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Dienstag, 18. März 2014

Diese Woche hat das Wollschaf eine Frage aus dem Archiv vom 6.3.07:
Wieviel % Eurer Modelle fallen unter:
- Stricken um des Strickens Willen
- Stricken, weil Du’s selbst brauchst
- Stricken, weil dir jemand einen Auftrag gibt
- Stricken, weil ein Geschenk benötigt wird
- Stricken für einen guten Zweck?
Das Wollschaf bedankt sich bei Ute!


Das ist schwierig zu beantworten, weil sich bei mir die Anteile je nach Jahreszeit, aber auch im Laufe der Jahre bzw. Jahrzehnte ändern.
Allein um des Strickens willen stricke ich nie. Meine Zeit ist zu knapp für ziellose Beschäftigungen. Ich beneide allerdings alle, die so viel freie Zeit haben, dass sie ohne besonderes Ziel irgendetwas vor sich hin stricken können. Unabhängig davon ist Stricken für mich ein beruhigender Ausklang des Tages. Ein paar Maschen vor dem Zubettgehen an einem beliebigen Projekt geben mir auch an den schlimmsten Tagen das Gefühl, wenigstens ein klein wenig konstruktiv gewesen zu sein.
Dass ich oder jemand, der mir nahe steht, etwas braucht, ist für mich der häufigste Grund, zu den Nadeln zu greifen. Gleich danach kommen Geschenke, was häufig auch Hand in Hand geht, denn wenn jemand etwas Gestricktes braucht, kann man ihm das ja auch schenken, wenn sich gerade ein guter Anlass bietet. Und ja, wenn Weihnachten naht, erhöht sich bei mir die Geschenke-Quote.
Aufträge habe ich früher (vor 20 Jahren) oft gestrickt. Eine Zeitlang machten sie sogar etwa 50 % meines Outputs aus. Das änderte sich, als ein neuer Job mehr von meiner Zeit in Anspruch nahm; seit her stricke ich praktisch überhaupt keine Aufträge mehr. Manchmal hätte ich Lust, Testprojekte zu stricken, weil ich das interessant finde und weil man bestimmt viel dabei lernen kann. Aber dafür reicht meine Zeit leider nicht.
Für gute Zwecke habe ich bisher noch nicht explizit gestrickt. Es kommt aber gelegentlich vor, dass Strickstücke, die noch gut erhalten sind, aber nicht mehr getragen werden, bei Institutionen landen, die sie dann an Bedürftige verteilen.

Samstag, 08. März 2014

Mitte Januar entstand in der “Wollerey”-Ravelry-Gruppe die Idee eines kleinen, feinen Woll-Abonnements für einen kleinen, feinen Personenkreis. Ich fühlte mich natürlich sofort angesprochen und meldete mich an. Und heute brachte mir der Paketbote die erste Sendung:

Yaksilk in Frühlingsgrün

Das sind zwei Stränge à 100 g der Qualität “Yaksilk”, 50 % Yak, 50 % Seide, in exklusivem Frühlingsgrün. Dieses Garn wird voraussichtlich nur in diesem Abo erhältlich sein. Es ist weich, aber nicht rutschig, hat einen zarten Seidenglanz und einen angenehmen, “warmen” Griff. Von der Stärke her entspricht es ungefähr 4fach-Sockengarn, hat aber noch etwas mehr Lauflänge. Mit den gut 900 Metern sollte es möglich sein, ein Sommertop oder einen leichten Pullunder zu stricken. Und die Garnstruktur eignet sich bestimmt gut für schöne, auch komplexere Lochmuster.

Ich geh dann mal Musterbücher angucken.

Freitag, 28. Februar 2014

Nach dem unbefriedigenden “Paris Sweater” brauchte ich ein schnelles Erfolgserlebnis. Also suchte ich ein schönes Garn in Aran-Stärke (Posh “Rosalind Aran”, 80 % Alpaka, 20 % Seide) aus meinem Vorrat aus und aktivierte meinen Grobstricker. Und innerhalb von vier Tagen entstand dieser schlichte, aber perfekt passende Pullover.

