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Samstag, 26. Juli 2014

Derzeit ist es so heiß und schwül, dass mich die Gegend, in der ich lebe, eher an tropische Regionen erinnert als an Mitteleuropa. Morgens fühlt man sich versetzt in “Gorillas im Nebel” und vermutet auf dem Weg zur Arbeit Silberrücken hinter den feucht umnebelten Büschen, aber glücklicherweise kommen nur harmlose Rentner zum Vorschein, die ihren Müll zum Container bringen, bevor der von der Müllabfuhr geleert wird. Wenn dann mittags die Sonne herunter brennt und die Luft voller Geschnatter ist, wird das nicht von roten Aras im Dschungel des Amazonas verursacht, sondern nur von Studenten in der Mensa. Und das obligatorische Gewitter pünktlich zum Feierabend erinnert mich an Lana Turner im Film “Der große Regen”. Leider rettet mich dabei niemand aus der Sintflut, was möglicherweise daran liegt, dass es mir so ziemlich an allem mangelt, was die Filmfigur Edwina Esketh auszeichnet.

Aber ich wollte eigentlich gar nicht übers Wetter schreiben, sondern darüber, dass ich trotz des Wetters, das so gar nicht zum Stricken animiert, die eine oder andere Kleinigkeit fertig gestellt habe, als da wären:

Slipstream Cowl:
Slipstream Cowl

Ein netter Rundschal, abwechslungsreich, aber nicht schwierig zu stricken. Er passt gut um meinen Hals, könnte aber eventuell ein, zwei Zentimeter kürzer sein.

Slipstream Mitt:
Slipstream Cowl

Hübsche fingerlose Handschuhe passend zum Schal, allerdings habe ich mein Einzel-Exemplar in einer anderen Farbe gestrickt. Vom Schal-Garn ist glücklicherweise noch so viel übrig, dass es für ein komplettes Paar Handschuhe reichen wird. Mein Handschuh-Versuch ist übrigens eher klein ausgefallen; im Zweifelsfall würde ich empfehlen, eher die Größe L/XL zu stricken als die Größe S/M.

Die Anleitungen für beide Teile sind von Louise Zass-Bangham und erhältlich via Ravelry.

Dienstag, 22. Juli 2014

Diese Woche lautet die Wollschaf-Frage:
Habt Ihr ein oder mehrere Lieblings-Strickbücher?
Wenn ja, welche(s)?
Aus welchem Buch habt Ihr bisher die meisten Modelle nachgestrickt?
Welches Buch in Eurer Strickbibliothek hat Euch bisher den meisten Nutzen gebracht und warum?


Leider habe ich kein richtiges Lieblings-Strickbuch, was möglicherweise daran liegt, dass ich insgesamt zu viele Strickbücher habe. Es dürften so um die 600 sein, und sie befassen sich mit allen möglichen verschiedenen Aspekten des Strickens. Je nach momentaner Interessenlage finde ich mal das eine, mal das andere spannender und informativer.
Dass ich Modelle aus Büchern oder Zeitschriften wie angegeben nachstricke, passiert eher selten. Meistens betrachte ich die Anleitungen als Vorschläge, die man abwandeln kann; fast immer verwende ich ein anderes Material als das angegebene, und Schnitte werden grundsätzlich an die Maße des zukünftigen Besitzers angepasst. Was nützt mir ein toller Pullover, der aussieht wie im Buch, wenn ich das Material erst mühsam aus Übersee beschaffen muss, wenn mir die Farben nicht stehen, die Ärmel zu lang sind und der Ausschnitt zu tief? Genau, gar nichts.
Was ich sehr häufig nutze, sind übrigens reine Musterbücher bzw. -hefte. Der Burda-Verlag brachte in den 1980er Jahren etwa ein halbes Dutzend verschiedener Hefte heraus, die jeweils zwischen 200 und 300 Strickmuster in den verschiedensten Techniken (Fair Isle bzw. Norweger, Lochmuster, Zopfmuster, Strukturmuster, ...) enthalten. Darin blättere ich sehr gern, man kommt dadurch immer wieder auf neue Ideen. Auch japanische Musterhefte sind in dieser Hinsicht sehr inspirierend und, da sie auf Strickschriften basieren, auch dann verständlich, wenn man kein Wort Japanisch kann. Es gibt auch zahlreiche englische Mustersammlungen (z.B. die “Treasuries” von Barbara Walker), aber vor allem die älteren bieten häufig nur Wort-für-Wort-Anleitungen, und danach zu stricken finde ich mühsamer, obwohl ich die Sprache recht gut beherrsche. Ich finde aber auch deutsche Wort-für-Wort-Anleitungen schwieriger zu überblicken als ein Diagramm.
Andererseits ist nachvollziehbar, dass es für manche Leute einfacher ist, ohne Nachdenken schlicht nach Text zu stricken, statt sich erst zum Zweck der Übersicht auf eine Meta-Ebene zu begeben und deren Symbole zu deuten. Gerade bei englischen Anleitungen habe ich auch des öfteren erlebt, dass Diagramme lieblos “hingeknallt” waren, dass Angaben zum Anschlag oder zu Abweichungen am Reihenanfang und -ende fehlten und somit das Ganze ohne den kompletten Text praktisch unstrickbar war. Man merkt daran, dass die Strick-Kultur doch eine andere ist; Diagramme werden als entbehrliche Zugabe angesehen, aber nicht als Grundlage fürs Stricken. Auch das kann seinen besonderen Reiz haben; zumindest ist der Überraschungseffekt wesentlich größer, wenn sich aus einer “Textwüste” im Verlauf des Strickens allmählich ein wunderschönes Muster herauskristallisiert.

