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Dienstag, 26. August 2014

Diese Woche fragt das Wollschaf:
Wie plant Ihr ein neues Projekt, wie geht Ihr vor?
Welche Vorarbeiten macht Ihr, bevor Ihr ein Teil wirklich anfangt zu stricken?


Die meisten Projekte sind bei mir Eigenentwürfe oder Abwandlungen. Ich stricke nur selten nach fertigen Anleitungen, ohne größere Anpassungen vorzunehmen. Deshalb fallen bei mir relativ viele Vorarbeiten an.
1. Entscheiden, was gestrickt werden soll (Jacke, Pullover, Handschuhe, Schal, ...) und Auswahl des Garns — mitunter auch umgekehrt, wenn ich ein schönes Garn verstricken will und noch überlegen muss, was daraus werden soll oder wofür es sich am besten eignet.
2. Auswahl des Schnittes oder der Form.
3. Musterauswahl.
4. Maschenprobe.
5. Berechnen von Maschen und Reihen.
6. Ggf. Garn wickeln (sofern noch nicht erledigt) und fürs Stricken vorbereiten.
7. Stricken.
Wenn ich mit dem Stricken beginne, sollten sämtliche Entscheidungen und Berechnungen bereits getroffen sein, damit es ohne Unterbrechungen vorwärts gehen kann. Ins Blaue hinein loszustricken ohne Plan bereitet mir Unbehagen. Ausgenommen davon sind natürlich explizite Strick-Experimente, bei denen es darum geht, Muster und Techniken auszuprobieren.

Sonntag, 24. August 2014

Zur Zeit mangelt es mir an Strick- und genereller Freizeit; zu viele unwollige Angelegenheiten wollen gerade bedacht, geplant und erledigt werden. Mit Bewunderung und nicht ohne Neid schaue ich auf das, was andere in ihrer Freizeit alles stricken. Aber irgendwann kommen hoffentlich auch für mich wieder bessere Zeiten.

Bis dahin stricksele ich langsam, gemütlich und weitgehend ohne Zeitdruck zur Entspannung vor mich hin. Derzeit ist mein Haupt-Handstrickprojekt immer noch “Mary Lennox” im Rahmen eines Knitalong. Das hat im Moment noch den Vorteil, dass der zeitliche Aufwand überschaubar ist und dass ich beim Stricken fast nicht nachdenken muss, abgesehen von gewissen Entscheidungen, die getroffen werden müssen. Dieses Tuch erlaubt nämlich unglaublich viele verschiedene Strick-Varianten. Zunächst einmal kann man es rund stricken, als Dreivierteilkreis oder als Halbkreis. Rund stricke ich es natürlich nicht, denn ich möchte mir später keine Tischdecke um die Schultern hängen; bei mir wird es ein Halbkreis. Zweitens gibt es bei einigen Hinweisen zwei verschiedene Mustervarianten, die man auch miteinander kombinieren kann. Und drittens kann man einige Musterteile entweder mit Noppen stricken oder die Noppen durch Perlen ersetzen. Um Zeit und Garn zu sparen, habe ich mich für Perlen entschieden.

Mary Lennox bei Clue 4

Mary Lennox, Musterdetail

Die Konstruktion dieses Tuchs finde ich ungewohnt: Man hat es hier nicht mit stetigen Zunahmen zu tun, sondern es werden in größeren Abständen jeweils alle Maschen verdoppelt, und zwischen diesen Massen-Zunahmen wird nur gerade hoch gestrickt. Mal schauen, wie das Ganze dann wirkt, wenn es fertig und ordentlich gespannt ist.

Clue 4 habe ich inzwischen fertig, aber Clue 5 wird erst in sechs Tagen veröffentlicht. Bis dahin kommt ein anderes Strickprojekt an die Reihe.

