Skip to main content.

Sonntag, 07. Februar 2016

Stricken und Rechnen gehören für mich zusammen. Es ist nur bedingt und nur mit viel Versuch und Irrtum möglich, gut passende Jacken oder Pullover selbst zu entwickeln, wenn man nicht bereit ist, sich mit ein wenig Algebra oder wenigstens den Grundrechenarten und dem Dreisatz auseinanderzusetzen. (Die Naturbegabungen, die mit weitgehend der selben Nadelstärke immer den gleichen Typ Raglan von oben stricken, lassen wir für den Moment mal außen vor.)

Freitag, 05. Februar 2016

Auch mit einem Garnrest von nur 25 Gramm kann man noch etwas Hübsches stricken.

Tuch Juliette

“Juliette” ist ein kleines, elegantes Tuch, entworfen von Birgit Freyer. Ich bekam die Anleitung in einer ihrer “Wundertüten”. Und zufällig war von einem früheren Projekt eine passende Menge Garn übrig geblieben, das entschieden zu schade zum Wegwerfen war, nämlich Lotus “Tibetan Cloud”, ein himmlisch feines Yak-Garn.

Mit seinem geringen Gewicht und der relativ simplen, logischen Musterfolge war dieses Tuch ein ideales Mitnahme-Projekt. Und jetzt, nach Fertigstellung, ist es ein filigraner Schal für die kommenden Frühlingstage, der mit seiner neutralen Farbe zu vielen Sachen passt.

Mittwoch, 03. Februar 2016

Der 2. Februar gilt mittlerweile überall als “Murmeltiertag”, was auf einen Brauch und natürlich auch den Film aus der Neuen Welt zurück geht. Dabei wird gern vergessen, dass er über Jahrhunderte auch in unserem Kulturkreis eine wichtige Bedeutung hatte und als einer der “Kreuztage” zwischen Sonnenwende und Tag-und-Nacht-Gleiche galt.

In der dunklen Winterzeit fand man sich spätnachmittags in den Spinnstuben zusammen, um Licht zu sparen und Gesellschaft zu haben, denn Spinnen und Geschichten erzählen kann man auch bei nur schlechtem Licht. Ab Lichtmess aber spürt man deutlich, dass die Tage wieder länger werden und die Sonne später untergeht. Schluss war's mit der Spinnstube, andere Aufgaben wurden wichtiger; und für die Bauern begann um diese Zeit, je nach Situation und Wetterlage, wieder die Arbeit im Freien.

Und natürlich gibt es auch für Mitteleuropa eine Wetterregel, die sich auf diesen Tag bezieht:
Ist’s an Lichtmess hell und rein,
wird ein langer Winter sein.
Wenn es aber stürmt und schneit,
ist der Frühling nicht mehr weit.

(Quelle: Wikipedia)
Das deckt sich übrigens mit den Murmeltier-Regeln. Da es gestern windig und regnerisch war, dürfen wir also mit einem baldigen Frühling rechnen. Dazu passt, dass hier im Vorgarten schon die Winterlinge in voller Blüte stehen.

Winterlinge am 2. Februar

Für mich wird Lichtmess immer Lichtmess bleiben, Murmeltiertag hin oder her. Letztlich haben die amerikanischen Siedler ja auch nur übernommen und angepasst, was sie an Wetterregeln aus Europa mitgenommen haben.

Samstag, 16. Januar 2016

Zu Weihnachten bekam ich ein Auto. Es war etwa 12 cm lang, bestand aus massiver bitterer Schokolade und wog etwas über 200 g. Es sah lustig aus, aber ich fand die Schokolade fast ungenießbar. Knapp 20 g von der Kühlerhaube wanderten bereits am folgenden Tag in eine Mousse au chocolat, weil da noch ein paar Gramm Schokolade fehlten. Die Mousse wurde schon mit diesem kleinen Anteil ziemlich herb.

Gestern nun fand sich eine Gelegenheit, die verbliebenen 200 g elegant und einigermaßen schmackhaft zu verwerten: Im Inneren einer Schoko-Biskuitrolle.