Sonntag, 20. Juli 2014

Eigentlich hätte ich gewisse “Pflichtstrickereien” zu erledigen, beispielsweise neue Socken für ein Familienmitglied. Das Garn hat es sich selbst ausgesucht, Sockengarn für je ein Paar in Mittelblau und Beige-Oliv aus meinem Fundus für alle Fälle liegt hier bereit.

Stattdessen beteilige ich mich derzeit an nicht weniger als drei Mystery-Knitalongs. Das ist mir noch nie passiert; vermutlich ist der Supermond daran schuld, der uns derzeit so nahe ist wie lange nicht mehr.

In Arbeit sind momentan:

Slipstream Cowl
Ein Rundschal (vulgo: Cowl) aus dem Slipstream-Mystery-KAL von Louise Zass-Bangham.

Slipstream Mitt
Ein dazu passen sollender fingerloser Handschuh aus dem selben KAL. Ich habe für meinen Versuch jetzt einen nicht passenden Garnrest verwendet, werde aber, wenn vom anderen Garn genug übrig bleibt, selbstverständlich das für ein passendes Paar nehmen.

Mary Lennox
Ein Tuch “Mary Lennox” (nach dem Kinderbuch “The Secret Garden” von Frances Hodgson Burnett) von Kate Poe. Zugegeben, da ist noch nicht viel zu erkennen.

Bisher sind das kleine, nette, gut transportable Teile; und ich stricke zwei davon sogar in Runden, weil ich nämlich nicht prinzipiell etwas gegen Rundstricken habe. Für Schal und Handschuhe werden kommenden Dienstag die letzten Teile der Anleitung veröffentlicht; mit dem Tuch werde ich noch eine ganze Weile länger beschäftigt sein.

Dienstag, 15. Juli 2014

Diese Woche fragt Dani uns und das Wollschaf:
In letzter Zeit fällt mir vor allem bei Ravelry immer mehr auf, dass bei der Vearbeitung von handgefärbter Wolle die Farbunterschiede nicht mehr “verstrickt” werden. Soll heißen, es wird mehr oder weniger bewusst ein streifiges Kleidungsstrück produziert, weil Stränge einzeln nacheinander und nicht gemeinsam (alternierend) verstrickt werden.
Sicherlich ließe sich dadurch ein interessanter Effekt erzielen, aber in der Regel ergibt es ein unschönes “Muster”. Wie siehst du das?