Schlichter Pullover aus Posh Rosalind Aran

Meine Basis waren eine gewaschene, sorgfältig ausgemessene Maschenprobe (glatt rechts mit MW 4 auf der KH 270) und ein erprobter Schnitt, den ich schon früher verwendet hatte. Mit dem Programm DesignaKnit 8 war alles Erforderliche dann schnell berechnet.
Das Ergebnis ist genau wie erhofft. Die Farbe “Time to Pull Rank”, eine verwaschene Grün-Grau-Melange mit ein paar bräunlichen Akzenten, passt perfekt zu vielen Teilen meiner Garderobe. Der schlichte Schnitt bringt sowohl das glatte Garn als auch die Farben gut zur Geltung; und der runde, relativ hohe Ausschnitt und die eng anliegenden Armbündchen halten schön warm. Natürlich kann man so einen Pullover lässig-sportlich mit (nicht gerade blauen) Jeans und einem Halstuch tragen, aber ebenso gut eignet er sich für elegantere Outfits, z.B. kombiniert mit einer Samthose und schönem Schmuck.

Samstag, 22. Februar 2014

Ja, es ist möglich, einen “Pullover” in weniger als einer Stunde mit der Strickmaschine zu stricken. Hinzu kommt natürlich noch etwas Zeit für die Ausarbeitung.

Ein nicht unbegeisterter Blog-Eintrags des Bastelschafs animierte mich, den “Paris Sweater” (kostenlose Anleitung bei Ravelry) zu stricken. Eine Maschenprobe konnte ich mir sparen, weil ich dasselbe Garn (bzw. dieselbe Garnkombination, vier Fäden von Industriekonen) schon einmal glatt rechts verarbeitet hatte und nur am fertigen Teil nachmessen musste. Ansonsten gilt: Maschenprobe machen.
Wer das Ding ebenfalls nachstricken möchte: Es eignet sich wunderbar für alle angehenden MaschinenstrickerInnen, die im Anleitungsbuch noch nicht bis zu der Stelle vorgedrungen sind, wo Zu- und Abnahmen erklärt werden. Ihr könnt Euch die spätere Ausarbeitung wesentlich erleichtern, wenn Ihr an den entscheidenden Stellen (siehe Anleitung) an den Kanten Markierungsfäden anbringt, damit Ihr am Ende wisst, von wo bis wo genäht werden muss und von wo bis wo die Kante offen bleiben sollte. Ansonsten wird so ein Riesen-Rechteck nämlich schnell unübersichtlich. Meine Berechnungen zu den Markierungen habe ich auf meiner Ravelry-Projektseite festgehalten.

The Paris Sweater

Zusätzlich habe ich mir noch die Mühe gemacht, die Öffnungen mit ein wenig Rippenblende zu versehen, damit das Ganze nicht allzu grauenvoll rollt. Dadurch ist der Garnverbrauch etwas höher. Insgesamt habe ich knapp 450 g Baumwoll-Viskose-Acryl-Mix, Lauflänge ca. 380 m/100 g, mit einer Gesamtlänge von etwa 1.700 m verstrickt. Mit der Strickmaschine ist das alles glücklicherweise ein überschaubarer Aufwand; von Hand hätte ich es wirklich nicht machen wollen. Außerdem bin ich dankbar, nur Konenreste aus dem Vorrat verarbeitet zu haben. Um ein teures Garn hätte es mir leid getan.

Zu Komfort und Passform: Eine Zwangsjacke dürfte vermutlich bequemer sein und ein Müllsack etwas eleganter. Die Begeisterung des Bastelschafs kann ich auch mit viel Wohlwollen nicht nachvollziehen. Dieses Kleidungsstück ist einfach nur grotesk. Aber alle, denen es auf Kleidsamkeit und Tragbarkeit nicht so ankommt, haben damit eine höchst stylishe Ergänzung ihrer Garderobe.