Schokoladen-Sahne-Biskuitrolle

Als Basis wählte ich dieses Rezept aus dem Hause Oetker. Nach dem kürzlichen Desaster mit der zermatschten Orangenrolle war mir nach verlässlichen Angaben zumute.
Für den Teig ließ ich ein Eigelb weg, weil ich keine Lust auf ein übrig gebliebenes Eiweiß hatte; und anstelle der originalen Oetker-Zutaten nahm ich die Produkte, die ich im Haus habe, also Noname-Backpulver und schwach entölten Standard-Kakao. Die Rolle gelang mir tadellos, weder brach noch klebte sie. Bei der Füllung kam dann besagte Schokolade zum Zuge.

Ich zerhackte das Auto in kleine Stücke, schmolz diese in 200 ml Schlagsahne und probierte. Es war furchtbar bitter. Ich warf einen Esslöffel Zucker hinein, damit war es etwas süßer, aber immer noch ziemlich herb. Ich ließ die Masse erst einmal abkühlen und verdünnte sie mit weiteren 200 ml Sahne. Dann weichte ich einen Beutel Gelatine ein (ganz normale, nicht die fixe) und löste sie im Wasserbad auf. Die gekühlte Schokoladensahne schlug ich dann mit dem Rührgerät so steif, wie sie zu werden geruhte (doll war's nicht) und verhalf ihr dabei mit der Gelatine zu mehr Stand. Das Ergebnis war eine Masse, die ungefähr die Konsistenz von Mousse au chocolat hatte und sich bestens für die Füllung eignete. Es war noch genügend übrig, um die Rolle außen damit zu überziehen.

Ich musste natürlich den Rand abschneiden und aufessen, weil der immer so ungleichmäßig gerät, dass man ihn der Familie nicht vorsetzen kann. Und die Geschmacksprobe ergab: Kinder wären sicherlich nicht so begeistert von dem immer noch intensiven Geschmack nach Bitterschokolade, aber für Erwachsene ist es in Ordnung. Und die Schokolade ist auch verbraucht.

Donnerstag, 14. Januar 2016

Dass man in ein Strickstück Fehler einbaut und es dann ganz oder teilweise ribbeln und nochmals stricken muss, dürfte jedem von uns schon passiert sein. Bei dem Modell, das ich derzeit in Arbeit habe, ist zweimaliges Stricken Programm, allerdings ohne das erwähnte Ribbeln.

Schon im vergangenen November stieß ich bei Ravelry auf den Pulli “One piece, knit twice” von Maddy Cranley. Ich finde das Ding faszinierend, obwohl ich mich sonst gar nicht so sehr für tiefe V-Ausschnitte begeistern kann. Deshalb kaufte ich mir die Anleitung.

Da mir zum Handstricken die Zeit fehlt, änderte ich zunächst das Muster so ab, dass es mit der Maschine strickbar wurde. Damit ist es wahrscheinlicher, dass dieses Modell irgendwann gestrickt und fertiggestellt wird. Außerdem passte ich den Schnitt mehr an meine persönlichen Maße an. Dann machte ich einen ersten Testlauf. Der endete desaströs.

Ich vergaß, in DesignaKnit (mit dem ich praktisch alle meine Schnitte berechne) den Schnitt umzudrehen, so dass ich spiegelverkehrt strickte. Das merkte ich erst, als das erste Vorderteil schon halb fertig war. Verärgert über mich selbst warf ich es von der Maschine. Da ich ein vorsichtiger Mensch bin, ribbelte ich es nicht sofort auf, sondern guckte es mir zunächst genauer an. Dabei stellte ich fest, dass die angestrickte Blende, bestehend aus drei Kraus-Maschen, heftig nach innen kippte. Das gefiel mir überhaupt nicht, zumal diese Blende auch noch eine Wahnsinnsmühe beim Stricken bereitete. So ging das ja nun überhaupt nicht. Nachdem das Teil ein paar Tage zu ruhen geruhte und ich noch einmal die Maschenprobe überprüfte, ribbelte ich es auf.

Es dauerte mehrere Wochen, bis ich ausreichend Muße und Nerven fand, mich wieder damit zu beschäftigen. Das erste Teil ist inzwischen fertig, gestrickt aus Wollmeise “Pure” in der Farbe “Küken”.