Zunächst möchte ich eines vorausschicken: Ich mag handgefärbte Garne. Mir gefallen ihre lebendige Farbgebung und die diversen darin enthaltenen Nuancen, von denen garantiert immer mindestens eine mit Teilen meiner gekauften Kleidung harmoniert, so dass sich insgesamt ein stimmiges Gesamtbild ergibt, wenn ich ein Kleidungsstück aus solchem Garn trage. Anders ausgedrückt: Handgefärbtes kann unglaublich kombifreundlich sein, wenn man es geschickt einsetzt. Aber es können natürlich auch hässliche Effekte entstehen, wenn man seine Eigenarten nicht berücksichtigt. Vorsichtshalber würde ich immer damit rechnen, dass die einzelnen Stränge leichte Unterschiede aufweisen und im Vorwege entsprechende Gegenmaßnahmen einplanen.
Um die Fragen im Detail zu beantworten:
Geht der Trend zum “Nothing but Stripes”? (was ein Wortspiel)
Wenn damit gemeint ist, dass man jeden Strang gnadenlos für sich einzeln verarbeitet und dann übergangslos den nächsten ansetzt: Lieber nicht. Eine Art stricktechnische “KT-Grenze” wird am Ende immer sichtbar sein und beeinträchtigt die Optik des Strickstücks manchmal bis zur Untragbarkeit. Wechselt man hingegen mehr oder weniger regelmäßig zwischen zwei oder drei Knäueln, dann verteilen sich die Farben gleichmäßiger.
Wird auf die Ausarbeitung bzw. das Erscheinungsbild immer weniger Wert gelegt?
Nun ja, wenn manche Strickerin schon das Schließen zweier Nähte als unzumutbar empfindet, dann hat gute Ausarbeitung ganz sicher keinen hohen Stellenwert. Am besten wäre dann wahrscheinlich auch noch selbstvernähendes Garn, das allerdings noch nicht erfunden wurde. Wer immer nur glatt rechts in Runden (oder kraus rechts flach) stricken will, weil sowohl Nähte als auch Linksmaschen so schrecklich bähbäh sind, der/die bekommt halt, was er oder sie verdient.
Welche Methoden kennst du, um mit zwei (oder mehr) Strängen in Reihen und Runden zu stricken?
Falls die Frage auf “jogless jog” abzielt, wobei es darum geht, einen gleichzeitigen Runden- und Farbwechsel zu kaschieren, findet sich dazu allerlei Erhellendes im Internet.
Sofern du eh schon abwechselnd mit mehreren Strängen strickst, machst du das bewusst nur bei sichtbaren Farbunterschieden oder vorsichtshalber immer?
Ich mache es bei handgefärbtem Garn eigentlich immer, weil sich dann die verschiedenen Nuancen besser verteilen. Meistens stricke ich große Teile flach, und dabei ist es überhaupt kein Problem, alle zwei Reihen das Knäuel zu wechseln. Es funktioniert problemlos sowohl von Hand als auch mit der Strickmaschine. In Ausnahmefällen, wenn beispielsweise ein Knäuel oder Strang sehr variationsreich gefärbt ist und zwei andere eher einheitlich, stricke ich auch mal mit drei Knäueln und wechsle nach jeder Reihe. Tatsächlich hat das Stricken mit mehr als einem Knäuel auch Vorteile. Man kann in so einem Fall nämlich z.B. die Achselabnahmen beidseitig exakt in derselben Reihe ausführen. Auf der einen Seite kettet man in der Rückreihe ab, auf der anderen hängt der Anfangsfaden, und hier kettet man am Reihenanfang ab, bevor die Rückreihe vollständig beendet wird. Danach befinden sich beide Fäden am neuen Reihenanfang. Auch die Zahl der zu vernähenden Fäden erhöht sich nicht, wenn man z.B. eine Schulter mit einem Knäuel und die zweite mit dem anderen Knäuel vollendet.
Um auch die Knäuelwechsel besser zu verteilen, stricke ich meistens das Bündchen nur mit einem Knäuel und beginne erst danach mit dem regelmäßigen Wechsel. Somit enden die Knäuel auch auf unterschiedlichen Höhen.
Ja, das Verarbeiten von handgefärbtem Garn kann mitunter herausfordernd sein. Und es ist auch nachvollziehbar, dass aus solchen Garnen oft nur kleine Teile gestrickt werden, bei denen man mit einem einzigen Strang auskommt. Aber es gibt genügend Möglichkeiten, mehrere Stränge oder Knäuel geschickt über ein größeres Projekt zu verteilen, so dass sich trotzdem eine schöne und gleichmäßige Optik ergibt.