Donnerstag, 20. Februar 2014

Seit kurzem versuche ich mich an einer Weste in Freestyle-Gestrick. Als Grundlage nehme ich das Rezept für die “Dusk Light Lace Vest” von Jane Thornley. Das Zusammensuchen von geeigneten Garnen und Resten war erstaunlich einfach, nachdem ich mich für Grün entschieden hatte. Um auf die passende Dicke für Nadelstärke 5 mm zu kommen, kombiniere ich teilweise zwei verschiedene Garne miteinander, das ergibt gleichzeitig eine interessantere Optik. Hier kann man auch gut kleinere Mengen von Effektgarnen verarbeiten, die für sich genommen zu unruhig wären oder sowieso nicht weit reichen.

Das ursprünglich vorgesehene Lochmuster (“fir cone” habe ich vereinfacht, so dass es nun simple Zacken werden. Damit kommen meiner Ansicht nach auch die Streifen besser zur Geltung.

Anfang der Freestyle-Weste

Freestyle heißt, man plant nicht viel, sondern sucht sich ein paar schöne Garne zusammen und strickt einfach los. Das ist aber leider etwas, das mir nicht gelingen will. Damit fühle ich mich einfach unbehaglich. Deshalb habe ich mir im voraus genau überlegt, wie breit jeweils meine einzelnen Farbstreifen werden und wie ich dabei die verschiedenen Effektgarne einsetze. Natürlich habe ich vorher auch eine Muster- und Maschenprobe gestrickt, damit ich wenigstens ungefähr abschätzen kann, wie viele Maschen und Reihen insgesamt nötig sind. Um die Menge der zu vernähenden Fäden in Grenzen zu halten, stricke ich die Weste außerdem so weit wie möglich in einem Stück, ohne Seitennähte.

Dienstag, 18. Februar 2014

Diese Woche schreibt das Wollschaf:
Ich stricke von Hand und lese sehr gerne Strickblogs. In einigen wird vom Stricken mit Maschinen berichtet. Ich sehe Schals und oft auch Pullover etc. Nun meine Frage/Fragen dazu. Was spricht für eine Maschine, was dagegen, was geht nicht mit einer Maschine, für welche Stricktechniken sind Maschinen eine Erleichterung und natürlich zum Schluß – wie kompliziert ist der Umgang mit einer Maschinen, wieviele Strickstücke brauchts, bis man das kann?
Vielen Dank an Claudia für die heutige Frage!


Was für eine nette Frage, wie für mich gemacht.
Ich fange mal mit den Nachteilen an:
  • Man muss seine Projekte sorgfältig planen und vorher vollständig ausrechnen, weil man an der Maschine nicht präzise messen kann. Maschenproben sind ein Muss. Wer ungern plant, lieber drauflos strickt und zwischendrin alles verwirft und ribbelt, wird mit einer Maschine nicht glücklich.
  • Man kann nicht jede Garnstärke auf jeder Maschine verarbeiten. Wer am liebsten mit mittelstarken Handstrickgarnen arbeitet, wird kaum eine passende Maschine finden und sollte beim Handstricken bleiben.
  • Automatische Bemusterung ist hauptsächlich auf Basis glatt rechts möglich. Häufiger Wechsel zwischen Rechts- und Linksmaschen ist (mit Ausnahme KG-Schlitten auf Brother) nur durch Umhängen von einem aufs andere Nadelbett zu erzeugen und entsprechend mühsam.
  • Gemischte Mustertechniken erfordern erhöhten Aufwand.
  • Muster mit variabler Maschenzahl (speziell bestimmte Lochmuster) sind mit der Maschine nicht möglich.
  • Formgebung innerhalb eines Strickstücks (also nicht nahe am Rand) erfordert umfangreiches Nachhängen von Hand.
  • Es steht nur eine begrenzte Nadelzahl (200 bei Standard-Maschinen, 114 beim Grobstricker) zur Verfügung, Übergrößen können deshalb schwierig zu realisieren sein.
  • Man kann nur eingeschränkt und mit einigem Aufwand gleichzeitig rund und gemustert stricken. (Einfarbige Socken in glatt rechts gehen aber prima, eine Stunde pro Paar.) Optimalerweise arbeitet man also alles außer Socken und Handschuhen flach und näht zusammen. Aber Zusammennähen ist ja bekanntlich für eine Handstrickerin furchtbar, schrecklich, unzumutbar und eine Katastrophe. Deshalb sollte man lieber beim Handstricken und den üblichen rund und von oben gestrickten Sachen bleiben, für die man nicht mal eine Maschenprobe braucht.

