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Freitag, 26. Dezember 2014

Dieses Paar Socken in Größe 41 ist etwas zu spät fertig geworden, es sollte eigentlich ein Weihnachtsgeschenk werden. Gestrickt habe ich aus der Qualität ONLine Supersocke Farbe 1532, Fuchsia-Lila gestreift. Bei der ersten Socke wählte ich für den Anfang eigens einen halbwegs erkennbaren Farbwechsel im Streifenverlauf. Für die zweite Socke musste ich, um zum gleichen Farbwechsel zu gelangen, etwa 5 Gramm abwickeln. Das ist das kleine Knäuel auf dem Bild.

Gestreifte Socken

Gibt es Untersuchungen oder Erfahrungswerte zur Rapportlänge von selbstmusternder (oder streifenbildender) Sockenwolle? Es würde schon helfen, wenn man wüsste, in welchen Abständen die Rapporte geplant werden. Bis zu welcher Größe kann man einigermaßen sicher sein, dass man zwei möglichst gleiche Socken aus einem 100-g-Knäuel stricken kann? Sicherlich hängt das auch vom jeweiligen Musterverlauf ab. Bei diesem Garn hatte ich zum Schluss noch gut 25 g übrig, zusätzlich zu den 5 g, die ich abgewickelt hatte. Ein wenig Reserve war also noch vorhanden. Ich hatte aber auch mal bei einem Opal-Knäuel einen so langen Farbverlauf, dass es für zwei gleiche Socken in Größe 38 nicht reichte. Das fand ich dann schon etwas ärgerlich. Es gibt zwar Menschen, die am liebsten verschiedenfarbige Socken tragen, aber die gehören nicht zu meiner Sockenstrick-Zielgruppe.

Dienstag, 23. Dezember 2014

Heute möchte das neugierige Wollschaf gerne wissen, ob Ihr Hamster oder Puristen seid.
Hast Du einen Wollvorrat oder kaufst Du nur projektbezogen?
Schöpfst Du gerne aus dem vollen oder belasten Dich größere Vorräte eher?
Das Wollschaf wünscht Euch allen wunderschöne Feiertage!


Ich gehöre eindeutig zur Familie der Hamster. Und das hat historische Gründe:
Am liebsten trage ich warme Farben, vor allem Grün- und Braun-Töne; und sie stehen mir auch am besten. Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre fand man die aber nirgends. Es war die Zeit der Neon- und der kalten Farben; Lila, Pink, Grau und bestenfalls noch Türkis. Ich erinnere mich, dass Woll Butt bei einer einzigen Qualität nicht weniger als acht verschiedene Lila- und Fliedertöne im Programm hatte, dafür aber kein einziges, nicht einmal annäherndes Grün, von Beige ganz zu schweigen. Es waren schlechte Zeiten für mich, farblich gesehen.
Was macht man in so einem Fall? Man schaut überall, ob es bei irgendwelchen Händlern noch Vorräte in Lieblings- oder auch nur tragbaren Farben gibt und kauft sie vorsichtshalber auf. So entstand die Basis meines Wolllagers. Und es fanden sich noch erstaunlich viele Restposten in meinen Farben.
Als ich eines Feierabends Mitte der 1990er in Hamburg an der Station Hudtwalckerstraße aus der U1 ausstieg und erstmals wieder eine Frau in Beige, Weinrot und Moosgrün sah, atmete ich auf. Eine lange farbliche Dürreperiode näherte sich endlich ihrem Ende. Meine Garnvorräte aber wurden und werden nur geringfügig kleiner, denn die Gewohnheit, für schlechte Farbzeiten zu bunkern oder ein Garn einfach nur wegen seiner schönen Farbe zu kaufen, lässt sich nicht so einfach ablegen. Heute bekommt man fast jeden Farbton, den man sich vorstellen und wünschen kann; und für den Rest gibt Handfärberinnen, die einem quasi die Farbwünsche von den Augen ablesen (hallo Dagmar!).
Das Schöne an einem Vorratslager wie meinem ist, dass man jederzeit etwas Passendes für fast jedes Projekt im Haus hat. Das ist besonders praktisch über die Weihnachtstage, wenn die Geschäfte geschlossen sind und der Paketdienst nicht ausliefert. Ein kleines Sortiment Sockengarne in bunten und gedeckten Farben beispielsweise sollte in keinem Strickhaushalt fehlen; man kann damit schnell ein Paar Geschenksocken auf der Strickmaschine fabrizieren oder plötzlich auftretende Lücken im eigenen Sockenbestand auffüllen. Größere Partien braucht man, wenn einem plötzlich eine wunderbare Idee für einen Pullover kommt und man unbedingt anfangen muss, bevor die Idee und der damit verbundene Energieschub wieder verschwunden sind.
Das einzige Problem, das sich mir gelegentlich stellt: Die Garne, die ich habe, sind großenteils so wunderschön, dass ich mich oft nicht entschließen kann, sie überhaupt zu verarbeiten. Es sollte am besten etwas ganz Besonderes daraus werden, um sie richtig zur Geltung zu bringen. Für das Suchen oder Entwickeln solcher ganz besonderen Projekte fehlt mir aber leider oft die Zeit.