Freitag, 15. August 2014

Einer meiner Kollegen weiß, dass ich gern die Markierungsringe von elektrischen Zahnbürsten als Maschenmarkierer verwende. Sie sind leicht, dünn, handlich und in mehreren Farben verfügbar, nur haben sie leider die Angewohnheit, sich gelegentlich auf Nimmerwiedersehen in den Staubsauger, in Parkett- oder Sofaritzen oder die unerforschten Tiefen von Rucksäcken und Taschen zu verirren. Deshalb bin ich immer froh, wenn sich Nachschub findet.

Dieses Arrangement lag nun heute morgen auf meinem Schreibtisch:

Maschenmarkierer

Vielen Dank, lieber Kollege!

Dienstag, 12. August 2014

Diese Woche will das Wollschaf wissen:
Ich habe eine Frage an alle SockenstrickerInnen und -trägerInnen:
Was tut Ihr, wenn die Schublade eurer gestrickten Fußwärmer rappelvoll ist, Ihr aber schon neue Socken gefertigt habt und behalten möchtet (weil die ja sooo schön sind)?
Sortiert ihr aus und fällt euch das leicht?
Erweitert ihr die Lagermöglichkeiten oder gibt es für euch noch eine andere Lösung?
Vielen Dank an Antje (Sockentrolli) für die heutige Frage!


Bei mir greift die angedeutete “andere Lösung”:
Wenn meine Sockenschublade voll ist, brauche ich mir keine neue Socken zu stricken. Also stricke ich etwas anderes. Das können beispielsweise Socken für Leute mit leerer Sockenschublade sein, aber auch Pullover, Handschuhe, Jacken, Schals oder Mützen, je nachdem, was gerade gebraucht wird. Nur Socken und sonst gar nichts zu stricken wäre mir zu eintönig; so als würde man immer nur Toastbrot mit Marmelade essen (auch wenn's viele verschiedene Marmeladesorten sind) und niemals Fischauflauf, Schokoladenpudding, Erdbeertorte, Pellkartoffeln mit Quark, diverse Gemüse und was es sonst noch an leckeren Gerichten gibt.

Dienstag, 05. August 2014

Diese Woche fragt das Wollschaf:
“Selbstgestrickte Sachen brauchen nicht perfekt zu sein, es ist schließlich Handarbeit” – stimmst Du dieser Aussage zu?


Wie andere Teilnehmerinnen schon vor mir geschrieben haben:
Es kommt drauf an. Auch Handgearbeitetes hat das Recht, so sorgfältig wie möglich ausgeführt zu werden, sonst kann man es gleich bleiben lassen. Auffällige Fehler mag ich bei meinen Handarbeiten nicht akzeptieren, sie werden beseitigt.
Fehler, die nicht auffallen und keinen Einfluss auf Aussehen, Passform oder Gebrauchstüchtigkeit haben, lasse ich ohne Gewissensbisse drin, wenn mir das Korrigieren zu mühsam ist.

Wenn andere Strickerinnen einen anderen Maßstab (höher oder niedriger) anlegen, ist mir das übrigens egal. Das Schöne an individuell produzierten Dingen ist unter anderem, dass jeder seine eigene Vorstellung von Qualität verwirklichen kann. Und eine Strickpolizei gibt es glücklicherweise auch noch nicht.

Sonntag, 03. August 2014

Als ich heute nachmittag eine Schale frisch gepflückte Brombeeren waschen wollte, lag obenauf eine Beere mit diesem winzigen Geschöpf:

winzige Schnecke auf Brombeere

Eine klitzekleine Schnecke, Länge über alles gerade mal drei Millimeter. Ich brachte es nicht fertig, sie zu ertränken, und legte die Beere samt Bewohner wieder nach draußen. Ich hoffe, der oder die Kleine frisst sich noch etwas Speck an und kommt dann gut durch den Winter.

Montag, 28. Juli 2014

Nein, nicht Nancy Friday, sondern das Stück von Depeche Mode ging mir ständig durch den Kopf, als ich am zweiten Teil des Tuchs “Mary Lennox” strickte.
Es ist ein schönes Lochmuster, das allerdings etwas Konzentration erfordert, weil teilweise auch in den Rückreihen gemustert wird. Das Tuch wird eigentlich kreisförmig in Runden gestrickt, es gibt aber auch eine flach gearbeitete Halb- und Dreiviertel-Version, und die Halb-Version stricke ich. Da mir in der flachen Version der Mustersatz am Ende der Hinreihen unvollständig erschien, habe ich ihn um eine Masche erweitert. So gefällt es mir besser.