Und nun die Vorteile beim Stricken mit Maschine:
  • Maschenproben sind schnell gemacht und machen Spaß. Sie zu waschen und trocknen zu lassen dauert noch am längsten.
  • Wenn man erst einmal alles geplant hat, geht das Stricken schnell, vor allem wenn man gleichartige Teile strickt, die nur begrenzt Formgebung erfordern.
  • Es macht Spaß, wenn man umfangreiche Strickteile schnell wachsen sieht.
  • Norwegermuster sind ein Kinderspiel, wenn man bestimmte Regeln beachtet, lange Patentschals hat man in einer Stunde fertig.
  • Es gibt interessante Mustertechniken, die von Hand gar nicht möglich sind, z.B. Webmuster.
  • Das Zusammennähen ist wesentlich einfacher, weil man ordentliche Randmaschen hat. Kein Vergleich mit den stümperhaften Rändern vieler Handstrickerinnen, bei denen ich nur zu gut verstehe, dass es ihnen vor dem Zusammennähen graut.

Was die Einarbeitungszeit betrifft: Man muss umdenken. Maschinestricken und Handstricken erfordern verschiedene Herangehensweisen. Manche(r) lernt das schnell, andere, die ihre lieb gewonnenen Handstrickfertigkeiten eins zu eins auf Maschine umsetzen wollen, lernen es nie. Eine Antwortende schrieb schon, dass sie ihre Maschine nach zwei Wochen frustriert zurückgab. Das ist natürlich eine viel zu kurze Zeit, um sich einzuarbeiten, erst recht wenn man keine vernünftige Schulung bekommt und nur auf sich gestellt ist. Eine Strickmaschine ist eben kein Brotbackautomat, wo man nur Garn einfüllt, einen Knopf drückt und nach kurzer Zeit das fertige Produkt entnimmt. Maschinestricken ist in seiner Komplexität eher vergleichbar mit dem Autofahren, und ohne “Führerschein” und geduldiges Üben kommt man nicht weit. Am besten schaut man sich mal bei jemandem, der sich auskennt, eine Strickmaschine an und lässt sich zeigen, was damit möglich ist und was nicht.
Ich selbst brauchte seinerzeit vier Monate mit viel Üben, bis ich endlich den ersten tragbaren Pullover in der Hand hielt, aber es faszinierte mich einfach. Bis heute hat Maschinestricken für mich seinen besonderen Reiz behalten, und ich möchte meine Maschinen nicht missen.

Donnerstag, 13. Februar 2014

Gestern abend habe ich die letzten Fäden vernäht und das gute Stück gewaschen. Und nun kann es getragen werden, auch wenn das Wetter dafür leider noch etwas zu kalt ist.
Ich habe ein paar kleinere Änderungen vorgenommen:
1. Wie ich schon erwähnte, habe ich jeweils einzelne Zunahmen gemacht, keine doppelten.
2. Meine verkürzten Reihen sind mit Doppelmaschen gearbeitet.
3. Statt eines kraus gestrickten I-cord habe ich es glatt rechts gestrickt.
4. Für die Halsblende habe ich weniger Maschen aufgenommen, um das Halsloch etwas einzuhalten. Es sind nur 110 Maschen, und die Blende ist auch nicht festgenäht, sondern sie ist links gestrickt und rollt sich deshalb nach innen um die Kante herum.
Diese Mischung aus Poncho und Pullover sitzt erstaunlich gut, ist sehr bequem und sieht dabei auch noch gut aus. Verbraucht habe ich knapp 400 g Wolle in Sockengarnstärke, verstrickt mit Nadelstärke 3,5 mm.