Samstag, 06. Dezember 2014

Als ich Anfang Oktober die Musterstücke für die MeshCon strickte, ging mir durch den Kopf, wie schön doch ein simples maschinegestricktes Webmuster aussehen kann und dass es sich auch für Kleidungsstücke eignet. Planung, Stricken und Ausarbeitung nahmen dann aber mehr Zeit in Anspruch, als ich zunächst gedacht hatte. Immerhin, jetzt ist der Pullover im Webmuster fertig:

Pullover im Webmuster

Das Basisgarn ist eine dünne reine Schurwolle (800 m/100 g) in Hellblau. Als Webgarn verwendete ich Wollmeise Pure in der Farbe “Blue Bell”, das Muster ist das allereinfachste (Lochkarte 1 bzw. Muster 30 aus dem Stitchworld-Musterbuch). Das Webmuster ist mit einfachem Faden und Maschenweite 5 am Einbett gearbeitet, für die Bündchen habe ich das Basisgarn doppelt genommen.

Der gesamte Pullover ist quer und mehr oder weniger an einem Stück gestrickt, beginnend mit dem linken Ärmel. Die oberen Ärmelmaschen wurden in zwei Hälften abgeworfen, dann hängte ich die Rückenteil-Hälfte wieder auf und schlug die benötigten Maschen für die Seitennaht zusätzlich an. Das Rückenteil wurde dann quer bis zur rechten Seitennaht gestrickt, die Nahtmaschen wurden abgekettet und die Mschen des Ärmelbereichs mit Kontrastgarn abgeworfen.
Das Vorderteil wurde auf dieselbe Weise gestrickt, dann wurde eine Schulternaht geschlossen. Als nächstes kam die Halsblende an die Reihe, hierzu wählte ich die Nr. 17 aus dem Kragen-Buch mit einem Wickelanschlag am Doppelbett:

Detail der Halsblende

Die offenen Maschen der Blende werden im Steppstich auf dem Leibteil festgenäht, das ergibt eine saubere Kante, und man kann darunter perfekt etwaige Unregelmäßigkeiten verstecken, die z.B. bei den Ab- und Zunahmen für die Ausschnittrundung entstanden sind.

Nach dem Schließen der zweiten Schulternaht strickte ich den rechten Ärmel von oben nach unten an. Es ist bei dieser Technik wichtig, alles in derselben Richtung (in diesem Fall vom linken Ärmelbündchen quer bis zum rechten Ärmelbündchen) zu stricken, weil sonst das Muster nicht gleichmäßig verläuft. Zum Schluss strickte ich noch einen kleinen Taillenbund an und schloss die langen Nähte.

Verbraucht habe ich als Basisgarn etwa 250 g 2ply-Wolle (eine Kone, die bei mir schon seit fast 20 Jahren herumlag) und dazu als Webgarn etwa 170 g Wollmeise Pure, d.h. ein Strang reicht nicht ganz.

Dienstag, 18. November 2014

Diese Woche fragt das Wollschaf:
KALs/CAls (knit-along/crochet-along) erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Insbesondere für Designer sind solche Aktionen ein probates Mittel, um sich und ihre Anleitungen publik zu machen.
Hast Du schon mal an einem oder auch mehreren KALs oder CALs teilgenommen?
Wenn ja, welche Gründe haben Dich dazu bewogen?
Wer hat den KAL/CAL initiiert?
Worin siehst Du für Dich persönlich den Nutzen, ein Modell gleichzeitig mit anderen Menschen zu stricken/häkeln?
Hast Du eventuell auch schon einmal negative Erfahrungen bei einem KAL/CAL gemacht?
Falls Du noch an keinem KAL/CAL teilgemommen hast: Warum nicht?