One Piece, ein Teil

Ich bin mir nicht so ganz sicher, ob mir die Farbe wirklich gefällt. Es ist eine der besonders schrillen Wollmeise-Färbungen; ich habe keine Ahnung, was mich seinerzeit geritten hat, sie zu kaufen. Aber zum Testen eines Modells, von dem man noch nicht hundertprozentig überzeugt ist und das vielleicht noch optimiert werden muss, eignet sich das Material sicherlich.

Dienstag, 05. Januar 2016

Mariana ist der Name einer alten brasilianischen Stadt. Sie liegt in der Nähe der Ortschaft Bento Rodrigues. Dieser Ort wurde vor zwei Monaten durch Dammbrüche verschüttet, die eine riesige Umweltkatastrophe auslösten.
Mariana heißt auch ein halbrundes Tuch, das der Brasilianer Aloisio Santos einen Monat später im Rahmen eines kostenlosen Mystery-Knitalongs anbot. Ich habe mitgestrickt, und meine Mariana wurde am letzten Tag des Jahres fertig:

Tuch Mariana

Die Anleitung ist für 4fach-Garn gedacht. Ich hatte von früheren Projekten zwei unterschiedliche Stränge à 100 g Lace-Garn übrig, einmal Posh “Olivia Lace” (100 % Seide, 750 m/100 g) und einmal Posh “Natasha Lace” (50 % Seide, 50 % Baby-Kamel, 800 m/100 g), und fand, dass die beiden recht gut zusammenpassten. Das fertige Tuch wiegt etwa 165 g. Es ist mit 2 m Breite und 95 cm Höhe ziemlich groß ausgefallen. Das Besondere daran sind die Rippen aus Linksmaschen, die zur unteren Kante hin übergehen in eine Art Blütenmuster:

Mariana, Detail der Bordüre

Das Muster sieht sehr kompliziert aus, aber tatsächlich fand ich es relativ eingängig, logisch aufgebaut und gut nachzuarbeiten. Es war im Dezember sogar mein Unterwegs-Gestrick. Lediglich bei der vorletzten Reihe (Reihe 159) hatte ich Schwierigkeiten, weil die Anleitung für die Bordüre nicht als Diagramm, sondern nur in Worten angegeben war. Danach zu stricken fällt mir schwer, ich verliere schnell die Übersicht im Satz-Dickicht.

Samstag, 02. Januar 2016

In den vergangenen Jahren waren meistens Socken mein letztes und erstes Gestrick um den Jahreswechsel herum. Ende 2015 kämpfte ich zur Abwechslung mit einem ärmellosen Pulli. Mir schwebte etwas mit wärmendem Kragen vor, das man über langärmeligen, aber weit ausgeschnittenen T-Shirts tragen kann, von denen ich mehrere besitze.

Ausgangspunkt meiner Überlegungen war der “Simple Summer Sweater”, den ich vor mehr als zwei Jahren gestrickt hatte und den ich nach wie vor sehr gern trage. Ich wollte aber auf jeden Fall mit der Maschine stricken, denn das vorgesehene Garn (Posh “Virginia Sock” muss relativ fest verarbeitet werden, damit es in Form bleibt und nicht pillt. Ein kraus gestrickter Kragen mit Zunahmen kam deshalb nicht in Frage, weil das an der Maschine eine sehr mühsame Angelegenheit ist.

Das Grundmuster für die Leibteile war einfach, quasi glatt rechts (mit der links erscheinenden Seite außen) mit einzelnen Maschen am Doppelbett, die nur in jeder zweiten Reihe mitstricken. Das ist ein Vorlegemuster. Da das Garn handgefärbt ist, wechselte ich alle zwei Reihen die Knäule, um die unterschiedlichen Nuancen möglichst gleichmäßig zu verteilen. Das ging in diesem Fall am besten mit dem Doppelbett-Farbwechsler, den ich sonst nur selten verwende.

Pulli im Vorlegemuster

Beim Kragen entschied ich mich dann für die einfachste Methode, nämlich Formgebung mittels Änderungen beim Muster und der Maschenweite. Ich begann mit einem Wickelanschlag am Doppelbett und ging dann sofort zu Vollpatent mit MW 2 über. Diese Einstellung verringerte ich alle 20 Reihen um einen Punkt, bis 80 Reihen gestrickt waren. Dann stellte ich um auf 1re-1li und strickte nochmals 15 Reihen. Dann wurden die Leibteile dazugehängt, lange Maschen gebildet und abgehäkelt.