Dienstag, 08. Juli 2014

Diese Woche fragt das Wollschaf:
Hattet Ihr in Zusammenhang mit Eurem Hobby schon mal ein negatives Erlebnis?
Musstet Ihr Euch vielleicht dumme Sprüche oder abfällige Bemerkungen anhören?
Oder hattet Ihr schon mal Streit mit dem Partner wegen Eurer Wollkäufe oder weil Ihr Euch mehr mit dem Strickzeug als mit ihm beschäftigt?
Wart Ihr womöglich in einen Zickenkrieg unter Wollweibern verwickelt?
Habt Ihr eventuell sogar schon Verletzungen oder andere negative gesundheitliche Folgen -verursacht durch Euer Hobby- erleiden müssen?
Und wenn ja, wie seid Ihr mit der Situation umgegangen?


Danke für diese interessante Frage.
Eine Klage gab es mal: Ein Kind aus der entfernten Verwandtschaft fand bei einem Pullover das von mir verwendete Garn (normales Sockengarn) zu kratzig. Da ich weitgehend Naturfasern verwende und praktisch jede Wolle von empfindlichen Gemütern als kratzig empfunden werden kann, habe ich aufgehört, für dieses Kind zu stricken. An sonstige negative Erlebnisse kann ich mich nicht erinnern. Meine Familie hat sich nie über meine Freude am Stricken beklagt, sondern nimmt im Gegenteil die Ergebnisse erfreut in Empfang und trägt sie mit Stolz. Und das Budget hat glücklicherweise bisher auch für alles gereicht, wobei es natürlich von Vorteil ist, wenn frau ein eigenes Einkommen hat.
Zickenkriegen gehe ich so weit wie möglich aus dem Weg. Ich wundere mich nur gelegentlich, dass manche(r) so viel Energie (,Zeit, Nerven, ...) in sinnlose Auseinandersetzungen investiert.
Gelegentliche Verletzungen vor allem durch meine Strickmaschinen sind an der Tagesordnung, wenn wieder einmal ein Gewicht in gefährlicher Nähe meiner Füße unerwartet auf den Boden knallt oder ich mir eine Fingerkuppe an einem vorwitzig herausstehenden Nadelhaken aufreiße. Ansonsten stricke ich nicht so viel, dass dadurch Schäden verursacht werden. Sobald es irgendwo weh täte, würde ich aufhören. Karpaltunnelsyndrom, abgeschnürte Fingerkuppen, von rauen Fäden abgewetzte Hautpartien und ähnliches kenne ich bislang nur vom Hörensagen.

Donnerstag, 03. Juli 2014

Schon vor längerer Zeit stieß ich bei Ravelry auf diese fingerlosen Handschuhe. Sie gefallen mir sehr gut; ich würde sie gern nachstricken. Leider ist es anscheinend unmöglich, an die Anleitung zu kommen. Auf Ravelry ist sie nicht erhältlich, im Blog der Designerin Alice Yu ebenfalls nicht. Sie hatte offenbar mal vor, die Anleitung über p/hop anzubieten, aber dort findet man nichts dergleichen. Auf Anfragen per Mail bekam ich ebenfalls keine Reaktion.
Aus Frust strickte ich nun etwas Ähnliches, nämlich die “Orthogonal Mitts”, die sich z.B. im Knitting Calendar 2014 finden (dort heißen sie zwar “Orthoganol Mitts”, aber es ist dieselbe Anleitung).

Orthogonal Mitts

Sie sind kein Ersatz, aber besser als nichts, auch wenn ihre Passform etwas gewöhnungsbedürftig ist, um nicht zu sagen, sie lässt ein wenig zu wünschen übrig. Eine Diagonale bzw. Hypothenuse ist laut Pythagoras nun mal länger als eine Horizontale oder Kathete und benötigt folglich auch mehr Maschen. Diese schlichte geometrische Weisheit scheint sich noch nicht bis zu allen Designern durchgesprochen zu haben.

Und die “Diagon Alley”? Ich werde mich wohl mal in Ruhe hinsetzen und ein bisschen herumprobieren müssen, um doch noch hinter das Geheimnis dieser schönen Handschuhe zu kommen. Und natürlich werde ich die Erkenntnisse des Pythagoras dabei nicht vergessen.