An Knitalongs der Mystery-Variante habe ich schon mehrfach teilgenommen. Derzeit bin ich bei einem KAL-Tuch (“Mary Lennox” beim Stricken der Umrandung, wobei es allerdings nur recht langsam vorangeht, weil die Spitzenbordüre zwar nicht schwierig ist, aber viel Konzentration verlangt. Nebenbei etwas anderes machen (außer “Fernhören” ist dabei nicht möglich.
Die Gründe, mich an einem KAL zu beteiligen, sind unterschiedlich. Prinzipiell mag ich Überraschungen und stelle mich auch gern auf Herausforderungen ein. Häufig ist bei einem KAL die Anleitung kostenlos oder zumindest günstiger als beim “normalen” Kauf, so etwas nutze ich gern mal aus. Allerdings muss das Ergebnis auch für mich brauchbar sein oder wenigstens als Geschenk taugen. Außerdem bietet ein KAL oft die Möglichkeit, eine mehr oder weniger gut abgelagerte Partie aus meinem nicht unerheblichen Garnfundus sinnvoll zu verbrauchen. Meistens sind die benötigten Garnmengen überschaubar, und es sind Ideen, auf die ich selbst kaum gekommen wäre. Fragen zu Techniken habe ich dabei nur selten. Ich frage höchstens mal nach, wenn ich eine Anleitung unklar oder missverständlich finde, was z.B. beim Mary-Lennox-KAL einige Male der Fall war.
Ob es tausend Teilnehmer sind oder drei, ob ich mit anderen zusammen oder weitgehend für mich allein stricke, ist mir ziemlich gleichgültig. Ich verfolge die diversen Nachrichten zu Fortschritten und Schwierigkeiten nur unregelmäßig, sofern nicht gerade bei mir selbst ein Verständnisproblem auftaucht. Insofern hat das gleichzeitige Stricken mit anderen für mich keine echte Bedeutung. Es kann motivierend wirken, wenn ich sehe, wie andere vorankommen und wie das (Teil-)Ergebnis aussieht; es kann mich aber auch entmutigen, wenn ich merke, dass ich aufgrund meiner persönlichen Lebensumstände mit dem Tempo mancher Nur-Hausfrauen, die offenbar den ganzen Tag strickend auf dem Sofa verbringen, ohnehin nicht mithalten kann. Wenn mir dann noch das Ergebnis nicht gefällt oder für meinen Bedarf unbrauchbar ist, dann passiert es auch, dass ich die Flinte ins Korn werfe. Das ist mir mehr als einmal passiert, u.a. bei “Earth & Sky” von Stephen West, um dessen Entwürfe ich seither einen ziemlich großen Bogen mache. Weitere aufgegebene Projekte waren z.B. “Seigaiha” von Kitman Figueroa, in das ich einige irreparable Fehler eingebaut hatte (davon abgesehen gefällt mir das Modell immer noch), und “Los Lirios” von al-abrigo, bei dem ich mich innerhalb kurzer Zeit schier zu Tode langweilte. Mit “Earth & Sky” und “Los Lirios” hätte ich ganz sicher nicht angefangen, wenn ich gewusst hätte, was auf mich zukommt.
Es gibt aber auch positive Überraschungen. Der “Slipstream”-KAL beispielsweise war für mich ein voller Erfolg; die Ergebnisse finde ich sehr gelungen und werde diese Teile ganz sicher noch einmal stricken, dann auch mit der Mütze, deren Anleitung es als Geschenk für die KAL-Teilnehmer gab.
Mein Fazit: Je mehr man vorab über ein KAL-Projekt weiß, desto besser. Man kann dann einschätzen, ob es langweilig, zu schwierig oder gerade richtig ist und ob das Ergebnis in Bezug auf Stil und Brauchbarkeit es wert ist, gestrickt zu werden. Das hat nach meiner Erfahrung nichts damit zu tun, ob viele oder wenige Leute teilnehmen. Als Teilnehmer sollte man sich über seinen Geschmack, seine Fähigkeiten und seinen Bedarf im klaren sein, um sinnvoll entscheiden zu können.