The 1sleeved

Last night I sewed in the last threads and washed the garment. And now it can be worn, although the weather is unfortunately a bit on the cold side at the moment.
I made some small alterations:
1. I made single increases, not the double ones.
2. My short rows are worked using pulled-up stitches.
3. Instead of a garter stitch I-cord, I worked it in knit-stitch only.
4. For the neckband I picked up less stitches to prevent the neck opening from stretching. The band is worked over 110 stitches only. It is not sewn to the inside, but is allowed to curl over the edge to the inside because it is purled.
This mix of poncho and sweater fits amazingly well, is very comfortable and looks really good. I used almost 400 g 4ply wool, working with 3.5 mm needles.

Dienstag, 11. Februar 2014

Diese Woche fragt das Wollschaf:
Der Satz: “DAS geht ja mal gar nicht…”, der fällt ja auch unter StrickerINNEn, auch wenn wir ja sonst ein tolerantes Völkchen sind.
Was habt Ihr denn so als absolutes NO GO in Sachen Maschenwerk?
Habt Ihr eine Abneigung dagegen, Kaffeehausgardinen zu häkeln oder die berühmte Klorollenhülle?
Würdet Ihr NIEMALS auf den Wahnsinn verfallen, Socken zu stricken?
Hat sich da was in Vorlieben und Abneigungen geändert?
Vielen Dank an Daniela für die heutige Frage!


Da ich schon so lange stricke, haben sich auch meine Vorlieben und Abneigungen im Laufe der Zeit immer mal wieder gewandelt. Mit anderen Worten: Was stört mich mein Geschwätz von vorgestern oder aus dem letzten Jahrtausend?
Ende der 1990er war ich fest davon überzeugt, nie mehr von Hand zu stricken, weil ich eine geübte und effiziente Maschinenstrickerin war. Und was passierte? Ich entdeckte Anfang des Jahrtausends völlig unvermutet wieder die Freuden des Handstrickens. Ebenso war ich ehedem der Ansicht, mich nie fürs Sockenstricken begeistern zu können. Aber irgendwann überkam es mich, und ein Paar Socken kann ich seither (auf der Maschine) in einer knappen Stunde anfertigen. Und nicht nur dass: Ich trage auch nur noch selbst gestrickte Socken. Selbst diverse Tücher habe ich mittlerweile schon gestrickt, was ich früher nie gedacht hätte. Allerdings sind es nur dreieckige oder längliche, denn kreisrunde Tücher mag ich nicht, da könnte ich mir gleich eine Tischdecke überwerfen.
Was für mich über die Jahre gleich geblieben ist: Meine Strickprojekte sollen nützlich und nicht nur Beschäftigungstherapie oder l'art pour l'art sein. Für Klorollenhütchen werde ich mich folglich wohl nie erwärmen, weil sie für mich keinen ausreichenden Gebrauchswert haben. Dito Guerillastricken: Da tut's mir leid um die Zeit, die ich für sinnvollere Projekte nutzen könnte. Gardinen würde ich vielleicht anfertigen, wenn sie gestrickt oder gehäkelt schöner wären als aus Stoff und wenn ich sie wirklich bräuchte. Das ist zur Zeit nicht gegeben.
Ein No Go gibt es allerdings für mich, das wohl auf ewig bleiben wird: Schlampige Ausarbeitung. Wenn ich mir schon die Mühe mache, etwas zu stricken, dann strenge ich mich auch an, es ordentlich und sauber auszuarbeiten. Will heißen: Randmaschen werden grundsätzlich so gestrickt, dass man später mühelos schöne Nähte erzielt oder sich daraus die Maschen für eine Blende sauber aufnehmen lassen. Fehler im Gestrick (z.B. falsch gedrehte Zöpfe) werden so weit wie möglich korrigiert. Und ich bin Maschenprobenfanatiker. Ohne Maschenprobe, Mustertest (lässt es sich gut stricken?) oder Farbabgleich (harmonieren verschiedene Garne miteinander?) geht bei mir nicht viel, außer wenn ich ein Garn schon gut kenne.