Kragen, patentgestrickt

Der Kragen liegt schön flach, ist nicht zu eng und trotzdem halsnah. Woher der S-förmige Schwung in den Maschen der unteren Kragenkante kommt, weiß ich nicht, da war wohl Drall im Garn. Es stört mich aber nicht, ich finde, es verleiht dem Pulli eine etwas elegante Note.

Material: Etwa 320 Gramm Posh “Virginia Sock” (70 % Merino, 30 % Seide, 400 m/100 g). Gestrickt auf Brother KH 965/KR 850 mit MW 6/3. Die Musterautomatik wird dabei nicht benötigt.

Freitag, 01. Januar 2016

Euch allen, die Ihr dies liest, wünsche ich ein erfolgreiches Jahr 2016 mit Gesundheit, Freude, Erfolg und vor allem Zufriedenheit. Ich wünsche Euch so viel Veränderung, dass es nicht langweilig wird, aber genügend Bleibendes, damit Ihr die Orientierung im Leben nicht verliert.

In den letzten zwei Wochen habe ich wieder etwas mehr gestrickt als in den Monaten zuvor, aber das meiste wurde verschenkt, bevor ich die Gelegenheit hatte, Bilder zu machen. Das ist nicht weiter tragisch, weil es sich großenteils um wenig spektakuläre Modelle handelte, die ich schon öfter in ähnlicher Form angefertigt hatte. Die Menschen, für die ich stricke, schätzen Bewährtes und finden es sehr praktisch, den gleichen Pullover in drei verschiedenen Farben oder Macharten zu besitzen.

Meine interne Excel-Tabelle verrät mir, dass ich insgesamt im Jahr 2015 nur 7 Kilogramm Garn mit einer Gesamtlauflänge von 25,6 Kilometern verarbeitet habe. Ich war schon mal besser. Mein Garnvorrat verzeichnet gegenüber dem 01.01.2015 einen Netto-Zuwachs von 1,5 Kilogramm, das entspricht ungefähr drei Pullovern oder fünfzehn Paar Socken. Hoffentlich finde ich im neuen Jahr mehr Zeit zum Stricken, damit ich all die schönen Materialien, die hier warten, auch nutzbringend verwerten kann.

Sonntag, 13. Dezember 2015

Vor kurzem brachte Dagmar von der Wollerey das e-book “3 and a mystery” heraus. Es enthält drei Anleitungen für Cowls, davon eine mit passenden Stulpen, und ein viertes Modell folgt als Überraschung zu Weihnachten. Ich mag solche kleineren überschaubaren Projekte, zum einen weil sie ein ideales Mitnahmegestrick sind, aber auch weil sich die Endprodukte bestens eignen, wenn man auf die Schnelle ein kleines Geschenk benötigt.
Aus diesem e-book stammt die Anleitung für den hübschen Cowl “Cassetta”, dessen Farbenpracht auch einen düsteren Wintermorgen aufhellt.

Cassetta Cowl

Bei diesem Modell gefällt mir besonders, dass das Muster von beiden Seiten gleich aussieht. Wahrscheinlich landet dieser Schal nicht in der Geschenkekiste; ich finde, er passt sehr gut zu mir.

Cassetta Cowl, Musterdetail

Mein Material: 100 g Wollerey “Schura”, 80 % Schurwolle, 20 % Ramie, LL 300 m/100 g in Farbe sc3023 (ein dunkles, ins Grau gehendes Grün) und 50 g Noro Kureyon in Farbe 319 (einmal quer durch den Regenbogen). Ich strickte nach der Anleitung, bis das Noro-Garn aufgebraucht war bzw. nicht mehr für eine vollständige Runde reichte, danach beendete ich den Schal anleitungsgemäß mit Schura. Der Umfang beträgt 140 cm, die Breite 20 cm.

Sonntag, 06. Dezember 2015

Endlich schaffe ich es Fotos von meinem fertigen Winkeltuch Donna Rocco zu zeigen, das schon seit dem 27. November abgekettet ist.

Winkeltuch Donna Rocco

    Neuere Einträge < | > Ältere Einträge