Bündchen, dass sich nicht zusammenzieht

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Bündchen, dass sich nicht zusammenzieht

Beitrag von solmar » Mi Mär 18, 2020 08:23

Hallo liebe Strickerinnen,
ich hätte gerne Eure Hilfe. Mit der Suche habe ich leider nichts für mich passendes gefunden.
Ich möchte einen weiten Pullover in glatt rechts mit der Knittax Strickmaschine stricken und dann den unteren Rand mit der Hand anstricken. Eigentlich gefällt mir ein Rippen-Bündchen als "Muster" ganz gut, aber es zieht sich immer zusammen. Und ich hätte den unteren Rand gerne auch weit.
Gibt es da einen Trick? Oder ein anderes geeignetes Muster? Es sollte halt ein eher unauffälliges Muster sein, weil ich eine Betonung meiner üppiger Taille und eben solchen Bauch nicht unbedingt möchte.
Liebe Grüße
Solmar

Umwege erhöhen die Ortskenntnis. :-)
Ich versuche auf einer Knittax S4 und einer Pfaff Vario zu stricken und bin ansonsten ziemlich ahnungslos, was das Stricken anbelangt. :ratlos:

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Re: Bündchen, dass sich nicht zusammenzieht

Beitrag von Kerstin » Mi Mär 18, 2020 10:55

Hallo Solmar,

die unauffälligste Variante wäre ein Saum in glatt rechts. Den kannst du gleich mit der Maschine stricken.
  1. Start mit einigen Reihen Kontrast- bzw. Restgarn über die nötige Nadelzahl mit Haupt-Maschenweite.
  2. Eine Reihe Nylonfaden (oder ein anderer glatter, reißfester Faden, der sich später gut herausziehen lässt).
  3. Zwei Reihen Nähgarn in derselben oder einer ähnlichen Farbe wie das Hauptgarn. Diese zwei Reihen bilden schon die ersten beiden Reihen der Saum-Rückseite.
  4. Hauptgarn einfädeln und die restliche Saum-Höhe (hintere Saumwand) stricken,
  5. Eine Reihe große Maschen stricken, sie bildet die Kippreihe des Saums.
  6. Nochmals die Reihenzahl der Saumhöhe stricken.
  7. Die unteren Schlaufen der ersten Nähgarn-Reihe auf die belegten Nadeln hängen.
  8. Maschenweite drei volle Nummern höher (oder auf Maximum, wenn's nicht höher geht) einstellen und eine Reihe stricken, um den Saum zu schließen.
  9. Maschenweite wieder zurückstellen und das Leibteil fertigstricken.
Alternativ kannst du auch ein Kraus-Bündchen von Hand anstricken. Dafür 5-10 Prozent der Maschen abnehmen, weil Krausgestrick in die Breite geht. Ohne Abnahmen würde das Bündchen wie ein Röckchen abstehen, das sieht nicht gut aus.

Zahlreiche Grüße
Kerstin
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Re: Bündchen, dass sich nicht zusammenzieht

Beitrag von Mallory » Mi Mär 18, 2020 11:38

Wenn Dir ein Rippenbündchen an sich gut gefällt - das kann man auch so stricken, dass es sich nicht zusammenzieht. Einfach nach dem Waschen mit den Händen in die gleiche Breite ziehen wie das übrige Strickstück. Wichtig ist eine ausreichend weite Kante (Abkett- oder Anschlagskante, je nachdem) und dass das Bündchen mit der gleichen Nadelstärke/Maschenweite gestrickt ist wie der Rest. Evtl. kann man auch mit dem Dampfbügeleisen etwas nachhelfen (ohne Druck Dampfstöße auf das gedehnte Bündchen abgeben).

lG Anna

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Re: Bündchen, dass sich nicht zusammenzieht

Beitrag von Michaela » Mi Mär 18, 2020 12:34

Mein Vorschlag ist ein 3/1-Rippenbündchen in nahezu der gleichen Maschenweite, wie das restliche Gestrick.
Muss natürlich per Maschenprobe ausgetestet werden, wie die Einstellungen zueinander passen.
Viele Grüße - Michaela
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Re: Bündchen, dass sich nicht zusammenzieht

Beitrag von solmar » Mi Mär 18, 2020 12:44

Hallo Kerstin,
danke, ja, so werde ich es machen, es hört sich ziemlich einfach an.
Irgendwo hatte ich es so ähnlich auch schon mal gelesen - aber ich dachte, dass der Rand ziemlich dick werden würde.
Könnte ich auch ein dünneres, farblich passendes Garn für den Innenteil nehmen? Dafür mehr Maschen aufnehmen (laut Maschenprobe) und für den Außenteil dann Maschen abnehmen. Oder ist das Murks?
Die Nähfadenreihen, sind die dafür da, dass der Übergang von einfacher Lage und doppelter Lage nicht so wulstig wird? Das würde mir einleuchten.

Die Idee mit dem Kraus-Bündchen gefällt mir auch. Das merke ich mir für den nächsten Enkel- Pullover.