Dienstag, 01. Juli 2014

Diese Woche lautet die Frage beim Wollschaf:
Liebes Wollschaf,
ich wüßte gerne, welche ungewöhnlichen Materialien Ihr schon verarbeitet habt (gehäkelt oder gestrickt): vielleicht Brennesselgarn, Paketschnur, eine besondere oder seltene Wolle oder sogar Draht?
Was wurde daraus hergestellt?
Was hat den Anlaß gegeben/wie kam es dazu?
Was war das Besondere in der Verarbeitung und gab es vielleicht eine Herausforderung dabei?
Vielen Dank an Monika R. für die heutige Frage!


Mit ungewöhnlichen Materialien arbeite ich eher wenig. Das Seltsamste, das ich mal verarbeitet hatte, war eine aufgeschnittene Supermarkt-Plastiktüte. Ich hatte sie zu zwei langen Streifen zerschnitten (da gibt's ja den Trick, sie von zwei Seiten kammartig ein- und dann die Faltkante partiell aufzuschneiden) und daraus dann einen kleinen Beutel in einem simplen Netzmuster gehäkelt.
Warum? Weil ich einfach mal ausprobieren wollte, was man mit Plastiktüten machen kann. Herausfordernd war daran eigentlich nichts. Man konnte mit dem Beutelchen hinterher auch nicht wirklich etwas anfangen, es war sehr klein und sah nicht besonders ansprechend aus. Das Ergebnis motivierte mich jedenfalls nicht dazu, Plastiktüten für ein größeres derartiges Projekt zu sammeln. Normalerweise verwende ich beim Einkaufen ohnehin (alte) Stofftaschen.

Donnerstag, 26. Juni 2014

Wer sich mit der Erstellung von Internetseiten oder generell Farbe am Bildschirm beschäftigt, dem ist RGB ein Begriff. Es ist die Abkürzung für rot-grün-blau und bezeichnet u.a. einen Farbraum, der am Computermonitor dargestellt werden kann.

Babyjacke Ulina von vorn

Dieses Babyjäckchen ist ungefähr das zehnte, das ich nach der Ulina-Anleitung gestrickt habe. Das Streifenmuster und die Farbverteilung lassen sich immer wieder abwandeln, so dass keine Version der anderen gleicht. Diesmal habe ich jeweils etwa 65 g Wollmeise Pure in Blau und Gelbgrün verstrickt mit 30 g Stahlsche Wolle “Skyline” in Rot. Letzteres war übrigens der Rest einer Partie, die ich vor ungefähr 14 Jahren mal gekauft hatte. Bei guter Lagerung ist Wolle ganz schön lange haltbar.

Babyjacke Ulina von hinten

Ach ja, die werdende Mutter hat sich übrigens sehr über die Jacke gefreut.

Sonntag, 22. Juni 2014

Ich mag Jacken, auch wenn sie aufwendiger zu stricken sind und mehr Ausarbeitung erfordern als Pullover. Man kann sie einfach variabler tragen. Und deshalb freue ich mich, dass ich gestern die Knöpfe an meine neueste Tempest-Version genäht habe.

Dienstag, 17. Juni 2014

Diese Woche fragt das Wollschaf:
Oft ist es so, daß gerade das Modell, in das man sich unsterblich verliebt hat, nicht in der eigenen Größe verfügbar ist.
Insbesondere deutsche Anleitungen sind in ihrem Größenspektrum ja oft sehr eingeschränkt.
Was macht Ihr, wenn Eure Größe nicht dabei ist?
Komplett umrechnen? Wenn ja, “zu Fuß” oder mit einem Strickrechner? Wenn letzteres, welchen benutzt Ihr?
Pi mal Daumen ein paar Maschen mehr oder weniger anschlagen und hoffen, daß es zum Schluß passen wird?
Dickeres bzw. dünneres Garn und Nadeln nehmen?
Ein ähnliches Modell suchen, das in Eurer Größe verfügbar ist?
Zähneknirschend verzichten und etwas anderes stricken?
Ganz was anderes, nämlich…
Vielen Dank an Tichiro für die heutige Frage.


