Strickdesign Bücher für Tücher?

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Strickelina
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Strickdesign Bücher für Tücher?

Beitrag von Strickelina » Mo Mai 13, 2019 17:14

Hallo zusammen,

gibt es gute Bücher zum Thema Tücher selbst entwerfen? Ein Grundlagenbuch, was zum Beispiel auch erklärt, wie man verkürzte Reihen einsetzen kann etc... und wie man zu verschiedenen Formen kommt. Ich meine schon eher etwas ausgefallenere Formen. Sowas wie ein Baktus, Linus oder Ähnliches ist mir soweit klar. Aber z.B. würde ich gerne ein sehr schmales, aber langes halbrundes Tuch stricken - die Halbmond-Tücher die ich kenne, sind meist noch zu "bauchig"... Mir ist da aber grundsätzlich nicht klar, wie/wo man zunehmen müsste, um zu einer bestimmten Form zu kommen. Z.B. "mehr Länge bei gleicher Breite" oder sowas... Ein Buch, das so etwas erklärt, damit man es dann auf eigene Ideen anwenden kann, wäre super. Ich habe leider bei eigener Suche überhaupt nichts dergleichen finden können. Habt ihr Tipps?

liebe Grüße von der Strickelina!
:-)

Kerstin
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Re: Strickdesign Bücher für Tücher?

Beitrag von Kerstin » Di Mai 14, 2019 18:33

Hallo Strickelina,

es gibt u.a. von Julia Riede, allerdings auf Englisch, einige e-books bzw. Bücher zu deinem Thema. Zur Qualität kann ich leider nichts sagen.

Ein Teil deiner Fragen scheint weniger mit Tüchern speziell zu tun zu haben, sondern mehr mit allgemeiner Formgebung. Formgebung braucht man für alles, was eine bestimmte Form und ein bestimmtes Maß haben soll. Sie setzt dreierlei voraus:
  1. Du weißt, welche Maße und welche Form dein fertiges Teil haben soll.
  2. Du hast eine Maschenprobe im gewünschten Muster gestrickt.
  3. Du beherrschst Dreisatzrechnung.
Lang und halbrund ist mehr oder weniger ein Widerspruch in sich. Halbrund ist nun mal ein halber Kreis, und ein Kreis ist nicht lang. Ein längeres Tuch lässt sich entwickeln, indem man den Halbkreis in der Mitte teilt (in Gedanken jedenfalls) und dazwischen ein gerades Stück in gewünschter Länge einfügt. "Von oben" strickend würde man also die erste Hälfte eines halbrunden Tuchs anschlagen, dann so viele Maschen, wie das gerade Stück lang sein soll (Maschen- bzw. Musterprobe!), und dann die zweite Hälfte des halbrunden Tuchs. Man strickt dann am Anfang und Ende der Reihen die Hälften mit den entsprechenden Zunahmen und dazwischen das gerade Teil. Im Prinzip wäre es die Kurz-Version eines Färöer-Tuchs mit einem extrem breiten Mittelstück.

Man kann das sicher auch von einer Seite zur anderen stricken statt von oben. Dazu würde man anhand der Maschenprobe ausrechnen, wieviele Maschen für die Breite benötigt werden und wie viele Reihen für den Rundungsbereich. Dann kann man sich das auf passendem Maschenpapier markieren und die gewünschte Rundung einzeichnen. Diese Skizze ist dann die Vorlage für die Zunahmen am Anfang. Ist die gewünschte Breite erreicht bzw. der gewünschte Viertelkreis gestrickt, dann kommt das gerade Mittelteil in der gewünschten Länge. Am Ende folgt dann der umgekehrte Viertelkreis (Abnahmen statt Zunahmen) für das andere Ende.

Willst du statt der Viertelkreise am Anfang und Ende eine Schrägung, dann berechnest du gemäß Maschenprobe die gewünschte Anfangsbreite und die gewünschte Hauptbreite in Maschen. Wenn du die kleine Zahl von der großen abziehst, bekommst du die Zahl der Maschen, die zugenommen werden müssen. Die verteilst du gleichmäßig auf die Reihenzahl, die du für die Schrägung haben willst, und nimmst in dieser Weise zu. Nach dem geraden Stück wird in derselben Weise abgenommen wie du vorher zugenommen hast. So eine Schrägung berechnet man genauso wie die Zunahmen bei einem Ärmel; der Unterschied zwischen schmal und breit wird auf die zur Verfügung stehenden Reihen verteilt, nur nimmt man bei einem Ärmel beidseitig zu und bei einem seitwärts gestrickten Tuch nur auf einer Seite.

Verkürzte Reihen werden analog gestrickt. Nur berechnest du dafür nicht, wie viele Maschen du zunehmen musst, sondern wie viele Reihen du zusätzlich für den "höchsten" Bereich benötigst und wie viele Maschen dieser Bereich breit sein soll. Beidseitig dieses Bereichs verteilst du die Verkürzungen auf die Hälfte (!) der zur Verfügung stehenden Reihen. Die Hälfte deshalb, weil du nur in jeder zweiten Reihe um mehr als eine Masche verkürzen kannst. Bedenke letztlich, dass eine gekurvte Kante länger ist als eine gerade. Beim Anstricken einer Bordüre muss man das berücksichtigen.

Mach dir die Mühe und zeichne die Formen, die du haben willst, mal in Kleinformat auf. Überlege dir, an welcher Stelle du anfangen und in welche Richtung du stricken willst. Dann erkennst du vermutlich schon selbst, wo Zu- oder Abnahmen oder verkürzte Reihen nötig sind. Strick erst einmal Tücher in Puppengröße, daran kannst du vieles lernen, das du später auf große Tücher umsetzt.

Zahlreiche Grüße
Kerstin
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MichaGra1990
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Re: Strickdesign Bücher für Tücher?

Beitrag von MichaGra1990 » Sa Jul 06, 2019 11:28

Das würde mich auch interessieren, ich schaue mich hier auch mal um.

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