Hallo Anna,
danke für Deinen Tipp, doch irgendwie ziehen sich bei mir die Bündchen immer stark zusammen. Ich fürchte, dass ich vor jedem Tragen dann dämpfen müsste. Das würde mich überfordern. Aber vielleicht könnte ich das Bündchen ja auch mit größeren Nadeln stricken? Gibt es eigentlich einen Unterschied beim Zusammenziehen wenn man 1 re/1 li strickt oder 2 re/ 2 li oder irgendwie anders verteilt?
Liebe Grüße
Solmar

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Re: Bündchen, dass sich nicht zusammenzieht

Beitrag von solmar » Mi Mär 18, 2020 12:47

Hallo Michaela,
das ist grandios, Du antwortest schneller als ich die Frage gestellt habe :-) Kannst Du auf diese Entfernung Gedanken lesen?
Liebe Grüße
Solmar

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Re: Bündchen, dass sich nicht zusammenzieht

Beitrag von Michaela » Mi Mär 18, 2020 12:50

solmar hat geschrieben:
Mi Mär 18, 2020 12:47
Hallo Michaela,
das ist grandios, Du antwortest schneller als ich die Frage gestellt habe :-) Kannst Du auf diese Entfernung Gedanken lesen?
Keine Ahnung, wie ich das hinbekommen habe. Sollte meine Glaskugel doch wieder funktionieren? :D
Viele Grüße - Michaela
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Re: Bündchen, dass sich nicht zusammenzieht

Beitrag von Mallory » Mi Mär 18, 2020 16:10

irgendwie ziehen sich bei mir die Bündchen immer stark zusammen. Ich fürchte, dass ich vor jedem Tragen dann dämpfen müsste. Das würde mich überfordern. Aber vielleicht könnte ich das Bündchen ja auch mit größeren Nadeln stricken? Gibt es eigentlich einen Unterschied beim Zusammenziehen wenn man 1 re/1 li strickt oder 2 re/ 2 li oder irgendwie anders verteilt?
Nach meiner Erfahrung ziehen sich Bündchen umso mehr zusammen, je schmäler die Rippen sind. Der Zusammenzieh-Effekt kommt ja nicht durch de Flächen zustande, sondern durch das Nebeneinander von Links- und Rechtsmaschen. Am stärksten wirkt das bei einem 1 zu 1-Bündchen, und um so weniger, je breiter die Rippen sind.
Bestimmt wird der Effekt aber auch durch das verwendete Material. Je elastischer der Faden, um so stärker krumpfen die Bündchen. Wenn Du 2 zu 2-Rippen mit Baumwolle oder Viskose strickst, krumpft das kaum mehr als eine glatte Fläche, außer du strickst mit wesentlich dünneren Nadeln; dann kommt der Krumpf-Effekt aber mehr durch die dünneren Nadeln als durch die Rippen zustande.
Wenn Du es genau wissen willst, musst Du es vermutlich ausprobieren, da ich auch nicht weiß, mit welchem Material Du stricken willst.

Grüße von Anna

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Re: Bündchen, dass sich nicht zusammenzieht

Beitrag von Kerstin » Do Mär 19, 2020 10:13

solmar hat geschrieben:
Mi Mär 18, 2020 12:44
Könnte ich auch ein dünneres, farblich passendes Garn für den Innenteil nehmen? Dafür mehr Maschen aufnehmen (laut Maschenprobe) und für den Außenteil dann Maschen abnehmen. Oder ist das Murks?
Man kann die innere Saumseite auch mit dünnerem Garn stricken, sollte aber auf keinen Fall mehr Maschen nehmen, sondern nur mit derselben Maschenweite stricken, mit der man den Saum sowieso gestrickt hätte. Und man muss sich natürlich vorher überlegen, wann man für die Knickreihe aufs normale Garn wechselt.

Mach mal ein paar Tests mit sehr dünnem Garn und 4fach-Garn mit derselben MW; du wirst feststellen, dass die Maschenprobe nahezu identisch ist. An der Maschine bestimmt praktisch nur die Einstellung der MW, welche Maschenprobe man erhält. Du kannst also dein Hauptgarn und ein dünneres Garn ohne Änderung der Einstellung verstricken. Ein Beispiel, wie man so etwas als Design-Element nutzen kann:
https://www.strickforum.de/blog/fast-vergessen-almost-forgotten/
Die Nähfadenreihen, sind die dafür da, dass der Übergang von einfacher Lage und doppelter Lage nicht so wulstig wird? Das würde mir einleuchten.
Genau, der Nähfaden trägt beim Hochhängen des Saums nicht so stark auf wie eine doppelte Lage des Hauptgarns. Trotzdem sollte man für die Reihe des Zusammenstrickens die MW nochmals erhöhen.

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Re: Bündchen, dass sich nicht zusammenzieht

Beitrag von solmar » Do Mär 19, 2020 14:37

Hallo Kerstin,
aha, das habe ich nicht gewusst, dass die Maschenweite dann gleich sein kann - danke für diese Info, da hätte ich wahrscheinlich "ewig" lange rumprobiert.
Die Jacke sieht toll aus. Danke für den Link und die Erklärung.
Liebe Grüße
Solmar

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