genau auskomme, damit nachher nicht eine Farbe fehlt oder ich am Ende nicht auskomme.
Wäre es da nicht eine gute Idee, die Anleitung quasi "umzudrehen", also mit wenigen Maschen zu beginnen und Zunahmen statt Abnahmen zu arbeiten? Dann hörst du auf, wenn das Garn fast verbraucht ist, kettest ab und hast weder Garn verschenkt noch fehlt dir am Ende welches.

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Re: Garnbedarf, Faustformel

Beitrag von Strickelina » Sa Mai 18, 2019 21:27

Satimi hat geschrieben:
Di Mai 14, 2019 12:50
In Deinem Fall kannst Du Dir für das Dreieckstuch die Lauflänge des in der Anleitung verwendeten Garnes als Maß nehmen. Du schaust Dir den Garnbedarf an und rechnest die Lauflängen der Einzelknäule zusammen. Dann teilst Du die Summe durch die Lauflänge Deines Garnes. Damit hast Du den ungefähren Verbrauch in Knäulen ausgerechnet. Das ist aber, wie gesagt, nur ein grober Anhaltspunkt.
super, das hilft mir schonmal sehr weiter, grundsätzlich :) danke!! Genau so eine "Formel" habe ich gemeint. Es ist gut, sowas zu wissen. Bei gut funktionierendem rational-mathematischem Verständnis kann man auf solche Rechenwege vielleicht auch selbst kommen - aber bei mir hapert es dort ziemlich ;)

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Re: Garnbedarf, Faustformel

Beitrag von Strickelina » Sa Mai 18, 2019 21:36

Kerstin hat geschrieben:
Di Mai 14, 2019 18:47
Du erwartest von uns gerade hellseherische Fähigkeiten. Wir wissen nicht, was für ein Tuch du stricken willst, wir wissen nicht, was für ein Originalgarn dafür gedacht ist, und wir wissen nicht, was für ein Garn du verwenden willst. Wie soll man da vorhersagen, wieviel Garn in welchen Farben du brauchst?
Huhu Kerstin :) nein, hatte ja noch gar nicht erwartet, dass jemand mir im konkreten Fall ausrechnet, wiviel Garn ich in welchen Farben brauche ;) mir ging es ja erstmal um eine - sofern vorhanden - generelle Formel...

zum konkreten Fall: Das Tuch heißt "Evolet" und ist von Marisa Nöldeke. Das angegebene Garn dort hat eine Lauflänge von 200m/100g und die Verwendete NS ist 4,5mm. Maschenprobe ist 17M x 25R = 10x10cm glatt rechts. Angeschlagen werden 170M. Die Farbverlaufs-Bobbel, die ich verwenden will, gibt es in unterschiedlicher Stärke. Von der LL her passt am ehesten ein 6-fädiges mit 128m/50g. Das wären die Angaben, die ich machen kann.

Ganz liebe Grüße
Strickelina

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