Samstag, 01. Februar 2014

Mittlerweile bin ich beim fünften Keil, und man hat schon ordentlich zu schleppen an diesem nicht mehr ganz so kleinen Mitnahmeprojekt. Ich habe mich nämlich entschlossen, die Fäden am Reihenanfang jeweils nicht abzuschneiden, sondern an der schmalen Kante mitzunehmen, weil kaum Platz zum Vernähen oder Verweben vorhanden ist. Dieses Projekt erfordert glücklicherweise nicht viel Überlegung beim Stricken, jedenfalls sofern man die Unterbrechungen immer mitten in einer Reihe hat.
Bei der Farbwahl richte ich mich nach den Vorgaben des Designers. Zunächst hatte ich mir ein eigenes Schema aufgemalt, aber bei dem war die Farbverteilung etwas unharmonisch, und meine Garnmengen hätten wahrscheinlich für einige Farbflächen nicht gereicht. Was Vithard sich überlegt hat, sieht hingegen richtig gut aus.

The 1sleeved

Meanwhile I work on the fifth wedge, and this not so small portable project has become quite substantial in weight. That's mainly because I have decided not to cut the threads at the beginning of the rows, but to take them along the narrow edge because there is hardly enough space to sew or weave them in. Fortunately this is a rather “mindless” project as long as you manage to do your interruptions mid-row.
Regarding the colour scheme, I use the one devised by the designer. At first I had tried to draw my own, but it looked somewhat disharmonious, and my yarns would probably not have been sufficient for some wedges. In contrast, Vithard's colour distribution looks really good.

Dienstag, 28. Januar 2014

Diese Woche fragt das Wollschaf :
Ich habe nun einige Jahres-Statistiken der Strickblogger gesehen und frage mich, wie groß die Schränke dieser kreativen Menschen sind, um diese Mengen auch noch nach einigen Jahren unterzubringen, denn schließlich will man ja Selbstgestricktes nicht nach einiger Zeit schon entsorgen (ich habe das große Glück ein eigenes Zimmer – Gästezimmer - dafür benutzen zu können).
Viele schaffen es ja locker 20-40 Oberteile pro Jahr zu stricken.
Also Ihr Lieben, ich bin ganz neugierig auf eure Unterbringungsmöglichkeiten.
Vielen Dank an Carina für die heutige Frage!


Von den Metern bzw. Kilometern, die ich im Laufe eines Jahres verarbeite, landet bei weitem nicht alles in meinem Schrank. Und das, was dort letztlich ankommt, ist meistens Ersatz für Verschlissenes, nicht mehr Passendes oder unmodern Gewordenes. Insofern ist der Netto-Zuwachs an Garderobe verhältnismäßig klein.
Ich benötige deshalb kein eigenes Zimmer für meine Kleidung und habe nicht mal einen begehbaren Kleiderschrank.
Es gibt übrigens eine Reihe von ausgezeichneten Ratgebern in Sachen Garderobe. Die ideale Garderobe ist klein und überschaubar, lässt sich gut kombinieren und einfach aktualisieren. Sachen, die ein Jahr lang nicht getragen wurden, sind mit großer Wahrscheinlichkeit überflüssig; wenn sie aussortiert werden, wird man ihr Fehlen vermutlich nicht einmal wahrnehmen. Selbstverständlich gibt es dazu auch Ausnahmen wie Schwangerschaft, sonstige Gewichtszu- oder -abnahme, Umstellung der Lebensgewohnheiten etc., aber einmal im Jahr sollte man wirklich seinen Kleiderschrank durchforsten und sich von nutzlosem Ballast trennen.
Diese Regel gilt auch für Gestricktes. Wer zudem immer nur strickt, was er/sie spannend zu stricken findet, was aber farblich oder vom Stil her keine sinnvolle Ergänzung zur Garderobe darstellt und deshalb kaum getragen wird, wird früher oder später mit einem zwar vollen, aber relativ nutzlosen Kleiderschrank (oder ebensolchen Accessoire-Schubladen) enden.
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