Donnerstag, 13. November 2014

Im vergangenen Monat hatte ich das blaue Paar “Slipstream” Handschuhe fertiggestellt, das ich im Juli angefangen hatte. Weil ich danach so schön in Schwung war, startete ich umgehend mit einem zweiten Paar, diesmal passend zum Loop, der Ende Juli fertig geworden war. Und innerhalb von sechs Tagen war das Paar fertig, das so aussieht:

Slipstream Handschuhe

Verbraucht habe ich dafür ungefähr 50 g Wollmeise “100 % Merino” (von einem uralten Strang) in Farbe “Wellensittichvogelfeder” sowie 66 Perlen. Nach wie vor finde ich diese Anleitung sehr schön, sie ist abwechslungsreich zu stricken und trotzdem nicht zu schwierig. Man sollte allerdings in der Lage sein, auf irgend eine Weise zuverlässig Reihen zu zählen.
Obwohl es durchaus “meine” Farben sind, bleiben die Handschuhe und der dazugehörige Loop nicht bei mir. Sie wurden heute verschenkt. Ich könnte mir aber gut vorstellen, nach den Anleitungen von Louise Zass-Bangham nochmals so ein Set zu stricken, diesmal dann vielleicht auch mit passender Mütze.

Dienstag, 11. November 2014

Diese Woche fragt das Wollschaf:
Mit welcher Wolle habt ihr Stricken gelernt oder wiederentdeckt?
Welche Wolle verstrickt ihr am liebsten?
Hat es sich verändert, mit welcher Wolle ihr gerne strickt oder gibt es Garne, die ihr früher in rauen Mengen verarbeitet habt und nun könnt ihr nix mehr damit anfangen?
Gibt es Wolle, die euch nicht ins Haus kommt?
Vielen Dank an Viv für die heutige Frage!


Gelernt habe ich Stricken als Grundschulkind, an das Garn kann ich mich nicht genau erinnern. Es war irgendetwas in Naturweiß. Für meine Puppen habe ich seinerzeit aus dünner Wäschebaumwolle (Reste, die ich von einer Großtante bekam) Kleider gehäkelt, mit Nadelstärke 2 mm.
Heute verarbeite ich am liebsten reine Wolle und Wollmischungen ohne Kunstfasern, also z.B. mit Seide oder Alpaka, gern handgefärbt. Früher habe ich häufiger mit Baumwolle oder Baumwollmischungen gestrickt, das mache ich inzwischen nicht mehr so gern, weil Baumwolle im Vergleich mit Wolle schwer ist und nicht gut wärmt, außer dass man durch das reine Gewicht ins Schwitzen kommt.
Viele Strickerinnen wollen nur extrem weiche Garne verarbeiten. Ich bin da nicht so wahnsinnig empfindlich, es muss durchaus nicht immer superweiche Merinowolle sein. Die etwas kratzigeren Qualitäten haben oft mehr Charakter und sind für viele Projekte einfach besser geeignet, weil sie ein stabileres Gestrick ergeben, weniger pillen und sich nicht längen.
Reine Kunstfasern verstricke ich für mich selbst eigentlich gar nicht; eine gewisse Daseinsberechtigung haben sie trotzdem. Es gibt Situationen und Lebensabschnitte, in denen man ein absolut pflegeleichtes Material braucht, das man ohne Be- und Nachdenken in die Waschmaschine und gegebenenfalls auch den Trockner werfen kann. Und manchmal sind bei einem Projekt ja auch Effekte gewünscht, die sich mit Naturfasern nicht realisieren lassen.

Montag, 10. November 2014

Eine meiner Kolleginnen, die den Schal sah, meinte spontan: “Das ist ja ein geniales Teil!” Recht hat sie.
Obwohl das Garn (Posh Vivienne Chunky) 15 % Mohair enthält, was nicht gerade zu mein Lieblingsmaterialien gehört, ist der Schal erstaunlich weich; er kratzt überhaupt nicht, wärmt aber unglaublich.

Bei einer Lauflänge von 80 Metern auf 100 g rechnet man ja eher mit einem sperrigen Ergebnis. Das simple Lochmuster (abwechselnd 1 Umschlag, 2 M zusammenstricken, und das in jeder Reihe) macht den Schal aber sowohl luftig-locker als auch schmiegsam.

So sieht es aus, wenn er getragen wird:

Domek Schal getragen

Für knackig-kalte Wintertage dürfte er genau das Richtige sein.