Sehr einfach: Umrechnen. Aus diesem Grund bevorzuge ich Anleitungen, die eine bemaßte Schnittzeichnung haben. An der kann ich nämlich erkennen, was sich der Designer bzw. die Designerin gedacht hat. Daran kann ich auch gleich sehen, ob das Modell mir passen wird, und wenn nicht, wo ich etwas ändern muss. Meine eigenen Maße kenne ich nämlich. Und aus langjähriger Erfahrung weiß ich auch, was an mir voraussichtlich nicht besonders gut aussehen wird oder was ich schlicht unbequem und ungeeignet finde. (Alle runden und weiten Ausschnitt sind gut; Polokragen und Knopfleiste sehen an mir blöd aus. Rollkragen trage ich nicht gern; Reißverschluss am Hals geht gar nicht.) Damit lassen sich schon mal viele Fehlstrickereien und Schrankhüter von vornherein ausschließen.
Eine sorgfältige, selbstverständlich gewaschene Maschenprobe ist bei mir obligatorisch. Da ich häufig die gleichen Garne verwende wie schon in früheren Projekten, ist das übrigens weniger Aufwand, als man meinen möchte. Sehr oft messe ich an einem älteren Kleidungsstück nach, wie denn nun die Maschenprobe nach der dritten oder fünften Wäsche wirklich ist, und wenn ich schon mal dabei bin, kann ich auch gleich fürs nächste Modell Schnitt und Passform verfeinern. Auf früher verwendete Schnitte kann ich jederzeit zurückgreifen, damit sind solche Anpassungen ein Kinderspiel.
Zum Berechnen setze ich seit zwanzig Jahren das Programm DesignaKnit ein. Das eignet sich sowohl fürs Hand- wie auch fürs Maschinestricken. Zuvor habe ich Maschen- und Reihenzahlen von Hand berechnet. Zum Rechnen braucht man übrigens keine Strickkenntnisse, sondern höchstens Mittelstufen-Mathematik. Deshalb kann auch ein Anfänger einen Pullover komplett selbst berechnen, wenn er/sie sich mal kurz auf die Regeln der Dreisatzrechnung besinnt.
Pi mal Daumen ein paar Maschen mehr oder weniger, das geht bei mir gar nicht. Ich fühle mich dabei einfach unbehaglich. Ich ribble auch nicht besonders gern. Das ist, wenn ich zuvor richtig gemessen und gerechnet habe, aber ohnehin kaum jemals nötig. Eine Maschenprobe dauert, wenn's hoch kommt, eine halbe Stunde, und bei der Gelegenheit kann man gleich feststellen, ob einem das Muster gut von der Hand geht oder das Garn sich angenehm verarbeiten lässt. Wenn schon die Maschenprobe eine Qual ist, dann möchte ich erst recht keinen kompletten Pullover damit stricken.
Dickeres oder dünneres Garn als in einer Anleitung vorgegeben verwende ich häufig, aber natürlich mit angepasstem Schnitt und präziser Maschenprobe. Dann ist es sicherlich nicht mehr das Originalmodell, sondern eine gut passende Adaption.
Dasselbe gilt fürs “ähnliche Modell”. Anleitungen sind Inspiration; ich stricke aber meistens so, dass es mir zusagt. Ob es dann mehr oder weniger abgewandelt ist, spielt für mich keine Rolle.

Was ich in diesem Zusammenhang übrigens nicht nachvollziehen kann: Ein frisch gestricktes Modell passt nicht. Nun sucht die verzweifelte, tieftraurige Strickerin nach einer grundsätzlich neuen Anleitung, statt zunächst das gestrickte Ding genauer zu analysieren und fürs nächste Mal die Fehler (Größe falsch gewählt, Garn ungeeignet, Farbe unkleidsam, Schnitt sitzt nicht, Muster geht nicht auf, Maschenprobe hat nicht gestimmt, ...) auszumerzen.
Was auch gern genommen wird: Ein Strickstück wird ohne Maschenprobe begonnen und fällt deutlich zu eng aus. Umgehend wird geribbelt und auf gut Glück mit zwanzig Maschen mehr neu begonnen. Und was passiert? Jetzt ist es deutlich zu weit. Ja, Entschuldigung, aber wie blöd kann man sein? In solchen Fällen liegt es doch auf der Hand, am ersten, zu engen Stück zu messen und rechnerisch zu ermitteln, wie viele Maschen genau man braucht, um die benötigte Breite zu erzielen. Erst danach wird geribbelt. Oder wie handhabt Ihr das?
Wer nicht aus seinen Fehlern lernt, darf sie stets wiederholen und wird höchstens durch Zufall mal etwas wirklich gut Passendes produzieren.
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