Mary Lennox nach Clue 2

Auf dem Bild ist das Tuch nur notdürftig aufgesteckt und nicht richtig gespannt, deshalb ist die Form etwas seltsam. Kommenden Samstag wird der dritte Teil veröffentlicht, und ich bin schon sehr gespannt, wie es weitergeht.

Samstag, 26. Juli 2014

Derzeit ist es so heiß und schwül, dass mich die Gegend, in der ich lebe, eher an tropische Regionen erinnert als an Mitteleuropa. Morgens fühlt man sich versetzt in “Gorillas im Nebel” und vermutet auf dem Weg zur Arbeit Silberrücken hinter den feucht umnebelten Büschen, aber glücklicherweise kommen nur harmlose Rentner zum Vorschein, die ihren Müll zum Container bringen, bevor der von der Müllabfuhr geleert wird. Wenn dann mittags die Sonne herunter brennt und die Luft voller Geschnatter ist, wird das nicht von roten Aras im Dschungel des Amazonas verursacht, sondern nur von Studenten in der Mensa. Und das obligatorische Gewitter pünktlich zum Feierabend erinnert mich an Lana Turner im Film “Der große Regen”. Leider rettet mich dabei niemand aus der Sintflut, was möglicherweise daran liegt, dass es mir so ziemlich an allem mangelt, was die Filmfigur Edwina Esketh auszeichnet.

Aber ich wollte eigentlich gar nicht übers Wetter schreiben, sondern darüber, dass ich trotz des Wetters, das so gar nicht zum Stricken animiert, die eine oder andere Kleinigkeit fertig gestellt habe, als da wären:

Slipstream Cowl:
Slipstream Cowl

Ein netter Rundschal, abwechslungsreich, aber nicht schwierig zu stricken. Er passt gut um meinen Hals, könnte aber eventuell ein, zwei Zentimeter kürzer sein.

Slipstream Mitt:
Slipstream Cowl

Hübsche fingerlose Handschuhe passend zum Schal, allerdings habe ich mein Einzel-Exemplar in einer anderen Farbe gestrickt. Vom Schal-Garn ist glücklicherweise noch so viel übrig, dass es für ein komplettes Paar Handschuhe reichen wird. Mein Handschuh-Versuch ist übrigens eher klein ausgefallen; im Zweifelsfall würde ich empfehlen, eher die Größe L/XL zu stricken als die Größe S/M.

Die Anleitungen für beide Teile sind von Louise Zass-Bangham und erhältlich via Ravelry.

Dienstag, 22. Juli 2014

Diese Woche lautet die Wollschaf-Frage:
Habt Ihr ein oder mehrere Lieblings-Strickbücher?
Wenn ja, welche(s)?
Aus welchem Buch habt Ihr bisher die meisten Modelle nachgestrickt?
Welches Buch in Eurer Strickbibliothek hat Euch bisher den meisten Nutzen gebracht und warum?