Samstag, 01. November 2014

Meine neue dicke Strickjacke sieht wunderschön aus und passt auch perfekt, hat aber, wie ich bereits erwähnte, einen sehr weiten Ausschnitt. Da ich es an dieser Stelle gern warm habe und weil ohnehin noch drei Stränge Posh “Vivienne Chunky” à 80 m übrig waren, lag es nahe, einen schönen breiten Schal zu stricken, mit dem sich quasi die Lücken in der Deckung füllen lassen.

Meine Wahl fiel auf das Modell “Domek” , das kostenlos via Ravelry erhältlich ist. Die Gründe:
  • Es ist ein Loop, aber einer mit wärmenden Zipfeln, die beim Tragen dort bleiben, wohin man sie drapiert.
  • Man kann ihn beliebig breit und beliebig lang stricken, soweit das Garn eben reicht.
  • Das Muster ist simpel zu stricken und sieht von beiden Seiten gleich (und gleich gut) aus. Es eignet sich übrigens auch gut für Stricktreffen.
  • Trotz des dicken Garns ist das Gestrick nicht sperrig, sondern locker und angenehm zu tragen.

Domek Schal

Ich stricke den Schal übrigens breiter als vorgegeben; meine Version wird 36 cm breit und ca. 120 cm lang. Das Foto zeigt den Stand nach dem Verarbeiten von zwei Strängen; der dritte ist in Arbeit.

Dienstag, 28. Oktober 2014

Diese Woche fragt das Wollschaf:
Nutzt Du auf Deinem Smartphone oder Tablet Strick-Apps?
Wenn ja, welche und warum, welchen Nutzen haben sie für Dich?


Ein Smartphone habe ich nicht (und sehe momentan auch nicht die Notwendigkeit, eines anzuschaffen). Ich habe allerdings ein altes iPad, mit dem ich sowohl z.B. bei Ravelry reinschauen als auch PDFs herunterladen und angucken kann (mit Goodreader). Damit komme ich bisher beim Stricken in der Sofaecke gut zurecht. Zum Mitnehmen ist das Ding mir jedoch meistens zu schwer und zu unhandlich; und weitere Apps nutze ich nicht. Zwar habe ich mal mit “Knit Companion” und “Yarn Estimator” experimentiert, fand beides aber für meine Zwecke nicht besonders brauchbar. Derzeit bin ich geistig noch in der Lage, Strickanleitungen zu befolgen (und sogar selbst zu erstellen), ohne dass sie speziell interaktiv aufbereitet werden müssten, und Garnmengen unterwegs zu berechnen fand ich bisher auch unnötig. Zur Not kann ich das zuhause mit Hilfe des Programms “DesignaKnit”. Das spielt freilich in einer komplett anderen Liga und funktioniert am besten auf einem möglichst großen Bildschirm.

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Eine Lochkarte für die Strickmaschine zu lochen ist mühsam. Deshalb haben Besitzer von Lochkarten-Strickmaschinen früher oft nach Möglichkeiten gesucht, ein einmal gelochtes Muster auf mehr als nur eine Weise zu stricken. Je nachdem, wie man den Schlitten einstellt, sind oft mehrere Stricktechniken möglich. Das gilt natürlich auch und erst recht für das Stricken mit elektronischen Maschinen. Hierbei hat man zusätzlich noch die Möglichkeit, ein Muster mit Hilfe der verschiedenen Variationstasten sehr einfach zu modifizieren. Leider beschränken sich viele “elektronische” Strickerinnen darauf, im vorderen Teil des Musterbuchs zu blättern und nur aus den bunten Strickbildchen aufs Geratewohl eins auszuwählen. Damit verpassen sie die nahezu unendlichen Möglichkeiten, die ihre Maschinen und deren Basismuster ihnen tatsächlich bieten.

Als ich vor knapp zwei Wochen zur “MeshCon” fuhr, nahm ich eine Reihe von Strickproben mit, die ich mit einem einzigen der Grundmuster der Brother KH 910 in verschiedenen Techniken gestrickt hatte. Die Ergebnisse waren nicht nur für mich interessant; auch viele andere Teilnehmer konnten kaum glauben, dass die Proben tatsächlich auf nur einem einzigen Diagramm basierten. Es ist 24 Maschen breit und 22 Reihen hoch und sieht so aus:

KH 910, Grundmuster 1-2

Die dunklen Kästchen entsprechen dabei vorgewählten Nadeln (gelochten Feldern in einer Lochkarte), die hellen Kästchen stehen für nicht vorgewählte Nadeln.
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