Leider habe ich kein richtiges Lieblings-Strickbuch, was möglicherweise daran liegt, dass ich insgesamt zu viele Strickbücher habe. Es dürften so um die 600 sein, und sie befassen sich mit allen möglichen verschiedenen Aspekten des Strickens. Je nach momentaner Interessenlage finde ich mal das eine, mal das andere spannender und informativer.
Dass ich Modelle aus Büchern oder Zeitschriften wie angegeben nachstricke, passiert eher selten. Meistens betrachte ich die Anleitungen als Vorschläge, die man abwandeln kann; fast immer verwende ich ein anderes Material als das angegebene, und Schnitte werden grundsätzlich an die Maße des zukünftigen Besitzers angepasst. Was nützt mir ein toller Pullover, der aussieht wie im Buch, wenn ich das Material erst mühsam aus Übersee beschaffen muss, wenn mir die Farben nicht stehen, die Ärmel zu lang sind und der Ausschnitt zu tief? Genau, gar nichts.
Was ich sehr häufig nutze, sind übrigens reine Musterbücher bzw. -hefte. Der Burda-Verlag brachte in den 1980er Jahren etwa ein halbes Dutzend verschiedener Hefte heraus, die jeweils zwischen 200 und 300 Strickmuster in den verschiedensten Techniken (Fair Isle bzw. Norweger, Lochmuster, Zopfmuster, Strukturmuster, ...) enthalten. Darin blättere ich sehr gern, man kommt dadurch immer wieder auf neue Ideen. Auch japanische Musterhefte sind in dieser Hinsicht sehr inspirierend und, da sie auf Strickschriften basieren, auch dann verständlich, wenn man kein Wort Japanisch kann. Es gibt auch zahlreiche englische Mustersammlungen (z.B. die “Treasuries” von Barbara Walker), aber vor allem die älteren bieten häufig nur Wort-für-Wort-Anleitungen, und danach zu stricken finde ich mühsamer, obwohl ich die Sprache recht gut beherrsche. Ich finde aber auch deutsche Wort-für-Wort-Anleitungen schwieriger zu überblicken als ein Diagramm.
Andererseits ist nachvollziehbar, dass es für manche Leute einfacher ist, ohne Nachdenken schlicht nach Text zu stricken, statt sich erst zum Zweck der Übersicht auf eine Meta-Ebene zu begeben und deren Symbole zu deuten. Gerade bei englischen Anleitungen habe ich auch des öfteren erlebt, dass Diagramme lieblos “hingeknallt” waren, dass Angaben zum Anschlag oder zu Abweichungen am Reihenanfang und -ende fehlten und somit das Ganze ohne den kompletten Text praktisch unstrickbar war. Man merkt daran, dass die Strick-Kultur doch eine andere ist; Diagramme werden als entbehrliche Zugabe angesehen, aber nicht als Grundlage fürs Stricken. Auch das kann seinen besonderen Reiz haben; zumindest ist der Überraschungseffekt wesentlich größer, wenn sich aus einer “Textwüste” im Verlauf des Strickens allmählich ein wunderschönes Muster herauskristallisiert.

Sonntag, 20. Juli 2014

Eigentlich hätte ich gewisse “Pflichtstrickereien” zu erledigen, beispielsweise neue Socken für ein Familienmitglied. Das Garn hat es sich selbst ausgesucht, Sockengarn für je ein Paar in Mittelblau und Beige-Oliv aus meinem Fundus für alle Fälle liegt hier bereit.

Stattdessen beteilige ich mich derzeit an nicht weniger als drei Mystery-Knitalongs. Das ist mir noch nie passiert; vermutlich ist der Supermond daran schuld, der uns derzeit so nahe ist wie lange nicht mehr.

In Arbeit sind momentan:

Slipstream Cowl
Ein Rundschal (vulgo: Cowl) aus dem Slipstream-Mystery-KAL von Louise Zass-Bangham.

Slipstream Mitt
Ein dazu passen sollender fingerloser Handschuh aus dem selben KAL. Ich habe für meinen Versuch jetzt einen nicht passenden Garnrest verwendet, werde aber, wenn vom anderen Garn genug übrig bleibt, selbstverständlich das für ein passendes Paar nehmen.

Mary Lennox
Ein Tuch “Mary Lennox” (nach dem Kinderbuch “The Secret Garden” von Frances Hodgson Burnett) von Kate Poe. Zugegeben, da ist noch nicht viel zu erkennen.

Bisher sind das kleine, nette, gut transportable Teile; und ich stricke zwei davon sogar in Runden, weil ich nämlich nicht prinzipiell etwas gegen Rundstricken habe. Für Schal und Handschuhe werden kommenden Dienstag die letzten Teile der Anleitung veröffentlicht; mit dem Tuch werde ich noch eine ganze Weile länger beschäftigt sein.
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